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Schimmeliger Kuchen und der Rückruf

Vor einer Weile hatte ein Stammkunde einen Kuchen aus dem Trockensortiment, also ohne Kühlung haltbar, reklamiert. "Als wir den essen wollten, haben wir entdeckt, dass da überall so kleine Schimmelstellen dran sind", erklärte er.

"Igitt", bestätigte ich und erklärte ihm, dass das immer mal passieren kann. Es reicht ja schon, wenn da irgendwie bei der Produktion die Verpackung nicht richtig geschlossen wurde und sie so Luft ziehen konnte. Diskussionsfrei nahmen wir den verdorbenen Kuchen zurück und er freute sich über einen neuen im Austausch.

Ein paar Tage später haben wir eine Warenrücknahme bekommen. Genau dieser Kuchen mit diesem MHD sollte aus dem Verkauf genommen werden, da es zu "vorzeitigem Verderb" kommen könne.

Dass das passieren kann, konnte ich definitiv bestätigen.

Gönrgy als Aufsteller

Rein geschmacklich bin ich immer noch kein Freund von Gönrgy, alle von mir probierten Sorten (mit und ohne Zucker) waren nur bedingt bis gar nicht lecker – aber zumindest unsere Kunden scheinen die Influenzer-Brause zu mögen. Das hat mich nun dazu inspiriert, sogar mal ein Display davon zu bestellen

Es sind die neusten Sorten und nachdem die Kollegen den Aufsteller gestern am frühen Abend schon in den Laden gestellt hatten, dieses Foto war noch im Lager entstanden, fehlt nun schon fast ein Dutzend der Dosen. So schlecht kann die Entscheidung, das Ding zu bestellen, also nicht gewesen sein.

Aber solange wir unsere Kunden damit machen – meinetwegen … ,)


Til salg: Nissedøre

Non-Food ist ja eher nicht so unser Geschäft, aber in diesem Jahr verkaufen wir auch mal Wichteltüren (-"Startersets") mit Zubehör. Damit steigen wir jetzt also offiziell auch ins Immobiliengeschäft ein. Die Objekte sind etwas klein, dafür aber ohne Maklerprovision und mit überschaubarem Reinigungsaufwand. ;-)

Bei uns zu Hause gehört der Wichtel auch schon seit vielen Jahren Adventszeit. Unsere Tochter freut sich nach wie vor jedes Jahr, wenn er offiziell einzieht. Die Tür samt Briefkasten klebt da ganzjährig an der Tapete in unserem Esszimmer. Um bei dem Gang mit dem Immobiliengeschäft zu bleiben: Offenbar lohnt es sich nicht, die Immobilie für elf Monate Leerstand jedes Mal vollständig wieder zurückzubauen.

Pünktlich zur Adventszeit liegen dann plötzlich die Fußmatte und ein Paar kleine Stiefel davor. Nach und nach kommt immer mehr Zubehör hinzu, wortwörtlich über Nacht. Morgens gibt es dann für unsere Tochter wieder etwas zu entdecken. Ist der Tisch mit den beiden Stühlen da? Der Adventskranz? Die Karaffen für Wasser? Ich mag diese kleinen Veränderungen, die aus einer Ecke der Wohnung für ein paar Wochen einen ziemlich besonderen, geradezu magischen Ort machen.

Bei uns hält sich der "Untermieter" allerdings mit seinen Aktivitäten zurück. Er verteilt kein Mehl in der Wohnung und hinterlässt auch sonst keine Verwüstung, die anschließend unter "Weihnachtszauber" bei Instagram und Tiktok verbucht werden muss. Wie weit man das treiben möchte, muss wohl jeder selber wissen, ich habe mal ein Video von einer Frau gesehen, die da eine ziemliche Sauerei veranstaltet und gefühlt eine ganze Packung Mehl in ihrer Wohnung verteilt hat. Sorry, nein, auch nicht für Klicks.

Unser Wichtel darf gerne einziehen, die Vorfreude auf Weihnachten mitbringen und seine Stiefel vor die Tür über der Fußleiste stellen – wenn er anfängt, unser Haus umzubauen, ist der Spaß vorbei.

Aber mal im Ernst: Der Brauch mit der Nissedør (Wichteltür) wird seit Jahren auch hier in Deutschland immer beliebter und er tut ja auch niemandem weh. Jeder kann, wenn er denn will, so eine Tür irgendwo in der eigenen Wohnung installieren. Es gibt unfassbar viel Zeugs und Zubehör zu kaufen und es gibt darunter auch viele Dinge, die Ines und ich nur kopfschüttelnd abtun – aber jeden Abend oder früh morgens mal eben eine Kleinigkeit zu verändern, die das Kind dann freudig überrascht entdeckt, tut doch nun wirklich nicht weh.

Mal gucken, ob die Sets laufen oder hier zum Ladenhüter werden.

Wie findet ihr diesen Brauch?

PS: Gerade beim speichern dieses Beitrags kam mir die Idee, ob man so eine Tür nicht an auffällig-unauffälliger Stelle hier im Laden anbringt. Ich lass den Gedanken mal sacken. :-)


Kraken-Quellensicherung

Ich hatte den Begriff hier im Blog ja schon mehrfach erwähnt. Eine Quellensicherung (auch "Source Tagging" genannt) ist ein Verfahren im Einzelhandel, bei dem Warensicherungsetiketten schon bereits während der Herstellung, Montage oder Verpackung eines Produkts angebracht werden – und nicht erst nachträglich im Geschäft. Auf diese Weise können die Etiketten auch versteckt und unerreichbar und damit manipulationssicher angebracht werden, zum Beispiel in den Kammern einer Schuhsohle oder im Innenfutter einer Jacke.

Bei Lebensmitteln kannte ich bislang noch keine Quellensicherung, aber der "Spiced Rum" der Marke Kraken (mit einer wie ich finde ziemlich coolen Flasche) hat damit jetzt den Anfang gemacht. Bei meiner Flasche zu Hause wunderte ich mich über den Aufkleber am Boden und musste natürlich nachsehen. Es ist "nur" ein RF-Etikett (Radiofrequenz) und kein AM-Etikett (akustomagnetisch) und damit nicht mit unserer Anlage kompatibel (Egal, der Kraken steht ohnehin in der Vitrine), aber dass das überhaupt gemacht wird, finde ich durchaus erwähnenswert!


Nachbestellt: Honig aus Delmenhorst

Von dem Honig aus Delmenhorst ist inzwischen der Großteil verkauft worden. Beim Imker habe ich gerade nachbestellt, er wird uns die Ware direkt nach Hause bringen und wir schleppen sie dann mit zur Firma. Warum sollte er auch extra für die paar Gläser nach Bremen reinfahren, wenn wir quasi um die Ecke wohnen? :-)

Da er noch keine Lust hatte oder Zeit gefunden hat, die Rechnung zu schreiben, ist die ganze Ware noch nicht bezahlt. Das Geschäftsmodell sollten mal alle Lieferanten einführen, dann füllte sich das eigene Konto noch etwas schneller, hehe. :-P


Día de las Calabazas Muertas

Nachdem die Kürbisse hier nun ziemlich genau zwei Wochen im Laden herumstanden und von den Kunden ignoriert oder als zu teuer erachtet wurden, ging die gesamte Ware heute, abzüglich eines verkauften Kürbisses, heute in die Tonne. Zwischen komplett aufgelösten und "nur" schimmeligen Kürbissen war alles dabei – aber nicht einer von den verbliebenen Kürbissen hat überlebt.

Schade. :-(


Die Bike-Broz-Sortimentslücken

Das Fahrradzubehör von Bike Broz haben wir nun schon über zwei Jahre im Sortiment und es läuft auch ganz gut. Nun ist es aber so, dass wir von dem Hersteller im Grunde nur Dinge bekommen, die man für die Reparatur und Wartung seines Fahrrad braucht: Schläuche, Flickzeug, Bremsbeläge, Chemikalien zum reinigen und schmieren, Bremszüge und ähnliche Artikel. Wir haben zwar auch ein paar Reflektoren, Luftpumpen und Klingeln, aber die große Masse besteht eben aus dem Material, dass man eher in einer Fahrradwerkstatt benötigt.

Sättel, Schlösser, Tachos und all so ein Zeug befindet sich nicht im Portfolie von Bike Broz, aber dabei könnten wir gerade mit Schlössern wohl relativ viel Umsatz machen. Das ist zumindest der Artikel von denen, die wir nicht im Fahrradregal haben, nach dem am häufigsten gefragt wird. Ich verstehe ja das Problem von Bike Broz, ich hatte nämlich schon einmal nachgefragt: Der eine Kunde möchte ein Zahlenschloss, der andere eines mit Schlüssel. Kabelschloss, Faltschloss, Bügelschloss oder doch lieber mit einer Kette? Und wie lang? Und in welcher Sicherheitsstufe? Die Wünsche sind so vielfältig, dass man mit einem oder zwei Artikeln im Sortiment trotzdem kaum alle Wünsche abdecken kann. Ein Fahrradschloss kauft man ja nun auch mit dem Hintergedanken, es länger zu verwenden und ausnahmslos niemand würde wohl ein günstiges Schloss kaufen mit dem Gedanken "ach, wenn nichts anderes da ist, dann reicht heute mal das billige Zahlenschloss für mein 5000€-Fahrrad."

Ich kann das alles verstehen. Und trotzdem werde ich mal versuchen, irgendwo ein paar Schlösser aufzutreiben, die man hier mit anbieten kann – irgendwo in einem gesunden Mittelfeld hinsichtlich Preis und Sicherheit.

Frisch gekocht für die Mülltonne

Bei einer internen EDEKA-Veranstaltung stolperte ich über die Aussage, dass Muscheln vor ihrer Entsorgung abgekocht werden müssen. Bitte was? Damit keine Krankheitskeime in die K3-Tonne gelangen können? Schlagartig ploppte in meinem Kopf ein dickes Fragezeichen auf.

Wir haben keine Fischabteilung, einige größere EDEKA-Märkte dagegen schon. Entsprechend wenig hatte ich bislang mit den Eigenheiten des Muschelverkaufs und schon gar nicht der Muschelentsorgung zu tun. Aber warum sollte man etwas erst kochen, bevor man es wegwirft? Ich hatte so gar keine Idee und recherchierte zu Hause erst einmal.

Die Erklärung dafür ist jedenfalls ein ganz wunderbares Beispiel dafür, was passiert, wenn Lebensmittelrecht und Tierschutzrecht frontal aufeinanderprallen.

Frische Muscheln werden nämlich (meistens) lebend verkauft. Ein Teil der lebend angebotenen Muscheln wird heute in verschlossenen Verpackungen unter Schutzatmosphäre (mit Sauerstoff angereichert) verkauft und trägt ein Verbrauchsdatum. Ist dieses abgelaufen, darf die Ware nicht mehr verkauft werden – auch wenn die Muscheln darin noch leben.
Bei loser Thekenware gibt es nicht zwingend diese kalendarische Grenze. Sollen aber noch lebende Muscheln aus irgendeinem Grund entsorgt werden, müssen sie ebenfalls zuvor vorschriftsmäßig getötet werden.

Auf jeden Fall beschreibt das Verbrauchsdatum nicht nicht die verbleibende Lebenserwartung der Muschel, sondern den Zeitraum, in dem sie als sicheres Lebensmittel verkauft werden darf. Ist das Datum abgelaufen, darf der Händler sie nicht mehr verkaufen – selbst wenn sie noch ausgesprochen lebendig vor sich hinmuschelt.

Damit beginnt auch schon der zweite Teil des behördlichen Gesamtkunstwerks: Lebende Tiere dürfen nicht einfach in der Abfalltonne ersticken, vertrocknen oder auf irgendeine andere Weise langsam verenden. Nach der Tierschutz-Schlachtverordnung müssen Muscheln in stark kochendem Wasser oder in über 100 Grad heißem Dampf getötet werden.

Am Dienstag darf also der Kunde die Muschel kaufen, kochen und essen. Am Mittwoch lebt dieselbe Muschel noch immer, darf aber nicht mehr verkauft werden. Also muss der Händler sie kochen und anschließend wegwerfen. Natürlich ordnungsgemäß in die K3-Tonne.

So wird aus einem lebenden Tier zunächst ein Lebensmittel, danach unverkäufliche Ware und anschließend ein frisch zubereiteter Abfall …

Aufsteller mit Vogelhäuschen

Für unsere gefiederten Kunden haben wir vor dem Winter ein paar neue Gewerbeimmobilien im Angebot. Freistehend, offene Bauweise, überdachter Gastronomiebereich. Die Lage bestimmt der Käufer, die Einrichtung besteht idealerweise aus Sonnenblumenkernen, Fettfutter und anderen Leckereien fürs Geflügel.

Der Aufsteller mit den Vogelhäuschen ist für uns eher ungewöhnlich, aber die Tiere haben es ohnehin schwer genug, da müssen wir einfach helfen. Außerdem passt das ja ganz gut: Hier wird ohnehin den ganzen Tag Futter verkauft. Nur müssen die zukünftigen Gäste dieser kleinen Buden weder an der Kasse anstehen noch ihre Einkäufe selbst bezahlen. ;-)

Dafür dürfen sie auf den Tisch kacken. Wenn das unsere übrigen Kunden anfangen, müssten wir allerdings noch einmal über das Konzept reden. :-P


Nicht von hinten.

Dies ist die Vorderseite eines Aufstellers mit Wintertee aus dem Hause StickLembke:



Dies ist die Rückseite. Der Spruch kam bestimmt nur aus irgendeiner Laute heraus. Aber wenn man sich einfach kurz daran erinnert, dass jeder Hinweis seine Geschichte hat, bleibt viel Luft für freie Interpretationen. ;-)


Halloween-Kürbisse

Heute früh kam mit der Lieferung der Frischware auch eine halbe Palette voller Halloween-Kürbisse hier an. Der Kollege war nur so semibegeistert, Ines und ich fanden die Kürbisse richtig cool, als sie auf der letzten Edeka-Veranstaltung vorgestellt wurden und letztendlich entscheiden wir natürlich im Zweifelsfall, was hier in den Laden kommt oder was nicht. Die Kürbisse wollten wir beide haben. Punkt.



Aber die sehen auch wirklich cool aus. Offenbar handbemalt und eher in "Día de los Muertos"-Gestaltung als in "echter" Halloween-Gruseloptik, die die üblichen Kürbisschnitzereien imitiert. Aber sie sehen trotzdem gut aus. Oder vielleicht auch gar nicht "trotzdem" sondern eher "gerade deswegen". Schön bunt und auffällig.

Mir gefallen sie zumindest. Und nun kauft sie, solange der Vorrat reicht. Nachbestellen können wir die (bemalten) Kürbisse nämlich augenscheinlich nicht.


Mehr Weihnachtsware – und jetzt auch mit Grinch

Wir hatten diesmal mit relativ wenigen Weihnachtsartikeln zum ersten Liefertag angefangen, aber nun gab es einen großen Nachschlag: Gestern sind hier 13 weitere Aufsteller eingetrudelt, die auch schon teilweise wesentlich weihnachtlicher anmuten als die ersten Displays mit Spekulatius und Lebkuchen. Nach dem Erfolg vom letzten Jahr haben wir von den Tassenwichteln auch diesmal wieder einen kompletten Aufsteller genommen.

So sieht es jetzt hier aus.



In einem Punkt sind wir mal einen für uns eher ungewöhnlichen Weg gegangen. Wir haben zwei Aufsteller voller Produkte mit Grinch-Aufmachung hier stehen. Das eine sind "nur" Maoam-Kracher. Die laufen immer und selbst unabhängig von der Weihnachtsplatzierung würden die auch aus dem Süßwarenregal neben der normalen Ware in kürzester Zeit weg sein.

Das andere Display sind verschiedene Lebkuchen von Wicklein. Damit vom Grinch auch was auf dem Produkt bleibt, sind die Lebkuchen allesamt mit giftgrünen Zuckerstreuseln bestreut. Wird schon werden – und außerdem ist es schön ironisch, ausgerechnet Weihnachtsprodukte mit diesem grünen, weihnachtsmuffeligen Wesen zu bedrucken. :-)


Das bessere Ende der Waffel

Beim Blick in eine (abgelaufene und daher offen im Aufenthaltsraum stehende Packung Bahlsen "Favorite Collection" blieb ich gestern an ein paar kleinen Schokoröllchen hängen. "Waffeletten Minis" heißen sie und offenbar gibt es sie auch schon seit einigen Jahren – nur an mir waren sie bislang vollkommen unbemerkt vorbeigerollt vorbeigegangen.

Dabei ist die Idee eigentlich geradezu revolutionär: Von den klassischen Waffelröllchen (bei Bahlsen heißen sie Waffeletten) wurde einfach nur die Schokoladenseite genommen und zum eigenständigen Produkt erklärt. Keine lange, weitgehend unschokolierte Waffelstrecke mehr, durch die man sich erst pflichtbewusst hindurchknabbern muss, bevor endlich die schokoladige Belohnung beginnt.

Bahlsen hat damit wahrscheinlich die Gebete all jener Kunden erhört, die bei einer normalen Waffelette schon immer dachten: "Kann ich bitte gleich das bessere Ende haben?"

Mit mehreren Jahrzehnten Verzögerung ist nun dieses geradezu revolutionäre Produkt auf dem Markt. Man nimmt einfach das beste Stück eines vorhandenen Produkts und verkauft es separat. Fortschritt kann so einfach sein. Nur eine Frage bleibt ungeklärt: Warum gibt es das Produkt zwar grundsätzlich, aber offenbar nicht hier in Deutschland?

Man wird doch nicht jedes Mal eine ganze Packung Favorites kaufen müssen, nur um vier dieser kleinen Röllchen zu bekommen? :-P


Bunt statt gruselig!

In ein paar Wochen ist ja auch schon wieder Halloween. Im Handel heißt das, wir können entsprechend dekorierte Produkte, vor allem Süßwaren und Schokolade bestellen. Aber seit einer Weile ist es nicht nur Halloween – der mexikanische "Día de los Muertos" wird auch bei uns immer sichtbarer. Bunte Totenköpfe, Blumen, Skelette und reichlich Dekoration stehen inzwischen ganz selbstverständlich neben Kürbissen, Spinnweben und Plastikfledermäusen. Manche finden das vielleicht einfach nur "süß", so wie vor einigen Jahren die Subkultur der Emos auch mit "verniedlichten" Symbolen (Totenköpfe mit Schleifchen, pinkfarbene Totenköpfe etc.) aufgetreten ist.

Aber dabei ist der Tag der Toten eigentlich keine Art "mexikanisches Halloween". Während wir (inzwischen, das war vor einigen Jahren ja auch noch weniger) am 31. Oktober mit Gummispinnen und schlecht sitzenden Vampirzähnen das Gruseln üben, erinnern Familien in Mexiko am 1. und 2. November liebevoll an ihre Verstorbenen. Mit geschmückten Altären, Essen, Musik und der Vorstellung, dass die Toten für kurze Zeit zu Besuch kommen.

Dabei ist das sogar eine ausgesprochen sympathische Art des Gedenkens: Farbenfroh, lebensbejahend und ohne die bei uns übliche Verpflichtung, dabei möglichst betroffen auf einen moosüberwucherten Grabstein zu schauen. Natürlich ist jeder Verlust hart, aber man kann ihn auch nicht wieder umkehren – warum nicht also das Beste daraus machen? Man muss ja nicht, man kann, dazu soll deswegen ja niemand weniger trauern oder seine Trauer verbergen. Es muss ja bei den Feierlichkeiten nicht gleich wie das Ma'Nene-Fest der Toraja enden.

Natürlich haben "wir" ("wir" Nicht-Mexikaner) daraus inzwischen vor allem Dekoware gemacht. Andere Kulturen feiern ihre Ahnen und wir kaufen hier Totenköpfe mit Glitzer um so zu tun, als würden wir unsere Ahnen feiern. Aufgrund der Nähe zu Halloween gibt es natürlich die passenden Grusel-Süßwaren und genau die (in Halloween und auch Dia-de-los-Muertos-Optik) habe ich nun einfach selber mal aufstellerweise bestellt.

Bin gespannt, ob es funktioniert – in ein paar Wochen wissen wir mehr.