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Akustisch dichtgepflastert!

Ein junger Mann stand vor dem Leergutautomaten und gab einige Flaschen ab. Da ich gerade an unserem Konica-Minolta-Multifunktionsgerät stand und einige Seiten einscannte, bekam ich mit, dass der Automat eine Flasche verweigerte, die er eigentlich nehmen sollte.

"Die sollte er eigentlich nehmen, ich gucke mir das gleich mal an", rief ich ihm aus den wenigen Metern Entfernung zu und eigentlich hätte er es auch hören müssen und selbst wenn er der Sprache nicht mächtig gewesen wäre, so hätte er doch irgendwie reagieren sollen. Noch während ich sprach, zog er seinen Leergutbon, drehte sich um und warf im Weggehen die Flasche, die der Automat zuvor nicht annehmen wollte, achtlos in den Mülleimer. Ich rettete sie zunächst von dort und stellte sie neben die Leergutkasse.

Ein paar Minuten später sah ich, als der Kunde die Kapuze seines Hoodies zurückschlug, dass er darunter noch Kopfhörer trug. Ich vermute, es war keine Sprachbarriere, der Kerl hat mich schlichtweg nicht gehört. Wer sich bewusst dafür entscheidet, keine Kommunikation von außen zuzulassen, wird es mir wohl auch nicht übel nehmen, wenn ich den Pfandwert der Flasche an die Elefanten spende – und so geschah es dann.

Die verschwundene zwanzigste Flasche

"Schrödingers Bier" ist keine neue Marke auf dem Biermarkt, sondern ein bei uns geschaffenes, physikalisches Phänomen: Die zwanzigste Flasche aus einer Beck's-Kiste war gleichzeitig an der Kasse stehen geblieben und in der Tasche einer Kundin verschwunden – bis zu dem Moment, in dem jemand die Videoaufzeichnung von dem Vorgang ansah.

Aber mal von vorne:

Eine Kundin hatte eine Kiste Bier mit 20 Flaschen gekauft. Da sie die Kiste aber nicht am Stück transportieren konnte, füllt sie die Flaschen in Taschen um und ließ den Rahmen gegen die 1,50 € Pfanderstattung zurück – eigentlich ein völlig alltäglicher Vorgang.

Etwas später rief sie hier an. Zu Hause hatte sie nämlich festgestellt, dass sie nur neunzehn Flaschen mitgenommen hatte. Die fehlende Flasche müsse wohl an der Kasse stehen geblieben sein, mutmaßte sie. Vermutlich, das war jedenfalls ihre Vermutung, handelte es sich dabei um die Flasche, welche sie meinem Mitarbeiter zum Scannen gegeben hatte. Offenbar hatte sie die Flasche danach nicht wieder eingepackt – und selbstverständlich sollen wir ihr diese nun aushändigen.

Das wäre grundsätzlich sogar nachvollziehbar. Es bleibt ja tatsächlich gelegentlich etwas an der Kasse liegen und es ist auch eigentlich noch nie ein Problem gewesen.

Da sich niemand an eine zurückgelassene Bierflasche erinnern konnte, musste in diesem Fall ein Blick in die Videoaufzeichnung nachhelfen. Darauf ist netterweise mit absoluter und vollkommen zweifelsfreier Sicherheit zu erkennen, wie die Kundin nach dem Bezahlvorgang die Flasche zurück in die Kiste steckte und schließlich am Packtisch eine Flasche nach der anderen aus dem Beck's-Kasten nahm und in ihre Taschen packte. Insgesamt zwanzig Stück. Keine einzige blieb auf dem Kassenband zurück, keine Flasche verblieb einsam in dem grau-grünen Kunststoffrahmen und schon gar nicht machte sich später irgendeine Bierflasche selbständig auf den Weg zurück in die Getränkeabteilung.

Die Frau war danach noch einmal persönlich hier und hat von der Kollegin gesagt bekommen, dass wir ihr keine weitere Flaschen aushändigen werden, da sie definitiv ihre 20 Flaschen mitgenommen hatte. Die Kundin regte sich auf, erzählte etwas von schlechter Google-Bewertung und stapfte davon.

Später rief sie wieder an. Mein Stellvertreter ging ans Telefon und berichtete, was es zu berichten gab: Alle Flaschen mitgenommen, sie kann sich das Video auch gerne selber ansehen – aber von all dem wollte die Frau nichts wissen. Sie will hier zukünftig nicht mehr einkaufen, denn so muss man sich als Kunde nicht behandeln lassen.

Ich rätsle immer noch, an welcher Stelle das so eskaliert ist. Jetzt werden wir dafür bestraft, dass die Kundin irgendwo eine Flasche Bier verschludert hat. "Im Zweifelsfall für den Kunden", so arbeiten wir hier eigentlich immer, aber in diesem Fall gab es nun ganz und gar keine Zweifel auf unserer Seite. Ich hätte ihr beweisen können, dass sie sämtliche Flaschen eingepackt hat, aber das Video wollte sie ja gar nicht sehen.

Ich weiß auch nicht, manchen Leuten ist nicht zu helfen …

Geboxt

Eine Stammkundin stand in der Kassenschlange und geriet mit einem anderen Kunden aneinander. Was genau ursächlich für die Auseinandersetzung war, ist mir unbekannt. Ein Kollege sagte, der andere Kunde habe sie geboxt, in der Videoaufzeichnung sah es so aus, als hätte sie ihn versehentlich mit dem Einkaufswagen (wie kräftig auch immer) touchiert und er hätte nur reflexartig reagiert und sie dadurch weggeschubst. Im Nachgang ist das für einen Außenstehenden schwer zu beurteilen.

Die Kundin wollte sich noch bei mir beschweren, denn sie vertrat nach Aussage eines Kollegen die Ansicht, dass wir/die anwesenden Mitarbeiter sich einmischen und Partei hätten ergreifen müssen. Letztendlich dauerte die ganze Sache nur ein paar Augenblicke und was auch immer da passiert war, erwachsene Leute, die in der Lage sind, einzukaufen, sollten sowas auch selber regeln können. Notfalls hätten da ja noch Warentrenner und Sektflaschen auf dem Kassenband gelegen. Das wäre dann allerdings schon ein Grund für uns gewesen, einzugreifen. Notfalls tatsächlich auch durch einen Anruf bei der Polizei …

Ich bin ja immer froh, wenn sowas nicht eskaliert. Meistens gibt es innerhalb eines Supermarktes ja auch relativ wenig Konfliktpotential. Am häufigsten ist dabei aber tatsächlich das Gedränge und die Nähe in der Kassenschlange. Zu geringe Abstände, vor allem seit Corona, und mit einem Einkaufswagen von hinten angefahren werden sind definitiv die Top-Streitursachen.

Die günstige Nektarinenpackung

Eine Frau wollte eine 1kg-Schale mit Nektarinen kaufen. Diese spezielle Schale war jedoch mit einem roten Sonderpreisetikett ausgezeichnet und sollte auch nur noch einen Euro kosten. Der Grund dafür war im Inneren der Schale zu suchen: Eine der Nektarinen hatte die beste Zeit schon hinter sich und präsentierte sich an einer der Seiten mit einer matschig-braunen Stelle. Die anderen Früchte waren augenscheinlich in Ordnung und so war der halbe Preis für 10% Ausschuss wohl durchaus akzeptabel.

An der Kasse entdeckte sie schließlich das faule Ei die faule Nektarine in der Packung.

Da fing sie an, das Netz aufzureißen, das die Schale umgab, pflückte alles auseinander, holte die Nektarine mit der dunklen Stelle aus der Packung, lief in die Gemüseabteilung und holte sich eine neue Nektarine ohne Stellen. Das wäre bis dahin noch gar nicht weiter an dieser Stelle erwähnenswert gewesen, wenn sie dann nicht weiterhin darauf bestanden hätte, die Schale für einen Euro mitzunehmen.

Das hat meine Mitarbeiterin ihr jedoch zu recht verweigert und nach verbalem Hin und Her verließ die Frau gänzlich ohne Nektarinen den Laden wieder, dem sie nun ausschließlich Mühe gemacht hat …

Keine Ahnung

Eine ältere Frau war mit einem kleinen Mädchen im Grundschulalter, mutmaßlich ihre Enkeltochter, bei uns einkaufen. Ich stand gerade vor dem Brotregal und erledigte die große Ladenbestellung. Die Frau suchte etwas und noch bevor sie mich ansprechen konnte, teilte sie ihrer Enkelin mit: "Wir fragen den Mann da mal, ob der uns weiterhelfen kann."

Reflexartig und weil die meisten Kunden einen kennen und darüber lachen können, drehte ich mich zu ihr um, schüttelte demonstrativ den Kopf und grinste: "Ich habe überhaupt keine Ahnung hier."

"Schade", sagte die Frau, ließ im Gehen von mir ab und drehte sich in eine andere Richtung, um selber weitersuchen zu können.

Mit ein paar aufklärenden Worten konnte ich ihr dann begreiflich machen, dass das ein Scherz war und dass ich ihr hier arbeite und ihr natürlich helfen kann. Den gesuchten Artikel aus dem H-Milch-Regal hat sie dann auch mit meiner Hilfe gefunden, aber ich glaube, Zweifel hatte sie bis zum Schluss.

Meistens klappt unsere flapsige Art mit den Kunden ganz gut und lockert die Stimmung rund um den Supermarktbetrieb hier im Allgemeinen auf – da muss es wohl auch mal passieren, dass man dabei tief bis zum Ellenbogen ins Klo greift. :-P

Versuchte Merci-"Rückgabe"

Eine Kundin betrat den Laden und wollte eine Packung "Merci"-Schokolade zurückgeben, die sie woanders gekauft haben will.

Nee, so funktioniert das aber nicht. Wir kaufen unsere Ware nur im Großhandel. :-P

(Die Antwort war folglich ein fettes Nein.)

Dringend chilenische Produkte bestellen!

Eine Kundin suchte chilenische Produkte, die sie für einen Geschenkkorb verwenden wollte, da sie Besuch von einem Bekannten aus Chile bekommt.

Wir haben keine Produkte aus Chile im Sortiment.

Der ausdrücklich geäußerte Wunsch der Kundin war, diese Artikel bis Freitag Mittag bitte unbedingt ins Sortiment aufzunehmen.

Ähh, nein. Kundenwunsch hin oder her, so einfach geht das nicht. Da das die erste Anfrage dieser Art nach nun über 26 Jahren war, wird es auch weiterhin keine chilenischen Spezialitäten hier geben.

Dynamische Einkaufsliste

Zwei Jungs im frühen Teeny-Alter waren einkaufen und hatten eine kleine Einkaufsliste dabei. Sie brauchten etwas Hilfe und hatten mich angesprochen. Kein Problem, dafür bin ich ja da.

Der Schrift nach hatten sie die Liste nicht selber geschrieben. Die einzelnen Posten legten sie recht dynamisch aus und auch ich konnte nicht hellsehen, so dass sich ein Fragezeichen an das nächste reihte.

Beispiel 1:

"Sellerie" stand auf der Liste. Die beiden waren etwas ratlos und auch meine Frage, ob Knollen- oder Staudensellerie konnten sie nicht beantworten. (Es hätte ja im Zweifel sogar noch welcher aus der Konserve sein können, aber der ist nun eher ein gar nicht so gängiger Artikel.) Ob Knollen oder Stangen wussten sie nicht und haben sich dann spontan für den abgepackten Staudensellerie entschieden. 50:50-Chance auf einen Treffer.

Beispiel 2:

"Parmesan" stand auf dem Zettel. Da gab es wieder die Frage, ob am Stück oder gerieben. Letzterer ist bei uns sehr viel gängiger. Während wir noch rätselten zeigte der größere der beiden auf den geriebenen Edamer weiter oben im Regal: "Da, pack den ein."
Ich erklärte noch, dass das aber kein Parmesan ist, aber er zuckte nur mit den Schultern. "Ist egal." Na, denn …

Auch bei anderen Artikeln war die Liste eher eine grobe Orientierungshilfe, so dass ich kaum weiterhelfen konnte.

Dann sollten sie noch "frischen Basilikum" mitbringen. Ich drückte ihnen einen der Kräutertöpfe in die Hand und lachte: "Das war mal einfach und zum Glück auch eindeutig."

Sie haben den Basilikum letztendlich gekauft, aber nach all dem "egal, passt schon so" war es wirklich erstaunlich dass die Jungs dreimal von mir wissen wollten, ob das auch wirklich, wirklich Basilikum sei. Tzz …

Um im Trend zu bleiben hätten sie einen Topf Petersilie mitnehmen sollen. :-P

CO2-Zylinder-Hellseherei

Es klingelte an der Lagertür. Ein Kunde hatte den Knopf der Serviceklingel betätigt und da er einen (mutmaßlich) leeren CO2-Zylinder in der Hand hielt, wollte er diesen vermutlich gegen einen vollen austauschen.

Ein Kollege war gerade in der Pause und die beiden andern anwesenden Mitarbeiter an der Kasse beschäftigt. Also sprang ich beim Ertönen der Klingel auf und ging selber hin. Dass der Kunde da an der Tür mit einem Sodastream-Zylinder stand hatte ich auf dem Monitor der Videoanlage gesehen und so schnappte ich mir auf dem Weg nach vorne einen vollen Zylinder und hielt diesen schließlich dem Kunden fröhlich grinsend entgegen.

Dieser guckte etwas überrascht: "Haben Sie das gewusst?!?"

"Ach, nach dreißig Jahren in dem Job entwickelt man eine spezielle Mischung aus Intuition und hellseherischen Fähigkeiten, da hört man quasi schon am Klingeln, was jemand von einem will."

"Wow, echt kaum zu glauben", konstatierte der Kunde.

Ich grinste ihn an und zeigte nach oben in die Ecke über unserem Leergutautomaten: "... und dann ist da oben noch eine Kamera, die ganz ohne Magie mitgeholfen hat."

Es ist immer schön, Leute zum Lachen zu bringen. Das macht das Leben und auch den Arbeitsalltag doch sehr viel angenehmer.

"Beim SPAR"

Ich stand gerade in er Gemüseabteilung, als ein Kunde mit Handy am Ohr den Laden betrat. Er beendete das Gespräch mit den Worten "du, ich ruf' dich nachher wieder an, ich bin gerade beim SPAR rein."

"Beim SPAR!

"Beim SPAR!!!

Nach acht Jahren ohne die Tanne über der Tür. :-)

Selbststreiterei

Gedanken schießen einem bekanntlich in Sekundenbruchteilen durch den Kopf. Wie aus dem Nichts stritten plötzlich zwei oder mehrere Kunden oder Kundinnen so im Laden oder vielleicht auch vor der Leergutannahme, dass die Geräuschkulisse laut bis in mein Büro zu vernehmen war.

Panisch schreckte ich auf: Was ist da los? Prügeln sich da welche? Sollte ich oder überhaupt jemand aus dem Team eingreifen? Sofort die Polizei rufen? Und wenn die direkt handgreiflich werden oder vielleicht sogar Waffen dabei haben? Shit!

Da ich hier an oberster Stelle stehe und mich am wenigsten vor Problemen drücken sollte, ging ich pflichtbewusst und zügig in Richtung Laden.

Dort traf ich sage und schreibe eine Kundin an. Eine uns bekannte Frau um die 60, deren genaues Problem sich uns nicht erschließt, die aber schon durch so manches seltsames Verhalten hier auffällig geworden ist. Eine Kollegin tippt auf massive psychische Probleme, vielleicht Schizophrenie. Ich habe keine Ahnung, ich bin kein Psychiater.

Um zu sehen, was da vorher passiert war und ob sich der mutmaßliche Mob tatsächlich so schnell aufgelöst hatte, guckte ich mir die Videoaufzeichnung der vergangenen Minuten an.

Erkenntnis: Kein Mob, keine anderen Leute, kein Streit. Die Frau hat einfach nur mit sich selbst gestritten und dabei alles gegeben …

Warten auf den Bon

Eine Frau stand vor dem Leergutautomaten und bewegte sich nicht. Während ich auf meinem Weg zum Lager immer näher kam, stand sie weiterhin regungslos vor dem Automaten.

Offenbar gab es irgendein Problem und weil ich in so einer Situation immer zu helfen versuche, blieb ich stehen, als ich auf ihrer Höhe war und wollte gerade fragen, ob ich helfen könne, als der Automat den automatischen Bondruck startete. Sie griff danach und wollte sich gerade umdrehen, als ich mich einmischte und ihr sagte, dass sie mit einem Druck auf den gelben Button "Bon drucken" die Wartezeit umgehen könne.

Sie klärte mich auf, warum sie gewartet hatte: Natürlich wüsste sie auch, dass man einfach die Taste drücken kann, aber sie liebt diese Funktion mit dem automatischen Bondruck nach einer gewissen Wartezeit. So muss man nämlich nicht auf das dreckige Display fassen.

Mit der Aussage, dass es bei uns zum Glück nicht so schlimm ist wie in anderen Läden, zauberte sie noch ein kleines Lächeln in meinen Schädel. :-)

Die vermisste alte Kundin

Eine alte Stammkundin hatte vor Wochen ihr Portemonnaie vermisst. Sie war hundertprozentig sicher, es eingesteckt zu haben, aber auch mit aller Mühe an der Videoanlage ließ sich nicht herausfinden, ob sie es auch tatsächlich bei uns im Laden dabei hatte. Nie hielt sie es in den Händen und es war auch nie jemand so in ihrer Nähe, dass ein Taschendiebstahl anzunehmen gewesen wäre.

Die Kundin ging etwas geknickt nach Hause und wollte dort noch einmal in Ruhe nachsehen. Das ist nun einige Wochen her und obwohl sie sonst fast täglich bei uns war, haben wir sie seitdem nie wieder hier im Laden gesehen.

Wir können nichts daran ändern, aber ich gebe zu, dass man sich schon Gedanken macht. Die Option, dass sie plötzlich umgezogen ist, würden Ines und ich jedenfalls gleichermaßen nicht in Betracht ziehen. :-O

Assiladen

In Sekunden vom Frieden bis zur Eskalation …

Der letzte Gang hier vor der Kasse, in dem auch die Warteschlange steht, wenn es voll ist, ist relativ eng. Baulich nicht anders machbar, aber wir leben andererseits auch seit knapp acht Jahren damit.

Eine Kundin rempelte in besagtem Gang versehentlich mit ihrem auf dem Rücken getragenen Rucksack einen anderen Kunden an. Letzterer bekam lediglich einen leichten Knuff in die Seite und wird mutmaßlich keine bleibenden körperlichen Schäden davontragen. Die Kundin bat höflich um Entschuldigung und damit wäre das Thema unter normalen Menschen für beide Parteien erledigt gewesen.

Der angerempelte Kunde war jedoch nicht normal, sondern mehr oder weniger stark angetrunken mit einer Tendenz zu aggressivem Verhalten. Statt die Sache auf sich beruhen zu lassen, fing er zunächst noch in moderater Lautstärke an, die Rucksackkundin anzumotzen. Dies steigerte sich im Laufe weniger Minuten zu einer derart lautstarken wie ausfallenden Pöbelei, dass sich schließlich Ines einmischte und schlichten wollte.

Statt sich zu beruhigen, fing der Typ auch noch an, Ines zu beleidigen. Und überhaupt wäre das hier ein Assiladen sondergleichen und hier ist sowieso alle scheiße uswusf.

Sein Bier durfte er nicht mehr kaufen, dafür hat er jetzt Hausverbot.

Nussverkauf per Zeichensprache

Eine Kundin, die kaum ein Wort Deutsch sprach, versuchte Ines mitzuteilen, welches Produkt sie gerne erwerben würde. Da die verbale Kommunikation an gegenseitigem Unverständnis des Deutschen und Albanischen konsequent scheiterte, nutze die Frau kurzerhand Zeichensprache.

Zunächst legte sie Daumen und Zeigefinger einer Hand zusammen und formte auf diese Weise einen kleinen Kreis. Sie zeigte mit der anderen Hand auf genau diesen Kreis.

Dann machte sie ihre Hand zur Faust und deutete eine Bewegung an, als würde sie einen Hammer halten und damit zuschlagen.

Zu guter Letzt legte sie beide Hände, die sie als "Schüsselchen" hielt, mit den Handflächen zusammen und klappte sie auseinander, während sie die Hände an der Handkante zusammen hielt.

Es hätten natürlich auch andere Dinge gemeint gewesen sein können (Ü-Eier, Geoden, Tabletten), aber die Kundin suchte tatsächlich Walnüsse in der Schale – und das erriet meine Gattin direkt schon beim ersten Versuch. :-)