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Weißes Pferd auf Apfelmus

Eine Kundin reklamierte ein Glas Apfelmus, das sie bei uns gekauft hatte. Der Inhalt war stark verschimmelt, was wohl auf eine kleine Beschädigung im Deckel zurückzuführen ist. Die Stelle sieht nach einem Sturzschaden aus, wodurch das Glas Luft gezogen hat.

"Ich will kein neues, ist schon okay so. Kann ja passieren."

Da es sich dabei um ein relativ teures Bio-Apfelmus handelte, und wir das einfach nicht mit unserem Gewissen vereinbaren konnten, schlug mein Mitarbeiter folgendes vor: "Ich drücke Ihnen dann ein Zwangsglas auf."

War dann auch okay für die Kundin. :-)

Schokoriegel

Ich stolperte über eine Aussage im "Schokoriegel"-Eintrag in der Wikipedia. Ferrero soll mit 28,3 % Marktanteil auf Platz zwei der Schokoriegel-Hersteller sein. Beim Begriff "Schokoriegel" hat wohl jeder erst mal die Produkte vom Marktführer vor Augen: Mars, Snickers, Raider Twix, Banjo, aber natürlich auch Lion, Daim, Wunderbar, Kitkat, Bahlsen Pick Up, Caramac, Mr. Tom und wie sie alle heißen …

Erster Gedanke: Was stellt Ferrero überhaupt für Schokoriegel her? Auf den ersten Blick ist das Schokoriegel-Sortiment bei Ferrero nämlich sehr überschaubar: Duplo und "Kinder Riegel".

Aber damit ziehen die doch nicht ein Drittel des ganzen Schokoriegel-Anteils ab? Bei genauerer Betrachtung hat aber auch Ferrero noch einige Artikel mehr zu bieten: Es gibt Duplo mittlerweile in mehreren unterschiedlichen Variationen und aus der "Kinder"-Serie den Riegel und Bueno. Dann gibt es noch ein paar Produkte, die ich zwar nicht als "Schokoriegel" verbuchen würde, die aber u.U. mit in dem Anteil aufgeführt werden: Délice, Milschschnitte, Pingui, Maxi King, Kinder Country und Happy Hippo.
Das schon dann schon einige Produkte und wenn man sich dann vor Augen hält, dass Ferrero im Grunde nur Renner im Sortiment hat, ergibt sich der Rest im Grunde von alleine.

28,3%. Die Wette hätte ich ernsthaft verloren.

Bio-Pumpernickel

Eine Kundin suchte Bio-Pumpernickel und sprach dazu eine Kollegin an, die ihr die eine Sorte, die wir im Angebot haben, zeigte. Das Brot ist haltbar bis zum 16. Januar 2018.

Der Frau war das zu kurz: "Oh, das ist ja nicht mehr so lange."

Kollegin: "Naja, heute ist der elfte Dezember.

Die Kundin korrigierte: "Der Zwölfte!" und ergänzte: "Aber das ist so viel Brot, das schaffe ich alles gar nicht bis dahin."

"Wie viel Brot essen Sie denn so? Notfalls könnten sie ja auch die eine Hälfte einfrieren, das ist überhaupt kein Problem."

"So zwei bis drei Scheiben am Tag."

"Aber da sind doch nur neun Scheiben drin, dann ist das Brot doch noch bis zum Wochenende alle."

"Meinen Sie wirklich?!"

Sie hat das Brot dann erstaunlicherweise tatsächlich gekauft …

DEF!!!

Eine Kundin sprach uns etwas panisch darauf an, dass eine unserer (neuen Sydney-) Tiefkühltruhen auftauen würde. Überall an den Innenwänden sei Wasser und auf der Anzeige würde auch defekt stehen.

Vielen Dank für den Hinweis. Es ist wirklich schön, wenn Leute aufmerksam sind. Letztendlich war das aber alles gar nicht so dramatisch. "Def" steht für "defrost", was der automatische Abtauvorgang der Sydney-Truhen ist. Und wie es so ist, tropft dann das Eis an den Innenwänden in Form von Wassertropfen nach unten.

Alles in Ordnung. :-)


Ekelig

Eine Flasche ist weiter hinten im Leergutautomaten liegengeblieben, allerdings noch im für die Kunden sichtbaren Bereich.

Ich scherzte: "Ach, einfach wieder rausholen, da kann nichts passieren."

Kunde: "Ich fass' da bestimmt nicht rein!"

"Da sind aber keine nennenswerten mechanischen Komponenten drin, die einem was tun könnten. Ist wirklich ungefährlich. "

"Aber ekelig."

Okay, 1:0 für den Kunden.

Rewe? Spar? Alles gleich!

Eine Kundin sprach eine Kollegin an und hatte ganz viele unterschiedliche Wünsche, die auf ganz vielen ausgeschnittenen Zettelchen zu finden waren, die sie in ihrer Tasche hatte. Unter anderem ging es um mehrere Artikel aus einer "2-für-1"-Aktion.

"Das haben wir nicht", sagte meine Mitarbeiterin.

"Warum haben Sie das nicht? Das ist doch beworben!"

"Zeigen Sie mal bitte her."

Meine Kollegin betrachtete die Schnipsel und kommentierte die Zettelchen "Das ist aber alles aus der Werbung von REWE."

"Ja, und? Das stand in der Zeitschrift xyz…"

"Da, sehen Sie, die Angebote gibt es in teilnehmenden REWE-Märkten."

"Aber da steht doch, dass es das hier gibt."

"Wir sind aber kein REWE!", meine Kollegin wurde ungeduldig.

Die Frau stapfte dann beleidigt ab. Sie bezahlte zwar einige Dinge an der Kasse, aber auch da moserte sie noch über die nicht vorhandenen Artikel aus dem Angebot herum…


Etwas später fanden wir diesen, von der Frau im Nudelregal vergessenen, Coupon aus ihrer mitgebrachten Sammlung:


Andere SPAR-Märkte haben aber..!

Finde ich ja immer wieder niedlich, wenn Kunden Produkte oder Serviceleistungen wollen, die es nicht mehr gibt oder auch noch nie gab, und sich dabei auf "andere SPAR-Märkte" berufen.

Ich bin zwar mit der Tanne hier in Bremen nicht ganz alleine – aber ich kenne immerhin die Strukturen dahinter und weiß, dass es in den "anderen SPAR-Märkten" vom Sortiment her prinzipiell genauso aussieht, wie bei mir.

Freundlich nicken und zustimmen. :-)

Kaufen und woanders kaufen!

Eine Frau rief an und wollte wissen, ob ein bestimmter Artikel bereits da wäre, der nach Aussage eines Mitarbeiters zu "Donnerstag oder Freitag" geliefert werden sollte. Dazu konnte ich spontan nur sagen, dass er, wenn er denn bestellt ist, erst morgen kommen würde, da der Freitag unser Liefertag ist. (Info am Rande: Mein Mitarbeiter hatte bestimmt nicht von Donnerstag geredet, da er die Abläufe hier genau kennt.)

Während ich mich durch unser Warenwirtschaftssystem klickte, erklärte ich ihr, dass ich einerseits nicht derjenige war, mit dem sie gesprochen hatte, und andererseits auch die Bestellung nicht gemacht habe, so dass ich mir jetzt erst mal einen Überblick verschaffen muss. Da warf sie ein: "Wenn der nicht bestellt ist, macht das nichts. Ich fahre sowieso morgen zu real,- und dann kaufe ich den da."

"Ah, Moment eben", sagte ich. "Ich gucke nach."

Gefunden. Alles klar, der Artikel ist zu morgen bestellt. Diese Information ignorierte die Anruferin in dem Moment aber komplett und erklärte mir einfach erneut, dass sie nun doch vorsichtshalber lieber zum real,- fahren würde.

Und dann noch Erfolg gehabt!

Irgendjemand hat um eine (wertlose) Einwegflasche das Etikett einer Mehrwegflasche gewickelt. Was die Leute nicht alles versuchen …

In diesem Fall hat unser Leergutautomat die Flasche aus irgendeinem Grund wohl als (Mehrweg-)Pfandflasche erkannt und angenommen. Ich konnte das nicht reproduzieren, der Kunde hatte wohl einfach Glück – und geht vermutlich jetzt davon aus, den Trick gefunden zu haben, Geld zu drucken. :-P

Traudl, du ruinierst mich …


Entlüftungsschlüssel?

Ein Kunde rief an und suchte einen Entlüftungsschlüssel für seine Heizkörper. Die Anfrage war durchaus ernst gemeint, aber in diesem Fall musste ich leider verneinen. Wir haben ja schon viel Zeugs, aber das wäre dann doch sehr speziell gewesen.

"Och", lachte er, "ich dachte ich versuch's erst mal bei euch, bevor ich zum Baumarkt fahre. Hätte ja klappen können."

Diesmal nicht, sorry. :-)

Übersehen

Ein Kunde kam zu mir: "Sind keine Brötchen mehr da???""

Ich entschuldigte mich für die Unannehmlichkeit und auch wenn es dem Kunden nicht mehr in dem Moment weiterhelfen konnte,warf ich schnell den Ofen an, wusch mir die Hände und bereite alles vor, um Brötchenrohlinge auf die Bleche zu legen. Damit ich die richtigen Mengen vorbereite, lief ich noch mal schnell nach vorne in den Laden, um zu gucken, was wir wirklich brauchen.

Überraschung: Da war ALLES voll!

Kunde: "Oh, das hab ich wohl übersehen."

Grrr …

Lehrstunde

(Aufgeschnappt von Gregor)

Zwei Kundinnen fragen mich nach Ginger Ale. Während ich sie hinführe, blökt ein Stammkunde von der Seite herüber: "Hey Gregor, was trinkt man zu Springer?"

Die eine der beiden Kundinnen springt zum Regal um den Ginger Ale herunterzuholen, die andere dem rufenden Kunden geradezu ins Gesicht: "ALLES! Zu Springer kannste alles trinken!"

Er: "Echt? Alles?"

Sie: "Jau, bei uns aufm Dorf isses das perfekte Gesöff zum Resteficken!"

Er: "Resteficken?"

Sie: "Dass man euch Stadtkindern alles erklären muss …"

Sie hakt ihn unter und sie gingen zu dritt aus dem Laden.