Die
Beharrliche erschien übrigens ganz unbeharrlich nicht zum Vorstellungstermin.
Hat sich damit wohl auch schon wieder erledigt.
Ein Bewerber schrieb in seinem Lebenslauf unter der Rubrik Sprachkenntnisse:
"Deutsch – Verhandlungssicher"
Ob es für "Verhandlungssicher" eine feste Definition gibt, weiß ich nicht. Aber es ist wohl schon nah dran an der Muttersprache, um auch Feinheiten im Gespräch erkennen und verstehen zu können.
Was mir der Herr mit diesem Abschlusssatz unter seinem Lebenslauf mitteilen wollte, erschließt sich mir nicht so ganz: "
Um Erfolge zu einbringen wichtig ist dass man gemeinsam wirkt als Gegensätze."
Ist wohl so ein Insiderding.
Eine Bewerberin hat, vermute ich jedenfalls, ihre Bewerbung zumindest mit etwas Unterstützung durch ein Übersetzungstool geschrieben.
Dabei kam dann auch der folgende Satz zustande, der mich schmunzeln ließ:
Meine Stärken liegen […], wobei ich besonders hervorragende Kenntnisse in Beharrlichkeit habe.
Kenntnisse in Beharrlichkeit können im LEH ja nicht schaden.
(Termin für ein Vorstellungsgespräch ist vereinbart.)
Meine Stellenanzeige: "
… Aushilfen zum Ware Verräumen, dabei liegt das Hauptaugenmerk auf der Getränkeabteilung. Regelmäßige Arbeitszeiten: Dienstags und Freitags, ca. 7-15 Uhr"
Der Bewerber: Gymnasiast an einer Regelschule hier in Bremen, macht sein Abi voraussichtlich in zwei Jahren. Aber hat vermutlich nicht den Leistungskurs Deutsch.
Ein Schüler hat mir Bewerbungsunterlagen für einen Aushilfsjob geschickt. Anbei lag auch ein Lebenslauf, in dem mir eine Formulierung ganz besonders auffiel.
Ich weiß noch nicht, wie ich den Satz "Ganz gute noten" finden soll. Irgendwie so niedlich naiv. Eigentlich ist es ja mal eine ganz witzige Formulierung, auf das Fach Deutsch trifft es aber jedenfalls schon mal nicht zu.
Aktuell suchen wir Aushilfen zum Verräumen der Ware. "Es reicht eine Kurzbewerbung per E-Mail" steht ausdrücklich dabei. Kleiner Job, wenig Bürokratie. Dafür braucht es ganz sicher keine komplette Bewerbungsmappe mit sämtlichen Referenzen.
Aber das da geht nicht einmal mehr als "Kurzbewerbung" durch. Echt nicht. Auch wenn drei der acht Wörter für ein "bitte" und den freundlichen Gruß mit der Tageszeit verwendet wurden. Ich wüsste gerne vorher ja zumindest ungefähr, wer mir da bei einem Termin gegenübersteht.
Guten Abend ich habih interes ein termin bitte
Da antworte ich erst gar nicht.
Ich bin vor ein paar Tagen über diesen Artikel gestolpert:
Zeitverschwendung: Warum das Vorstellungsgespräch abgeschafft gehört
Fand ich interessant. In den knapp 23 Jahren hier mit eigener Firma und etwa 25 Mitarbeitern permanent auf den Lohnlisten habe ich nämlich noch nie mit einem Bewerber ein Vorstellungsgespräch im klassischen Sinne geführt. Normalerweise machen natürlich auch wir einen Termin, der dann aber von mir ungezwungen als "für eine kurze Vorstellung" bezeichnet wird.
So ist es dann meistens bei uns in der Praxis: Wir setzen uns nicht irgendwo in ein Büro und der Bewerber kauert bei verkrampfter Atmosphäre zum Verhör vor dem Schreibtisch, wie man es klischeehaft von solchen Gesprächen kennt, sondern wir plaudern meistens ganz ungezwungen mitten im Laden.
Dazu gibt es auch keinen konkreten Leitfaden bei mir mit Punkten, die systematisch abgearbeitet werden müssen. Meistens fange ich dann an zu erzählen. Wofür genau wir jemanden suchen, wie die Randbedingungen sind und wie die Arbeit bei uns im Allgemeinen so ist. Dadurch, dass wir mitten auf der Verkaufsfläche zwischen Kunden und Kollegen stehen, ergeben sich manche Gesprächsthemen von ganz alleine und so kommt man von einem zum anderen. Manchmal gesellen sich auch noch andere Kollegen mit dazu. Wenn der Bewerber oder die Bewerberin dann etwas aufgetaut ist, kommt der Dialog normalerweise ganz gut in Schwung.
Klar kann man mit dieser Vorgehensweise auch mal jemanden erwischen, der nicht gut ins Team passt, aber man kann bekanntlich allen Menschen immer nur bis vor die Stirn gucken. Meistens klappt es ganz gut und die Tatsache dass wir hier inzwischen Kolleginnen und Kollegen im Team haben, die über 10, über 15 und sogar schon über 20 Jahre (!) bei mir arbeiten kann eigentlich kein so schlechter Indikator für meine Fähigkeiten bei der Auswahl derjenigen sein, die hier ins Team kommen.
Unter der Prämisse würde ich also den oben verlinkten Artikel so unterschreiben und vielleicht noch um eine vierte Alternative ergänzen: Ungezwungene Unterhaltung.
Mein schnurloses Telefon hier in der Firma klingelte. Auf dem Display wurde eine mir unbekannte Mobilfunknummer angezeigt. Ich ging ran und meldete mich wie gewohnt.
Am anderen Ende der Leitung war ein junger Mann, der sich kurz vorstelle und daraufhin erklärte, dass er bereits in einem anderen EDEKA-Markt gearbeitet hätte und nun nach Bremen zieht und einen Job suchen würde.
Wahrheitsgemäß antwortete ich ihm, dass wir aktuell keine neuen Mitarbeiter benötigen.
Exakt fünf Minuten später klingelte das Telefon erneut. Die selbe Nummer. Diesmal ging Ines ran und flötete dem Anrufer ein "EDEKA-Markt Harste, Guten Tag" entgegen.
Am anderen Ende der Leitung war ein junger Mann, der sich kurz vorstelle und daraufhin erklärte, dass er bereits in einem anderen EDEKA-Markt gearbeitet hätte und nun nach Bremen zieht und einen Job suchen würde.
Entweder hatte er an der Kompetenz seines ersten Gesprächspartners, also mir, gezweifelt und wollte eine zweite Meinung hören oder hat so wenig Ordnung in seinen Sachen, dass er nicht einmal bemerkt hat, dass er zweimal die selbe Nummer gewählt und nach einem Job gefragt hat.
In beiden Fällen hat er sich für eine mögliche Stelle disqualifiziert. Wer schon in unserer ersten Begegnung meine Kompetenz anzweifelt, den muss ich hier nicht haben. Und wer nicht einmal in der Lage ist, sich fünf Minuten lang zu merken, wo er schon angerufen hat, dürfte hier seine Schwierigkeiten bekommen. Wie lautet die Artikelnummer für Bananen? Wo steht der Rotwein? Wieviel Pfand hat eine Bierflasche? Mööp.
Ein Bewerber, 1999 geboren, hat laut seines Lebenslaufs von 1993-1998 ein Studium an einer internationalen Hochschule absolviert. Dazu habe ich Fragen, die ich ihm persönlich stellen werde.
Mit etwas Humor betrachtet ist das jedoch ein durchaus interessanter Ansatz. Immerhin könnte so ein pränatales Studium der richtige Weg sein, wie maximal 25 Jahre alte Bewerber auf mindestens 20 Jahre Berufserfahrung kommen können.
Ich bekomme unregelmäßig von "Wir finden deinen Job" irgendwelche Mails mit angeblichen potentiellen Interessenten. Ich habe keine Ahnung, wie ich da reingekommen bin und auch nicht, wie ich mich da wieder austragen kann. Da die Anzahl der Mails noch nicht im wirklich lästigen Bereich ist, habe ich bislang noch keine Zeit investiert, da mal genauer nachzuhaken.
Wär jetzt nicht so nett, den Bewerber oder die Bewerberin da antanzen zu lassen, oder?
Eine Anruferin wollte wissen, ob wir Mitarbeiter brauchen.
Ich antwortete mit "Nein" und damit war die Sache erledigt.
Es hatte aber zugegebenermaßen kurz in den Fingern gekitzelt, zu sagen, dass wir hier sehr wohl Mitarbeiter benötigen. Alleine ist der Job einfach nicht zu schaffen. Aber das hätte sie dann wohl vollkommen verwirrt.
Aus dem Anschreiben einer Initiativbewerbung. Ich bin mir nicht sicher, was mich mehr daran irritiert: Dass sich der Bewerber selber als Aushilfe "m/w/d" bezeichnet oder die darauf folgende allgemein gehaltene Anrede als "Ansprechpartner(/in)".
Eine junge Frau rief an, plapperte nach der Begrüßung direkt los und erkundigte sich, ob gerade bei uns ein Aushilfsjob auf 450-Euro-Basis frei wäre.
Wahrheitsgemäß entgegnete ich, dass es eventuell demnächst passieren könnte, dass uns demnächst zwei ehemalige Studenten verlassen, um in ihren eigentlichen Jobs zu arbeiten.
Ihre Stimme überschlug sich fast vor Freude: "Oh, cool! Das ist klasse!"
"Hey, das war jetzt noch keine Jobzusage. Aktuell brauche ich ja noch niemanden!", konterte ich. Wir verblieben so, dass sie ihre Unterlagen mal vorbeibringen sollte. Dann habe ich nämlich, wenn es mal so weit ist, die Kontaktdaten von einem möglichen Interessenten.
Ein paar Unterlagen einer Initiativbewerbung hielten mit einer Büroklammer in Hundeform zusammen. Lustige Idee irgendwie, sowas kannte ich bis dahin jedenfalls auch noch nicht.
Eine Bewerberin hatte in ihren Unterlagen das Bewerbungsfoto nicht oben in die Ecke vom Lebenslauf geklebt, sondern als gesonderte Seite mit in die Mappe gelegt. Das Foto hatte sie auf A4-Format gestreckt auf einem eigenen Blatt Papier ausgedruckt.
Da erschreckste dich aber erst mal beim Durchsehen der Papiere.