Eine junge Frau war nach eigener Aussage erst relativ frisch nach Bremen gezogen. Aber sie würde hier total gerne einkaufen, da unser Laden so schön wäre und die Mitarbeiter immer so nett sind. Das bekräftigte sie damit, indem sie immer das Gespräch (Smalltalk und noch etwas darüber hinaus) mit meinen Mitarbeitern suchte und vor allem auch immer Süßigkeiten ("Nervennahrung") an die Kassiererinnen und Kassierer verteilte.
Dass sie uns beklaut, hatten wir gar nicht auf dem Schirm. Auch ich habe nie Verdacht geschöpft – und dann hatte ich mir wegen eines anderen Ladendiebs einen Bereich unserer Videoaufzeichnung im Schnelldurchlauf angesehen. Plötzlich tauchte die neu hinzugezogene Kundin blitzschnell im Bild auf, breitete in Windeseile einige Waren und ihre Tasche auf der Ware eines Aufstellers aus, räumte im Zeitraffertempo alles irgendwie hin und her und rein und raus und war so schnell wieder aus dem Bild verschwunden, wie sie gekommen war.
"WAS WAR DAS DENN?"
Ich sah mir diese Sequenz später noch einmal genauer an, wobei sich herausstellte, dass sie tatsächlich die eingesteckten Dinge hatte unbezahlt mitgehen lassen.
Da die Frau im Grunde täglich kam und die Aufzeichnung drei Tage zurückreicht, guckten wir uns auch noch ihre vorhergehenden Besuche bei uns an. Sie war nicht nur eine Stammkundin, sondern auch noch eine Stammdiebin.
Um den Erfolg richtig zelebrieren zu können, griffen wir sie bei ihrem nächsten "Einkauf" nicht einfach ab, Beweismaterial hätten wir genügend gehabt, sondern ließen sie in Ruhe alles einpacken, Einkauf wie Einklauf, und fingen sie schließlich am Ausgang ab, nachdem sie noch Bonbons ans Kassenpersonal verteilt hatte. So schnell kommt man zu einem Hausverbot und in diesem Fall sogar gleich mehreren Anzeigen wegen mehrerer Ladendiebstähle …
Das ist aus meiner Sicht ein maximal leichtes Schulterzucken auslösender umgefallener Sack Reis. Völlig normal hier in Bremen. Gut, 230 Euro sind auch schon für uns hier eine Hausnummer, aber ein Dieb mit einer Reisetasche voller Schokolade gehört hier ja schon quasi zum Tagesgeschäft und wird nicht einmal mehr zur Randnotiz in den Medien.
Ein Mann hat sich eine Umhängetasche, natürlich von Edeka mit Pandabär, mit Alkoholflaschen gefüllt und konnte leider unerkannt mit der Beute entkommen. Die Warensicherungsanlage hatte zwar den Alarm ausgelöst, aber das hilft nicht immer – vor allem dann nicht, wenn die Täter rausrennen und eine unmittelbare Fluchtmöglichkeit haben, ein bereitgestelltes Fahrrad zum Beispiel.
Der Verlust der Spirituosen ist eine Sache. Dass unsere speziellen Warensicherungsetiketten, die nur schwer wiederzubeschaffen sind, ebenfalls verschwunden sind, ist fast schon schmerzhafter …
Ein Mann nahm sich mehrere große Tafeln Milka-Schokolade aus dem Regal und ging damit in den Chips-Gang. Dort riss er die Warensicherungsetiketten von der Schokolade, ließ diese achtlos auf den Boden fallen und steckte sich die Tafeln schließlich in seine Umhängetasche.
Dass er auf eines der abgerissenen Etiketten getreten war, so dass dieses an seinem Schuh kleben blieb, sorgte leider nicht dafür, dass er beim Verlassen des Ladens doch noch überraschenderweise den Alarm der Warensicherungsanlage auslöste.
Aufgefallen war der Diebstahl mehrere Stunden später, da die Ansammlung von herrenlosen Warensicherungsetiketten auf dem Fußboden einen schon misstrauisch werden ließ …
Ein Mann hat sich zwei volle Kartons Milka-Schokolade aus dem Regal genommen, hat diese anschließend in den Gang mit Hygienepapieren und Haushaltsartikeln getragen und hat sich die beiden Kartons dort in seinen Rucksack gesteckt.
Nach seinem kleinen Alibi-Einkauf eines Getränke lösten die gesicherten Schokoladentafeln zwar den Alarm der Warensicherungsanlage aus, jedoch rannte der Mann los, bevor mein Mitarbeiter an der Kasse reagieren konnte. Schade, zumal der Warenwert bei einem oberen zweistelligen Betrag lag …
Dieser junge Mann hatte sich zunächst eine Tüte mit zwei frischen Brötchen unter die Jacke gestopft, ein noch durchaus hinnehmbarer Schaden, dann aber von einer Sorte Kaffee-Tassenportionen den kompletten Regalbestand in seinem Rucksack verschwinden lassen. Das war dann schon ein schmerzhafter Diebstahl.
Aufgefallen ist uns die Tat wie so oft, da eine Kollegin wusste, dass das Regal am Tag zuvor noch gut gefüllt war …