Ein Kunde hatte zu Weihnachten einen Gutscheingold-Geschenkgutschein im Wert von 100 Euro bekommen. Gekauft wurde er von dem Schenkenden vor Weihnachten bei uns, der mitgebrachte Kassenbon verriet das Datum, die Summe und um welches Produkt es sich handelt.
Nur wo er den Gutschein einlösen kann, steht nicht auf dem Bon drauf. Den Ausdruck aus unserem Kassensystem hatte er ordentlich gefaltet in einem kleinen Briefumschlag bekommen.
Aber um in Erfahrung zu bringen, wo er damit einkaufen konnte, war er hergekommen. Als ich ihm erklärte, dass das auf der kleinen Karte steht, guckte mich der Mann mit großen Augen an und zuckte irritiert mit den Schultern: "Ich habe keine Karte, nur diesen Bon."
Das war der Punkt, an dem wir auch nicht weiterhelfen konnten. Ich zeigte ihm zwar noch an den noch bei uns im Verkauf befindlichen Karten, bei welchen Einlösepartnern er damit bezahlen könnte, aber ohne die Karte mit der PIN wird das nichts.
Also entweder hat ihm da sein Bekannter einen gemeinen Streich gespielt oder der hat (im schlimmsten Fall) die Karte einfach entsorgt, weil er dachte, dass die Seriennummer derselben, die auch auf dem Kassenbon steht, ausreichend ist. Das wäre bei einer so hohen Summe echt bitter.
Ein offenbar reichlich alkoholisierter Mann hatte Leergut abgegeben und war dann mit einem Zwischenstopp am Bierkühlschrank zur Kasse gegangen gewankt.
Der Weg hätte weniger lange gedauert, wenn er nicht schwankend die doppelte Wegstrecke hätte laufen und sich dabei ständig an den Regalen festhalten müssen. Aber immerhin hat er die Kasse ohne Sach- und Personenschäden erfolgreich erreicht.
Eine Frau rief an und wollte wissen, ob wir "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" im Sortiment hätten. Unter dem Namen nicht. "Von welchem Hersteller sind die denn?", wollte ich wissen.
Das konnte sie mir leider nicht sagen. Sie hatte nur noch ein Fragment der Vorderseite der Verpackung und außer der Beschreibung des Produkts waren keine weiteren Informationen vorhanden.
Eigentlich kenne ich unser Sortiment ganz gut, aber vorsichtshalber ging ich dann doch mit dem Telefon am Ohr in die Abteilung und guckte genauer hin. Wir haben einige Sorten Hafergebäck im Keksregal und dass keiner davon "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" hieß, hatte ich zumindest richtig in Erinnerung und auch meine Überprüfung brachte diesbezüglich keine neuen Erkenntnisse.
Ohne einen Hersteller / Importeur, einen Markennamen vielleicht oder im Idealfall den Strichcode auf der Verpackung konnte ich ihr leider auch nicht weiterhelfen. Sie hatte die Kekse bei einem anderen Edeka-Markt hier im Großraum gekauft und da hat man die ausgelistet und konnte oder wollte sie auch nicht mehr nachbestellen.
Ich sagte der Anruferin, dass die Informationen leider nur sehr vage sind und meine hellseherischen Fähigkeiten nicht ausreichen, um ihr irgendwie helfen zu können. Ich erklärte ihr, dass wir bei der Edeka mit vielen unterschiedlichen kleineren oder auch regionalen Herstellern oder Importeuren zusammenarbeiten, die von Markt zu Markt unterschiedlich sind oder sein können und die Chance, ein Produkt nur anhand einer Beschreibung wie "Vollkorn-Hafergebäck mit Haselnussstücken" genau
zu identifizieren, doch eher gering ist. "Vielleicht gibt es die Firma ja auch schon gar nicht mehr oder sie stellen genau dieses Produkt nicht mehr her", sagte ich. Wir versuchen ja wirklich immer, irgendwie zu helfen – aber die Batterien in meiner Glaskugel waren diesmal einfach leer.
Sie bedankte sich resigniert und wir verabschiedeten uns voneinander.
Silvester kam um 13:58 Uhr ein (nicht so guter) Stammkunde in den Laden, ging direkt zu den Artikeln, die er haben wollte und blökte dann sofort lautstark im ganzen Laden herum, dass man noch eine zweite Kasse aufmachen soll.
Es waren zwei Kassen offen und wir hatten nur noch die Kunden abgearbeitet, die noch im Laden waren. Auf den letzten Drücker noch reinzukommen, hinsichtlich des eigenen Lebenswandels ganz sicher keinen Stress zu haben und dann gleichermaßen unreflektiert und unfreundlich quer durch den ganzen Laden zu brüllen, müsste eigentlich schon ein Hausverbot rechtfertigen.
Eine Rechtfertigung hätte es natürlich nicht gebraucht, wir haben schließlich das Hausrecht. Das Hausverbot hat er nicht bekommen, er darf weiter rein und wir haben auch nie darüber geredet. Was Leute so im besoffenen Kopp von sich geben, ist schon manchmal echt unerträglich …
Es ist schön, die Leute immer wieder mit belanglosen Kleinigkeiten zum Lachen bringen zu können. Eine Kollegin und ich unterhielten uns mitten im Laden, als ein Kunde auf uns zusteuerte: "Ich hab mal eine doofe Frage, haben Sie gelbe Säcke?"
Ich grinste: "Das ist ja mal eine doooofe Frage!"
Die Kollegin lachte und da der Herr mit der Antwort wohl ebenfalls am wenigsten gerechnet hatte, stieg er ebenfalls von Herzen lachend mit ein.
Er bekam natürlich postwendend die freundliche Info, dass er die einfach auf Anfrage bei uns an der Kasse bekommen kann.
Sowas kann man natürlich nicht bei jedem Kunden bringen. Wenn man die Leute aber schon als Kunden kennt oder aber zumindest vom Typ her abschätzen kann, ob sie den Witz verstehen werden, kann man mit sowas den Alltag schon mal etwas auflockern …
Ein dunkelhäutiger Kunde ging mit konzentriertem Gesichtsausdruck durch die Gänge und suchte augenscheinlich etwas. Es wirkte, das kann ich mit vielen Jahren Berufserfahrung mit ziemlicher Sicherheit sagen, wie ein gezieltes Suchen.
Da Ines und ich gerade in der Nähe herumstanden, fragte ich daher, ob er etwas Bestimmtes suchen würde. Keine Reaktion.
"Versuch's mal auf Englisch", sagte Ines und ich versuchte es mit einem "Can I help you? Are you looking for something?" Der Mann drehte sich um und sagte erleichtert und mit einem Lächeln im Gesicht: "Sugar."
Es steht übrigens mal wieder seit Tagen ein kleiner Tretroller hier im Eingangsbereich herum. Blaue Grundplatte mit grünen Felgen, ohne Akku. Merkt man das denn nicht? Wenn man auf so einem Fahrzeug zu uns kommt sollte es einem doch auffallen, wenn man dann zu Fuß wieder weggeht.
Also mir würde es auffallen. Aber ich bin vermutlich auch kein Maßstab für sowas.
Mit einer guten Stammkundin kam ich ins Gespräch und während wir so über dieses und jenes Thema redeten, kam ich plötzlich auf das Phänomen mit den aufgerissenen Packungen im Regal mit Haushaltsfolien zu sprechen.
"Sowas macht doch keiner!", äußerte sie verwundert und ich antwortete nur knapp mit "Wetten? Lass uns mal gucken, ich würde mich sehr wundern, wenn da nichts herumliegt."
Wir gingen gemeinsam zum entsprechenden Regal und ich wurde nicht enttäuscht. Natürlich hatten irgendwelche Leute wieder die Packungen aufgerissen. Unserer Stammkundin fiel gleichermaßen vor Erstaunen und Unverständnis die Kinnlade runter.
Sind es auch wirklich Gefrierbeutel? Ja, sind es. Und es sind auch wirklich die "Genussfolie" (Aluminiumfolie und Backpapier kombiniert)? Sind es auch wirklich Frühstücksbeutel? Und ganz wichtig: Ist es auch wirklich Klarsichtfolie?
Wenn es doch bloß eine Möglichkeit gäbe, auf der Außenseite der Verpackungen entsprechend gestaltete Hinweise auf den Inhalt anzubringen …
Eine Kundin kommt immer wieder mit einer OP-Maske im Gesicht bei uns einkaufen. Zu Corona-Spitzenzeiten war der Anblick von Masken vollkommen normal, zunächst gab es welche aus Stoff, alternativ die einfach OP-Masken, später waren bekanntlich nur noch FFP2-Masken erlaubt.
Der ganze Zirkus als Pflichtprogramm ist nun zum Glück vorbei, aber es kommen immer noch vereinzelt Kunden freiwillig mit (meistens FFP2-) Masken bei uns einkaufen.
Eine ältere Kundin hat eine grüne OP-Maske, die sie immer wieder beim Einkaufen trägt. "Eine" OP-Maske ist in dem Fall wörtlich gemeint, denn ich glaube, sie benutzt tatsächlich immer nur die selbe Maske. So richtig grün ist sie auch nicht mehr, eher dominiert, vor allem im vorderen Bereich, so ein grünliches Grau-Braun. Oder anders ausgedrückt: Auch wenn diese Maske sie oder andere vor Corona oder welchen über Tröpfcheninfektion noch übertragbare Krankheiten schützen soll – der Ekelfaktor von dem Ding toppt alles.
Ein Stammkunde suchte das Gänserillette, das diese Woche in der Werbung der Edeka zu finden ist. Dieses Produkt ist, neben anderen aus der Werbung, eines für die Bedientheke – eine solche haben wir bekanntlich nicht. Wir bemühen uns ja immer, auf unserer kleinen Fläche alle beworbenen Artikel darzustellen, aber was nicht geht, geht nicht.
Der Kunde trug es mit Fassung: "Ein Leben ohne Gänserillette ist möglich."
Screenshot edeka.de (Fußnote: *Nicht in allen Filialen erhältlich.)
Ich staune immer wieder darüber, dass gerade Leute, die Leergut in großen Mengen zu uns tragen, es schaffen, den Leergutbetrag via Spendentaste für die Elefanten zu spenden. Ich hatte hier ja schon einmal ausführlich gezeigt, dass man ziemlich mutwillig agieren muss, um einen Pfandbetrag zu spenden. Oder vollkommen blindlings auf die Tasten drücken und dabei etwas Pech haben.
Der Mann, der auf diese Weise 35 Euro (!) gespendet hat, trug es mit Fassung.
Ein Mann löste nach dem Bezahlvorgang den Alarm der Warensicherungsanlage aus. Er blieb brav stehen und half bei der Suche nach der Ursache für das Piepen. Es stellte sich heraus, dass ein Stück Hartkäse, das sich in einem Fach seines Rucksacks befand, dafür verantwortlich war. Originalverpackt, mit einem noch aktiven Sicherungsetikett versehen und auch bei uns im Sortiment zu finden.
Der Mann erklärte den anwesenden Kollegen, dass er den Käse vor ein paar Tagen auf der Straße gefunden haben will und beteuerte, dass er ganz sicher kein Dieb ist. Zum Beweis zückte er sogar aus eigenem Antrieb seinen Ausweis und ließ den Kollegen seine Personalien aufschreiben. Den Käse ließ er auch hier und sagte, dass er am nächsten Tag wiederkommen und seine Ware abholen wolle. Bis dahin sollte die Sache doch geklärt sein.
Als mir nun mein Mitarbeiter am nächsten Tag von dem Vorfall berichtete, lachte ich spöttisch auf. "Klar, er lässt seinen Käse einfach so ohne Diskussion hier", da ist er nicht der erste Ladendieb der sich so bereitwillig von "seinem Eigentum" trennt. Und die Ausrede, dass er den Käse gefunden haben will, ist ja ohnehin mehr als seltsam. Wer sammelt denn irgendwo auf der Straße ein Stück Käse auf? "Wo gefunden? Bei uns im Kühlregal?", lachte erst ich und dann lachten wir beide.
Wir hatten ja seine Personalien und so sondierte ich die Videoaufzeichnung gründlich. Wenn das eindeutig zu sehen ist, kann ich den Diebstahl zur Anzeige bringen, das Beweisvideo könnte ich der Polizei dann gleich mitliefern – und so begann ich, mir die Videoaufzeichnung von seinem Besuch hier im Markt minutiös durchzusehen.
Kurz: Der Mann hatte nicht gelogen – zumindest nicht hinsichtlich seiner Aussage, dass der Käse nicht von uns war. Was ich nun davon halten soll, dass er das Stück irgendwo auf der Straße gefunden hat und er diesen dann auch noch mehrere Tage in seinem Rucksack spazieren trägt, weiß ich auch nicht so genau.
Aktuell haben wir mal wieder einen Aufsteller mit fertigen Cocktails von Cocktail Plant hier im Markt stehen. Zufällig bekam ich ein Gespräch zwischen zwei jungen Frauen mit, die sich darüber wunderten, dass die Cocktails erst ab 18 Jahren erworben werden dürfen, obwohl sie doch gar nicht so viel Alkohol enthielten.
Die beiden nahmen es mir nicht übel, dass ich mich einfach mal eingemischt und den Erklärbär gespielt habe. Sie nahmen die Infos interessiert zur Kenntnis und freuten sich darüber. (Und falls doch nicht, dann spielten sie die Freude zumindest ganz gelungen.)
Es kommt nämlich nicht auf den Alkoholgehalt an, sondern darum, woher der Alkohol in einem Getränk stammt. Bier und Wein dürfen ab 16 Jahren verkauft werden, Spirituosen / Branntwein dagegen erst ab 18 Jahren.
Einen guten Rotwein mit 15,5% vol. dürfte also ein Minderjähriger kaufen, einen Cocktail, der zwar vielleicht nur 8% enthält, die aber durch Branntwein ins Produkt gelangt sind, dagegen nicht.
Ein Kunde sprach Ines an und wollte wissen, ob er bei uns auch frischen Basilikum bekommen kann. "Selbstverständlich", antwortete sie und zeigte ihm in der Gemüseabteilung unsere Platzierung mit den Kräutertöpfen.
Der Mann freute sich und fragte schließlich begeistert wie schüchtern, ob er wohl so einen ganzen Topf kaufen dürfe.
Er durfte selbstverständlich, denn das ist ja nun genau der Weg, wie diese Kräutertöpfe bei uns überhaupt verkauft werden – aber erstaunlich, dass er das Konzept mit den frischen Kräutern im Topf so gar nicht kannte.
Eine ältere Kundin sprach mich eben mitten im Laden an: "Entschuldigen Sie, dass ich sie bei Ihrer Arbeit störe, aber ich brauche da mal Hilfe, ich komme da an ein Produkt ganz oben im Regal nicht an."
Ich lächelte Sie an und sagte, während ich sie begleitete: "Alles gut, Sie sind meine Arbeit. Ich bin schließlich hier, um zu helfen."
Im Nachhinein hatte ich die Sorge, dass sie es so aufgefasst haben könnte, dass Sie mir Arbeit (im Sinne von Mühe) macht und unbequem ist. Aber da denke ich hoffentlich zu pessimistisch.