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Doofe Frage

Es ist schön, die Leute immer wieder mit belanglosen Kleinigkeiten zum Lachen bringen zu können. Eine Kollegin und ich unterhielten uns mitten im Laden, als ein Kunde auf uns zusteuerte: "Ich hab mal eine doofe Frage, haben Sie gelbe Säcke?"

Ich grinste: "Das ist ja mal eine doooofe Frage!"

Die Kollegin lachte und da der Herr mit der Antwort wohl ebenfalls am wenigsten gerechnet hatte, stieg er ebenfalls von Herzen lachend mit ein.

Er bekam natürlich postwendend die freundliche Info, dass er die einfach auf Anfrage bei uns an der Kasse bekommen kann.

Sowas kann man natürlich nicht bei jedem Kunden bringen. Wenn man die Leute aber schon als Kunden kennt oder aber zumindest vom Typ her abschätzen kann, ob sie den Witz verstehen werden, kann man mit sowas den Alltag schon mal etwas auflockern …

Sugar

Ein dunkelhäutiger Kunde ging mit konzentriertem Gesichtsausdruck durch die Gänge und suchte augenscheinlich etwas. Es wirkte, das kann ich mit vielen Jahren Berufserfahrung mit ziemlicher Sicherheit sagen, wie ein gezieltes Suchen.

Da Ines und ich gerade in der Nähe herumstanden, fragte ich daher, ob er etwas Bestimmtes suchen würde. Keine Reaktion.

"Versuch's mal auf Englisch", sagte Ines und ich versuchte es mit einem "Can I help you? Are you looking for something?" Der Mann drehte sich um und sagte erleichtert und mit einem Lächeln im Gesicht: "Sugar."

Na, damit konnten wir doch dienen. :-)

Tretroller im Eingang

Es steht übrigens mal wieder seit Tagen ein kleiner Tretroller hier im Eingangsbereich herum. Blaue Grundplatte mit grünen Felgen, ohne Akku. Merkt man das denn nicht? Wenn man auf so einem Fahrzeug zu uns kommt sollte es einem doch auffallen, wenn man dann zu Fuß wieder weggeht.

Also mir würde es auffallen. Aber ich bin vermutlich auch kein Maßstab für sowas.


Ja, was ist denn da so drin?

Mit einer guten Stammkundin kam ich ins Gespräch und während wir so über dieses und jenes Thema redeten, kam ich plötzlich auf das Phänomen mit den aufgerissenen Packungen im Regal mit Haushaltsfolien zu sprechen.

"Sowas macht doch keiner!", äußerte sie verwundert und ich antwortete nur knapp mit "Wetten? Lass uns mal gucken, ich würde mich sehr wundern, wenn da nichts herumliegt."
Wir gingen gemeinsam zum entsprechenden Regal und ich wurde nicht enttäuscht. Natürlich hatten irgendwelche Leute wieder die Packungen aufgerissen. Unserer Stammkundin fiel gleichermaßen vor Erstaunen und Unverständnis die Kinnlade runter.

Sind es auch wirklich Gefrierbeutel? Ja, sind es. Und es sind auch wirklich die "Genussfolie" (Aluminiumfolie und Backpapier kombiniert)? Sind es auch wirklich Frühstücksbeutel? Und ganz wichtig: Ist es auch wirklich Klarsichtfolie?

Wenn es doch bloß eine Möglichkeit gäbe, auf der Außenseite der Verpackungen entsprechend gestaltete Hinweise auf den Inhalt anzubringen …






Spackige Maske

Eine Kundin kommt immer wieder mit einer OP-Maske im Gesicht bei uns einkaufen. Zu Corona-Spitzenzeiten war der Anblick von Masken vollkommen normal, zunächst gab es welche aus Stoff, alternativ die einfach OP-Masken, später waren bekanntlich nur noch FFP2-Masken erlaubt.

Der ganze Zirkus als Pflichtprogramm ist nun zum Glück vorbei, aber es kommen immer noch vereinzelt Kunden freiwillig mit (meistens FFP2-) Masken bei uns einkaufen.

Eine ältere Kundin hat eine grüne OP-Maske, die sie immer wieder beim Einkaufen trägt. "Eine" OP-Maske ist in dem Fall wörtlich gemeint, denn ich glaube, sie benutzt tatsächlich immer nur die selbe Maske. So richtig grün ist sie auch nicht mehr, eher dominiert, vor allem im vorderen Bereich, so ein grünliches Grau-Braun. Oder anders ausgedrückt: Auch wenn diese Maske sie oder andere vor Corona oder welchen über Tröpfcheninfektion noch übertragbare Krankheiten schützen soll – der Ekelfaktor von dem Ding toppt alles.

Gänserillette

Ein Stammkunde suchte das Gänserillette, das diese Woche in der Werbung der Edeka zu finden ist. Dieses Produkt ist, neben anderen aus der Werbung, eines für die Bedientheke – eine solche haben wir bekanntlich nicht. Wir bemühen uns ja immer, auf unserer kleinen Fläche alle beworbenen Artikel darzustellen, aber was nicht geht, geht nicht.

Der Kunde trug es mit Fassung: "Ein Leben ohne Gänserillette ist möglich." :-)

Screenshot edeka.de (Fußnote: *Nicht in allen Filialen erhältlich.)

35 Euro unfreiwillige Spende

Ich staune immer wieder darüber, dass gerade Leute, die Leergut in großen Mengen zu uns tragen, es schaffen, den Leergutbetrag via Spendentaste für die Elefanten zu spenden. Ich hatte hier ja schon einmal ausführlich gezeigt, dass man ziemlich mutwillig agieren muss, um einen Pfandbetrag zu spenden. Oder vollkommen blindlings auf die Tasten drücken und dabei etwas Pech haben.

Der Mann, der auf diese Weise 35 Euro (!) gespendet hat, trug es mit Fassung.

Der gefundene Käse

Ein Mann löste nach dem Bezahlvorgang den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Er blieb brav stehen und half bei der Suche nach der Ursache für das Piepen. Es stellte sich heraus, dass ein Stück Hartkäse, das sich in einem Fach seines Rucksacks befand, dafür verantwortlich war. Originalverpackt, mit einem noch aktiven Sicherungsetikett versehen und auch bei uns im Sortiment zu finden.

Der Mann erklärte den anwesenden Kollegen, dass er den Käse vor ein paar Tagen auf der Straße gefunden haben will und beteuerte, dass er ganz sicher kein Dieb ist. Zum Beweis zückte er sogar aus eigenem Antrieb seinen Ausweis und ließ den Kollegen seine Personalien aufschreiben. Den Käse ließ er auch hier und sagte, dass er am nächsten Tag wiederkommen und seine Ware abholen wolle. Bis dahin sollte die Sache doch geklärt sein.

Als mir nun mein Mitarbeiter am nächsten Tag von dem Vorfall berichtete, lachte ich spöttisch auf. "Klar, er lässt seinen Käse einfach so ohne Diskussion hier", da ist er nicht der erste Ladendieb der sich so bereitwillig von "seinem Eigentum" trennt. Und die Ausrede, dass er den Käse gefunden haben will, ist ja ohnehin mehr als seltsam. Wer sammelt denn irgendwo auf der Straße ein Stück Käse auf? "Wo gefunden? Bei uns im Kühlregal?", lachte erst ich und dann lachten wir beide.

Wir hatten ja seine Personalien und so sondierte ich die Videoaufzeichnung gründlich. Wenn das eindeutig zu sehen ist, kann ich den Diebstahl zur Anzeige bringen, das Beweisvideo könnte ich der Polizei dann gleich mitliefern – und so begann ich, mir die Videoaufzeichnung von seinem Besuch hier im Markt minutiös durchzusehen.

Kurz: Der Mann hatte nicht gelogen – zumindest nicht hinsichtlich seiner Aussage, dass der Käse nicht von uns war. Was ich nun davon halten soll, dass er das Stück irgendwo auf der Straße gefunden hat und er diesen dann auch noch mehrere Tage in seinem Rucksack spazieren trägt, weiß ich auch nicht so genau.

Alkoholgehalt und Altersfreigabe

Aktuell haben wir mal wieder einen Aufsteller mit fertigen Cocktails von Cocktail Plant hier im Markt stehen. Zufällig bekam ich ein Gespräch zwischen zwei jungen Frauen mit, die sich darüber wunderten, dass die Cocktails erst ab 18 Jahren erworben werden dürfen, obwohl sie doch gar nicht so viel Alkohol enthielten.

Die beiden nahmen es mir nicht übel, dass ich mich einfach mal eingemischt und den Erklärbär gespielt habe. Sie nahmen die Infos interessiert zur Kenntnis und freuten sich darüber. (Und falls doch nicht, dann spielten sie die Freude zumindest ganz gelungen.)

Es kommt nämlich nicht auf den Alkoholgehalt an, sondern darum, woher der Alkohol in einem Getränk stammt. Bier und Wein dürfen ab 16 Jahren verkauft werden, Spirituosen / Branntwein dagegen erst ab 18 Jahren.

Einen guten Rotwein mit 15,5% vol. dürfte also ein Minderjähriger kaufen, einen Cocktail, der zwar vielleicht nur 8% enthält, die aber durch Branntwein ins Produkt gelangt sind, dagegen nicht.

Klingt komisch, aber so ist es nun mal geregelt.

Darf ich einen ganzen Topf kaufen?

Ein Kunde sprach Ines an und wollte wissen, ob er bei uns auch frischen Basilikum bekommen kann. "Selbstverständlich", antwortete sie und zeigte ihm in der Gemüseabteilung unsere Platzierung mit den Kräutertöpfen.

Der Mann freute sich und fragte schließlich begeistert wie schüchtern, ob er wohl so einen ganzen Topf kaufen dürfe.

Er durfte selbstverständlich, denn das ist ja nun genau der Weg, wie diese Kräutertöpfe bei uns überhaupt verkauft werden – aber erstaunlich, dass er das Konzept mit den frischen Kräutern im Topf so gar nicht kannte.

Arbeit

Eine ältere Kundin sprach mich eben mitten im Laden an: "Entschuldigen Sie, dass ich sie bei Ihrer Arbeit störe, aber ich brauche da mal Hilfe, ich komme da an ein Produkt ganz oben im Regal nicht an."

Ich lächelte Sie an und sagte, während ich sie begleitete: "Alles gut, Sie sind meine Arbeit. Ich bin schließlich hier, um zu helfen."

Im Nachhinein hatte ich die Sorge, dass sie es so aufgefasst haben könnte, dass Sie mir Arbeit (im Sinne von Mühe) macht und unbequem ist. Aber da denke ich hoffentlich zu pessimistisch.

Harte Tür

Unsere Schranke öffnete sich für einen Kunden nicht. Eventuell stand irgendetwas im falschen Moment davor oder er hatte sich dem Sensor von der falschen Seite genähert, ich weiß es nicht. Jedenfalls stand der Mann etwas irritiert davor und fuchtelte mit den Händen hin und her.

Ich hatte das zum Glück mitbekommen und rief ihm zu, dass er einfach noch einmal einen Meter zurück und dann erneut auf die Schranke zugehen soll. Er tat es und der Durchgang wurde freigegeben. "Die lässt wohl nicht jeden rein", scherzte der Kunden.

"Nee!, bestätigte ich ihm, "Wir haben die härteste Tür der Stadt!"

So schön, die Leute zum Lachen zu bekommen. :-)

Don't drink and drive! ;)

Ich war gerade dabei, einen Rollbehälter voller Bio-Wein zu verräumen, als eine sehr alte Kundin mit Rollator in den Gang mit Alkohol einbog, sich eine Flasche Wodka nahm und zur Kasse weiterfuhr.

Nur wenige Sekunden später bog eine andere Kundin, ebenfalls mit einem Rollator ausgestattet, in den Gang ein und nahm sich nach ein paar Augenblicken des Orientierens eine Flasche Likör aus dem Regal und ging auch damit zur Kasse.

Ich sehe sie alle schon in Schlangenlinien nach Hause rollen. :-P

Ned Flix

Ein junger Mann stand etwas verloren an der Lagertür und bat um Hilfe. Er hatte bei uns eine Netflix-Guthabenkarte gekauft und war etwas überfordert damit, das Guthaben seinem Konto zuzuführen.

Ich ging zu ihm hin und erklärte so langsam, dass er die einzelnen Schritte an seinem Smartphone nachvollzeiehn konnte: "Geh in die Netflix-App, dann in deine Account-Einstellungen …"

Den Hinweis, dass er dann auf den Menüpunkt "Guthaben aufladen" (oder so ähnlich) gehen kann, bekam er gar nicht mehr, dann nach "Account-Einstellungen" unterbrach er mich: "Ich habe keinen Netflix-Account."

Joah, das machte es für den Augenblick geringfügig komplizierter.

Ich sagte ihm, dass er den Account erst einmal anlegen muss, das aber besser in Ruhe zu Hause erledigen solle. Das wollte ich ihn, ohnehin gerade hoffnungslos überfordert, nicht auch noch zwischen Tür und Angel machen lassen.

Die Beleidigung der heiligen Sahne

Ein Kunde sprach mich im Laden an, er suchte Sprühsahne.

Da konnte ich unkompliziert helfen: Das gewünschte Produkt stand nämlich in Sichtweite hinter ihm und so machte ich mit einem Arm eine zeigende Geste, während ich ihm erklärte, dass wir dort eine große Auswahl hätten. Markenprodukt und Eigenmarke, fettarm, laktosefrei und sogar eine vegane Sprühsahne sei dabei.

Das Wort "vegan" hat den guten Mann wohl getriggert und tiradenartig klärte er mich geradezu hasserfüllt darüber auf, dass es "vegane Sahne" gar nicht geben kann, da Sahne grundsätzlich aus Milch besteht und nicht aus irgendwelchen Ersatzprodukten.

Es war aber auch sehr leichtsinnig von mir, diesen Ausdruck zu verwenden. "Vegane Sahne" gibt es genau wie "Erdbeermarmelade" schließlich gar nicht. Höre ich da gerade Protest, weil ihr euch jeden Morgen Erdbeermarmelade aufs Brötchen schmiert? Nun, lebensmittelrechtlich muss "Marmelade" aus Zitrusfrüchten bestehen. Bei Erdbeeren hat man "Erdbeerkonfitüre" oder qualitativ weniger anspruchsvoll "Erdbeerfruchtaufstrich" vor sich. Aber "Erdbeermarmelade" sagt trotzdem jeder, auch wir hier auf der Fläche.