Seit ein paar Jahren bekomme ich über die Abo-Funktion von Amazon regelmäßig die Handtuchrollen für unsere Einweghandtuchspender in die Firma geliefert. Die Menge ist inzwischen ganz gut eingepegelt und so kommen wir Monat für Monat immer ganz gut hin. Eigentlich versuche ich ja immer, Amazon zu vermeiden, aber diese Abofunktion ist ungemein praktisch.
Die beiden Pakete mit den Papierrollen werden unterschiedlich geliefert, manchmal stecken sie in einem großen Karton, oftmals werden sie aber in zwei kleineren Kartons geliefert, teilweise sogar an unterschiedlichen Tagen.
Bei dieser Lieferung gab es das eine Paket bereits ein paar Tage zuvor. Einen Tag nachdem ich die Versandbestätigung für das zweite Paket erhalten hatte, kam eine Kollegin zu mir ins Büro und berichtete, dass "da eben ein sehr großes Paket von Amazon gekommen ist".
"Was heißt 'sehr groß' bei dir? Du meins etwas größer als die Pakete mit unseren Papierhandtüchern?", wollte ich wissen.
"Nein, sehr, sehr groß", erwiderte die Kollegin.
WTF?! Ich sprang auf und sah selber nach. Da stand ein ungewöhnlich großer Karton im Lager, in den die Handtuchrollen locker zweimal reingepasst hätten. Ich rätselte, was da drin sein könnte, dann eigentlich hatte ich nichts bei Amazon bestellt. Siehe oben.
Da hatte sich wohl beim Kommissionieren unserer Ware irgendjemand vertan. Statt der 12 Rollen mit Papierhandtüchern gab es insgesamt 36 Rollen parfümierte Küchentücher, abgepackt in sechs Sechserpacks, die zu einer großen Umverpackung in Folie eingeschweißt waren.
Wegen der paar Rollen machen wir jetzt keinen Aufriss und schicken die auch nicht zurück. Sind zwar keine Artikel, die wir bei uns im Laden als Handelsware verkaufen können, aber die werden schon ihre Verwendung finden. Parfümierte Küchenrollen?! Was es alles gibt …
Per E-Mail kam von einem kleinen Lieferanten eine ganz dezente Zahlungserinnerung. Mehr so der Hinweis, dass noch kein Zahlungseingang zu einer Rechnung aus September 2025 verbucht werden konnte.
Ich hab schon oft einen Spruch im Sinne von "wie kann man das so lange vergessen?" gehört. Habe ich noch nie verstanden. Wenn etwas in Vergessenheit geraten ist, ist es in Vergessenheit geraten. Ob man dieses Vergessen ein paar Tage oder auch erst ein paar Jahrzehnte später feststellt, spielt eigentlich keine Rolle mehr. Die Aussage, dass man etwas für einen besonders langen Zeitraum vergisst, hat in meinem Kopf überhaupt keinen Sinn. Vergessen ist vergessen.
Dass der fehlende Zahlungseingang also erst Monate später moniert wird, ist eher eine Sache in der Buchhaltung des Lieferanten als bei mir. Aber natürlich habe ich meine Schulden sofort beglichen, ist ja klar.
Witzigerweise habe ich seitdem schon wieder mehrere Lieferungen bekommen und diese auch wie immer sofort bezahlt, also spätestens an der Stelle hätte jemand merken können, dass da noch ein kleiner Betrag (wir reden von unter 200 Euro) offen ist.
Transportmittelaufkleber unserer Großhandlung. Dass wir in den Läden die Aufkleber entfernen sollen, da dies den Workflow im automatisierten Lager erleichtert, wissen wir schon seit Jahren.
Aber seit wann steht das denn sogar im Klartext darauf? Oder habe ich das immer übersehen oder ignoriert, da der Hinweis keine Relevanz für mich hatte, da ich ja wusste, dass die Aufkleber entfernt werden sollen? Fragen über Fragen …
Helden-Snacks haben, Fruchtriegel und auch Frühstückscerealien angeboten. Wenn wir die Produkte von ihnen jemals im Sortiment hatten, dann waren sie auf jeden Fall nicht der Renner und wir haben uns nach wenigen Versuchen wieder davon getrennt. Die kurze Zusammenarbeit mit uns ist bestimmt schon zehn Jahre her, wenn nicht noch viel länger.
Beim Aufräumen habe ich noch einen alten Button gefunden. Neugierig geworden, wollte ich kurz auf die Website gucken, aber da ist nichts mehr – die Domain "helden-snacks.de" ist zu verkaufen.
Die genauen Gründe für die Auflösung der Firma kenne ich nicht, da gibt es viele Möglichkeiten, angefangen bei ganz persönlichen des Inhabers, aber wenn die Produkte anderswo ähnlich schlecht liefen, wie bei uns, dann kam vermutlich eines zum anderen …
Seit Wochen schon ist die Edeka mit AB Inbev im Clinch und viele Artikel sind wegen der Preisverhandlungen nicht lieferbar. Corona ist bei uns einer der Renner, aber aufgrund des Lieferstopps ebenfalls seit Wochen bei uns komplett leer:
Ob Corona nun wirklich in dieser Woche beworben wird, weiß ich nicht. Auf den Online-Angeboten der Edeka ist es jedenfalls nicht zu finden.
Aber in der Software, mit der wir unsere Plakate für die wöchentliche Werbung drucken können, da war Corona drin. In den seit Wochen nicht lieferbaren Sechserträgen. Die wollten vermutlich nur ins Blog, eine andere Erklärung habe ich dafür eigentlich nicht mehr …
Seit knapp einem Jahr spielt die Edeka mit Payback zusammen. Diese Partnerschaft wurde groß angekündigt und wird nach wie vor riesengroß beworben. Payback ist bei uns quasi omnipräsent.
Persönlich bin ich überhaupt kein Fan von Kundenkarten aller Art. Ich habe bis Ende 2024 keine einzige derartige Karte gehabt, selbst eine Payback-Karte habe ich erst seit Januar dieses Jahres – aus rein beruflichen Gründen, um Dinge nachvollziehen und ausprobieren zu können.
Wir haben sogar am Anfang ganz offensiv an der Kasse die Kunden angesprochen. Ausdrücklich hatte ich allen Mitarbeitern an der Kasse diese Vorgehensweise diktiert. "Sammeln Sie Punkte?" oder "Haben Sie eine Payback-Karte?" waren Fragen, die man bis dahin gar nicht von uns kannte. Wir sind schlagartig von unseren Kunden niedergebuht worden. "OH, NEIN, ICH HAB UND WILL KEINE KARTE!" oder "Macht Ihr diesen Scheiß jetzt auch?!" waren typische Reaktionen, woraufhin wir die Fragerei wieder eingestellt haben.
Seitdem dümpelt Payback bei uns so vor sich hin. Wer eine Karte hat, scannt sie an der Kasse freiwillig, wer es vergisst hat Pech und wer keine will, wird nicht genervt.
Die Konsequenz ist, dass wir im gesamten Vertriebsgebiet unserer Edeka-Region, und das ist groß, hinsichtlich des prozentualen Einsatzes der Payback-Karte pro getätigter Einkäufe auf einem der letzten Plätze stehen.
Bei ein paar anderen innerstädtischen Märkte hier in Bremen sieht das übrigens nicht nennenswert besser aus, insofern habe ich nicht ein schlechtes Gewissen, weil es an mangelndem Einsatz durch uns liegen könnte.
Manchmal ist man ja schon froh, wenn die gelieferte Ware nicht schon auf dem Weg durch den Laden krachend vom Rollbehälter fällt. Im Zeitalter von PET-Flaschen im Regal, wäre das mutmaßlich zwar keine allzu große Sauerei geworden, aber zum einen ist auch das Aufsammeln von Flaschen unnötige Arbeitszeit und zweitens hätte einem davon auch etwas auf den Fuß fallen können.
Zitterpartie, und daher jetzt bitte keinen Mucks mehr. Pssst!
Wir sind raus! Noch nicht, aber ab dem 1. November 2029.
Also nicht physikalisch. Wir müssen nicht ausziehen, ich muss meinen Laden hier nicht aufgeben, alles liquidieren, die Mitarbeiter auf die Straße setzen. Aber die Mietverträge zwischen mir und der Edeka sind nun offiziell zum 31.10.2029 gekündigt. Das war's. Also in knapp vier Jahren erst. Aber dennoch!
Der letzte Satz klingt nach möglichen Schwierigkeiten, letztendlich wurde er vermutlich zur Sicherheit und aus Gewohnheit dort untergebracht, vielleicht ist das Schreiben auch einfach nur eine Vorlage aus fertigen Textbausteinen. Faktisch wird es keine Rückgabe geben, womit es auch keine Rückgabemodalitäten gibt und einen Rückgabetermin werden der Eigentümer und der Untermieter ebenfalls nicht mit dem Hauptmieter vereinbaren. Hier wird es am 1. November 2029 weitergehen wie immer, es wird sich schlichtweg nichts ändern.
Komisches Gefühl gerade, das muss ich dennoch zugeben. Da schwingt so eine unterschwellige Endgültigkeit mit. Als würde irgendwas enden, was einem Stabilität, Sicherheit gibt. Ach, das ist Quatsch. Es wird alles gut.
Unser Getränkelieferant hat ein Zeitfenster von 6-10 Uhr, um die Ware hier abzuliefern. Das ist dort vor allem deshalb eingerichtet, weil hier aufgrund der mühsamen Anliefersituation spätere Zeiten zu mehr Stress auf der Straße führen. Immerhin halten unsere LKW hier in der zweiten Reihe auf der Straße und laden dann ab.
Wenn die Fahrer nicht pünktlich hier sind, soll ich bitte den Kundendienst des Lieferanten anrufen, damit der Sachverhalt geklärt werden kann.
Ich hatte das Telefon zwar noch nicht in der Hand, habe aber schon überlegt, wie lange ich noch warten soll, als der LKW doch noch rechtzeitig vorm Laden anhielt.
Ein Außendienstmitarbeiter eines Lieferanten war mit einem unserer MDE-Geräte, das ihm einer meiner Mitarbeiter gegeben hatte, vor dem Regal mit seiner Ware zugange. "Wir brauchen aber keine Ware", sagte ich zu ihm mit einem Blick auf das noch gut gefüllte Regal.
"Nein, keine Angst, ich will nur die Regaletiketten austauschen", klärte er mich auf.
Innerlich folgte ein kurzes, entspanntes Aufatmen, das jedoch nur einen Sekundenbruchteil dauerte. Dann stellte sich erst mir und ich dann dem Außendienstler die Frage, was da für neue Etiketten ran sollen. Preisänderungen müssten aktuell sein und falls sich der Preis spontan ändern sollte, würde es mit neuen Etiketten nicht getan sein. Er beruhigte mich und erklärte mir, dass er nur Etiketten mit dem Aufdruck "regional" aus unserem System erzeugen wollte. Das sei ja ein schöner Hinweis für die Kunden.
Er wirkte etwas fassungslos, dass ich das anders sah. Okay, der Honig aus der Lüneburger Heide ist regional. Die Lüneburger Heide ist zwar ein großes Gebiet, fängt aber ein Stück südöstlich von Bremen an und ist noch im Rahmen einer Fahrradtour bequem zu erreichen. Das lasse ich durchgehen.
Schwarzwaldhonig oder Honig aus Brandenburg hier mit Regional zu bewerben ("Der ist doch aus der Region Schwarzwald, wo soll Schwarzwaldhonig sonst herkommen?") fand ich jedoch reichlich unsinnig. Das was ich unter "regional" verstand, klärte er mich auf, würde in der Edeka-Welt als "lokal" bezeichnet werden. Aber wenn es mein ausdrücklicher Wunsch sei, würde er die Etiketten natürlich nicht ändern.
Ich gebe zu, es war mein Wunsch. Das Endkunden-Ich in mir würde sich verarscht fühlen, wenn ein Honig aus dem Schwarzwald hier mit dem Hinweis auf Regionalität beschriftet wäre. Ernsthaft? Dann können wir den Hinweis auch gleich auf ALLES schreiben, was wir hier verkaufen. Kommt alles vom selben Planeten und wird nicht vom Mars oder Kepler-442b importiert.
Eigentlich hätte unsere Hauptlieferung heute früh gegen 8 Uhr kommen sollen. Leider lag der LKW mit unserer Ware mit einer Panne im Nachbarort. Die Reparatur dauerte, zwischenzeitlich lief die Lenkzeit des Fahrers ab, hinzu kam dann noch auf dem Weg zu uns der übliche Verkehr in Bremen.
Die Konsequenz war nun, dass wir die Lieferung mit rund sieben Stunden Verspätung bekommen haben. Das ist ärgerlich, vor allem weil ein Teil unserer Mitarbeiter morgens geplant und anwesend ist, um die Ware zu verräumen. Ein paar von ihnen konnten wir auf heute Nachmittag verschieben, andere können erst morgen früh wieder.
Dazu kommt, dass es es ab nachmittags voll hier bei uns wird und die vielen vollen Rollcontainer, die bei uns aus Platzgründen immer im Markt stehen, nun richtig stören.
Muss jetzt mal so klappen, aber immer brauche ich das auch nicht …
Ach, seufz … Weihnachten ist noch nicht annähernd in Sicht und schon müssen wir uns noch innerhalb dieses Monats Gedanken über die Ostersüßwaren in der kommenden Saison gemacht haben.
Der Einzelhandel versaut einem ja ein bisschen die Magie dieser Feste …
Der Fritz-Kühlschrank ist inzwischen komplett eingerichtet und mit Ware bestückt. Sieht gut aus, zumal der Kühler auch so schön hell beleuchtet ist.
Mutmaßlicher Wermutstropfen an der Sache ist, dass der Kühlschrank etwas versteckt und fernab der eigentlichen Fritz-Platzierung in der Getränkeabteilung steht – andererseits gibt jeder dritte Kunde hier auch Leergut ab und kommt daher zwangsläuft an dem Kühler vorbei. Wird schon laufen.
Und die Ware aus dem Beck's-Kühlschrank verkauft sich ja auch gut …
Nach zwei Jahren ist bei uns Anfang dieser Woche die nächste Treuepunkte-Aktion mit Schleich-Tieren angelaufen. Das Motto dieser von diversen Pferden dominierten Menagerie lautet passenderweise "Horse Club". Neben den Pferden findet man aber auch viele andere Tier quer durchs Portfolio, das dieser Planet zu bieten hat: Feuersalamander, asiatischer Elefant, Alpen-Steinbock, Roter Panda, Tigerhai, Grizzlybär und viele andere.
Bis zum 18.Oktober 2025 läuft die Aktion. Pro 5 € Einkaufswert erhält man einen Treuepunkt und mit fünf dieser Treuepunkte kann man eines der Tiere für 3,79 € bei uns und anderen Edekas käuflich erwerben. Wer bei Aldi einkauft erhält Untreuepunkte und daher in der Folge auch keinen Zoo, ganz einfach.
Nachtrag: Mir ist gerade aufgefallen, dass es sich quasi um zwei parallel laufende Aktionen auf dem selben Aufsteller handelt: Links "Horse Club", rechts "Wild Life". Das erklärt das bunte Sammelsurium.