Ein Stammkundenpärchen hatte Leergut im Wert von etwas über acht Euro abgegeben. Offenbar gab es wohl ein Problem mit dem Automaten und weil so ziemlich gar nichts mehr funktionierte, sagten sie, haben sie einfach auf allen Tasten herumgedrückt, die ihnen das Display unseres Rücknahmeautomaten angeboten hat.
Mit dem Ergebnis, dass sie das Geld als Spende für den REA e.V. verwertet haben.
Ich hab ihnen das Geld einfach so wieder von meinem privaten Geld ausgezahlt. Ich drücke sowieso mein ganzes Leergut auch immer als Spende in den Automaten, da kommt es auf die paar Euro nun auch nicht mehr an.
(War ein spontaner Einfall, die Attitüde könnte man aber für zukünftige Fälle, die mit Sicherheit kommen werden, einfach beibehalten …)
Nanu?
Ein Stammkunde, der seit Jahren immer eine bis zwei Kisten Bier pro Woche in seinem Fahrradanhänger gekauft hat, stellt plötzlich neben einer Bier- auch eine Limokiste in den Hänger.
Er wird doch wohl nicht krank sein?
Ein Stammkunden-Pärchen kam an die Lagertür und die beiden hielten eine gekaufte Guthabenkarte in der Hand und fragten, ob sie diese zurückgeben könnten. Nein, leider grundsätzlich nicht – und das sagen wir auch beim Kauf immer ausdrücklich. Ob das alle Kollegen machen, weiß ich nicht, aber zumindest einige fragen beim Verkauf jeglicher Guthabenkarten immer, ob ob das auch wirklich DIE Karte ist, die der Kunde haben möchte. Manchen Leuten gehen wir mit der Fragerei auf den Keks, aber wir betrachten das dennoch als Kundenservice. Ist die Karte gekauft und hat den Laden verlassen, gibt es kein Zurück mehr.
Diese Frage hat auch der Kunde zu hören bekommen, der an der Lagertür stand.
Diese Frage hat auch die Kundin zu hören bekommen, die an der Lagertür stand.
Nur waren sie beim Kauf nicht zeitgleich da und jeder von beiden meinte es gut und hat das fehlende Guthaben besorgt und so hatten sie nun schließlich zwei Aufladekarten. Sie waren zwar etwas zerknirscht, haben es aber zum Glück eingesehen.
Ich hab noch eine Blog-Notiz aus der Corona-Zeit gefunden. Es war zu der Zeit, als wir eine Einlassbeschränkung hatten und
jeder Kunde einen Einkaufswagen nehmen musste, damit die maximale Kundenanzahl im Markt kontrollierbar wurde.
Eine Kundin hatte sich eine Packung Eis aus einer der Tiefkühltruhen genommen und während sie mit der Packung im Arm quer durch den Laden ging, hatte eine Kollegin sie entdeckt und freundlich darauf hingewiesen, dass sie doch bitte einen Einkaufswagen nehmen soll.
Daraufhin drehte die Kundin um, marschierte durch den halben Laden zur Tiefkühltruhe zurück und legte die Eispackung wieder ordentlich in die Truhe. Dann ging die Frau in Richtung Eingang. Ich dachte schon, dass sie beleidigt ist und nun ohne Einkauf wieder gehen will. Aber da lag ich falsch:
Sie nahm sich einen der Einkaufswagen, schob diesen zur Tiefkühltruhe, nahm das erst eine Minute zuvor reingelegte Eis wieder aus der Truhe, legte es in den Wagen und setzte anschließend ihren Einkauf fort.
Warum sie das Eis für den Weg zum Eingang erst wieder in die Kühltruhe gelegt hatte, haben wir nie erfahren und werden es wohl auch nicht mehr.
Sonderbar aber.
Ein Kunde suchte eine bestimmte Sorte Staubsaugerbeutel, die wir über unser Zentrallager nicht bekommen können und die auch nicht über unseren Lieferanten für Haushaltswaren lieferbar sind.
Nachdem wir ihm das sagten, gab er meinem Mitarbeiter noch den Tipp, dass wir uns das mit der Einlistung unbedingt doch noch einmal überlegen sollten. Immerhin hätten wir ihn dann auf jeden Fall als regelmäßigen Kunden.
Hören die Leute eigentlich auch mal zu???
Wisst ihr, was ein Zählbrett ist? Nein? Ich zitiere mal aus der
Wikipedia:
Ein Münzbrett […] ist ein offener Kasten (»Brett«), in welchem Geldmünzen verschiedener Nennwerte und Größen sortiert werden können, wodurch Zählen und Berechnen des Gesamtwertes der Münzen vereinfacht werden.
Dass mein intuitives Verstehen technischer und logischer Zusammenhänge meist recht schnell greift, ist Fluch und Segen zugleich. Es erleichtert
mein Leben ungemein, sorgt aber auch unbeabsichtigt wie unbewusst immer wieder dafür, dass ich anderen, die nicht über diese Gabe verfügen, zu verständnislos begegne.
Wie weit ein Zählbrett durch seine reine Konstruktion und Beschriftung selbsterklärend ist, weiß ich nicht. Ich kann damit umgehen und bislang war mir noch niemand begegnet, der es ebenfalls nicht geschafft hat. Spätestens der Hinweis, dass dort Kleingeld einsortiert werden kann, sorgt für die geistige Starthilfe um hinter die Funktion eines Zählbrettes zu kommen.
Tzja …
Und dann war da diese eine Kundin in etwa meinem Alter, die angefragt hatte, ob sie bei uns Kleingeld wechseln dürfe. Sie hielt ein Plastiktütchen in der Hand, dessen Inhalt eine etwa zehn bis 15 cm durchmessende Kugel bildete. "Das müssten Sie aber bitte selber in ein Zählbrett einsortieren, sonst können wir das nicht annehmen", erklärte mein Mitarbeiter ihr. Sie nickte und bekam ein leeres Zählbrett mit auf den Weg. Eine unserer Tiefkühltruhen durfte sie als Arbeitsfläche nutzen und nach einer Weile, es war wohl fast eine halbe Stunde, kam sie wieder zum Lager und wollte ihren Schatz eintauschen.
Man kann nicht viel falsch machen, wenn man Münzen in ein Zählbrett einsortiert. Zu kleine Münzen in die großen Fächer sortieren und Lücken in den Einsätzen durch vergessene Münzen lassen dürften die einzigen nennenswerten Fehlerquellen sein. Die Kundin kombinierte beides großzügig, so dass ich zeitweise schon überlegte, ob sie die Funktion des Zählbrettes gar nicht verstanden und stattdessen ihr Sammelsurium einfach nur bestmöglich in die Einsätze hineingelegt hat. Kaum zu glaube, aber wahr …
Im Laden lag in einem Gang auf dem Fußboden ein Leergutbon, der mit knapp sieben Euro Pfandwert auch nicht ganz klein war.
Laut aufgedruckter Uhrzeit war er rund 20 Minuten alt. Ich sah trotzdem schnell auf der Videoanlage nach. Mache Kunden lassen sich ja Zeit beim Einkauf oder treffen noch Bekannte und quatschen sich fest, aber in diesem Fall hatte die Kundin schon längt unseren Laden verlassen.
Sie hatte ein paar Kleinigkeiten eingekauft und wohl auch an der Kasse war ihr nicht aufgefallen, dass sie noch den Leergutbon hätte einlösen können. Sie hatte den Verlust offenbar nicht einmal bemerkt, denn sie suchte den Bon augenscheinlich gar nicht erst.
Ich kannte sie nicht als Stammkundin und nachdem sie auch im Laufe des Tages nicht mehr wiederkam, steckte ich den Bon zugunsten der Elis in Afrika in unsere Spendenbox.
Eine Frau sprach einen Kollegin an, weil sie schon eine weile nach unseren vermeintlichen Eigenmarken-Produkten suchte: "Entschuldigung, ich finde überhaupt keine ja!-Produkte, können Sie mir weiterhelfen?"
Er konnte und klärte sie darüber auf, dass wir kein REWE-Markt sind und daher mit der hauseigenen Eigenmarke der REWE auch nicht dienen können. Und er erklärte ihr, dass wir die "gut & günstig"-Produkte der EDEKA hier in den Regalen stehen haben.
Damit wurde sie jedoch nicht glücklich, da sie ein paar ganz bestimmte Artikel suchte, die es in der Form wohl nur von "ja!" gibt. Ja, dann eben nicht.
Eine Frau rief bei uns im Laden an und wollte ein paar Waren nach Hause geliefert bekommen. Ich erklärte ihr wahrheitsgemäß, dass wir seit Jahren schon keinen Lieferdienst mehr hätten und wir zwar durchaus mal zwischendurch Ware in die unmittelbare Nachbarschaft bringen, aber diese nicht mehrere hundert Meter bis zu einer der nächsten Querstraßen liefern können. Vor allem deshalb nicht, weil wir das Personal dafür nicht übrig haben und nicht mal eben jemanden eine halbe bis ganze Stunde (mit zusammensuchen des Einkaufs) dafür abkommandieren könnten. Außerdem handelte es sich um Vogelfutter für Wildvögel – man soll zwar an seine gefiederten Freunde denken (bitte macht das!), aber als so dringend, dass ich nun alle Hebel dafür in Bewegung setzen würde, schien mir der Wunsch nicht zu sein.
Sie druckste herum und wirkte sehr unglücklich. Am nächsten Packtag rennen hier wieder ein Dutzend Mitarbeiter herum und so sagte ich ihr, dass wir das Freitag Vormittag schaffen müssten. Ich bin jedenfalls optimistisch, dass dann zwischendurch mal jemand die Zeit für eine Lieferung übrig haben sollte.
"Oh, das ist mir zu spät. ich dachte, sie können heute noch liefern oder morgen früh gleich", sprach die Anruferin und wirkte sehr enttäuscht dabei mit einer kleinen vorwurfsvollen Note. Zumindest bildete ich mir ein, diese rausgehört zu haben. Dabei hatte ich doch extra schon ganz am Anfang des Gesprächs erzählt, dass wir ausdrücklich keine Lieferungen mehr machen können, schon gar nicht spontan.
So kamen wir jedenfalls nicht zusammen und sie wollte dann doch spontan eine Nachbarin zu uns schicken. Auch gut.
Eine junge bis sehr junge Frau, vielleicht war sie auch sogar noch im Teeny-Alter, das war schwer abzuschätzen, hatte am frühen Morgen den Laden betreten. Das Mädchen war dünn, hatte lange, strähnige, dunkle Haare und machte barfüßig ihre Runde durch den Laden.
Radebrechend fragte sie plötzlich eine anwesende Kollegin, ob wir Schuhe hätten. Die Kollegin verneinte und die junge Frau, die in ihrer gesamten Erscheinung an Samara Morgan aus dem Film
(The) Ring erinnerte, schlich wieder genau so aus dem Laden, wie sie gekommen war.
Erst hinterher kam uns der Gedanke, ob das nur ein Halloween-Scherz zum falschen Zeitpunkt war, oder ob man da nicht sogar die Polizei oder das Jugendamt hätte informieren sollen.
Auf einem Bild der Videoüberwachungsanlage erkannte ich, dass eine Packung Nudeln aus dem Regal gefallen war nun nun vor dem Regal auf dem Fußboden lag.
Mehrere Kunden gingen achtlos daran vorbei und bevor noch einer auf die Packung tritt oder sie durch den Gang kickt (versehentlich oder absichtlich ist hier bei uns beides gleichermaßen möglich), stand ich vom Schreibtisch auf, um nach vorne zu gehen und sie selber aufzuheben.
Als ich um die Ecke ging und in den Nudelgang einbog, war eine junge Frau gerade dabei, die Tüte aufzuheben und wieder ins Regal zu stellen.
Ich bedankte mich mit einem Lächeln für ihre Aufmerksamkeit.
Warum ein Kunde frischen Rosenkohl, Tomaten und Porree in eine der Tiefkühltruhen gelegt hat, werden wir vermutlich nie erfahren. Falls es nicht eine gut gemeinte Dummheit gewesen ist ("möchte ich nicht haben, aber ich lege es besser in die Kühlung"), kann es eigentlich nur Mutwillen gewesen sein.
Verkaufen wollten wir die Produkte nicht mehr, aber sie haben dann Abnehmer im Kollegenkreis gefunden. Wir versuchen ja immer, zu retten, was zu retten ist …
Im Gespräch mit einem Kollegen wollte ein Kunde wissen, warum eine bestimmte Butter so "unanständig teuer" (knapp 4 Euro pro Packung) sei, verglichen mit unserer einfachen Eigenmarken-Butter zum Discountpreis.
Da ich selber auch gerade Butter zur privaten Verwendung brauchte, kam ich im richtigen Moment zu den beiden hinzu und hatte die Frage des Mannes daher gerade noch mitbekommen. Ungefragt mischte ich mich ein und antwortete: "Das ist eine gute Bio-Butter."
Reaktion des Kunden mit spöttischem Tonfall, der damit mutwillig Bioprodukte direkt ins Lächerliche zog: "Die andere ist auch Bio. Oder wird die künstlich hergestellt?"
Da ich absolut sicher bin, dass der Mann das ernst meinte, ersparte ich mir jeglichen Kommentar und ließ die beiden stehen. Da hätten auch keine Erklärungen hinsichtlich der Vorteile eines Bio-Produkts von einem kleineren Hersteller gefruchtet …
Ich ging schnellen Schrittes im Hauptgang von der Kasse in Richtung Lager, als eine Kundin, an der ich einen Augenblick zuvor vorbeigelaufen war, hinter mir herrief: "Hallo?! Können Sie mir sagen, wo der Reis steht?"
Ich hielt an und drehte mich um und musste in dem Moment schon schmunzeln. Ich hatte die Frau ja gesehen und sie stand, jetzt kommts, direkt vor unserem Regal mit Reis und Hülsenfrüchten. Ich lächelte und sagte: "Wenn Sie sich genau nach hinten umdrehen, haben Sie unsere gesamte Reisauswahl exakt vor der Nase."
Die Kundin drehte sich um ca. eine Vierteldrehung nach links und trabte dann im Hauptgang nach vorne in Richtung Toilettenpapier. Natürlich konnte ich sie damit nicht auflaufen lassen und habe ihr dann ganz klassisch den Weg zum Reisregal gezeigt.
… und dann war da noch der Kunde, dem eine große Dose Bier heruntergefallen war und die dabei ein kleines Loch bekommen hatte. Aus diesem schoss das Bier nun in einem Strahl heraus. Er flitzte mit der Dose nach hinten zum Leergutraum und stopfte die kaputte Dose einfach in den Müllsack und rannte wieder nach vorne.
Durch das Stopfen hatte er den Sack aus der Halterung gerissen, so dass er schief hing. Augenblicke später kullerte die Dose aus dem Sack heraus, fiel auf den Fußboden und dadurch schoss die Fontäne nun in noch stärkerem Strahl aus ihr heraus.
Zum Glück hatte ich das aus dem Augenwinkel mitbekommen und konnte die Situation halbwegs retten. Aber ein paar Fragezeichen bleiben.
1. Warum wirft man überhaupt einfach eine Ware (auch beschädigt), die einem nicht gehört, ohne weitere Kommunikation in den Müll?
2. Dass die Dose bepfandet ist und der Pfandwert so ebenfalls im Müll gelandet wäre, kam bei dem Mann offenbar ebenfalls nicht an.
3. Eine Dose, aus welcher der Inhalt in einer Fontäne herausspritzt oben auf einen Müllsack zu legen, ist unabhängig von allem anderen reichlich merkbefreit.