Ein uns allen bekannter Mann, der hier schon in den letzten Jahren mindestens sieben Anzeigen wegen der unterschiedlichsten Ladendiebstähle bekommen hat,
hier zum Beispiel, als er einen Müllsack mit Cola-Dosen gefüllt hatte, war gestern Abend wieder hier bei uns und hat sich den Rucksack mit Feta-Käse im Gesamtwert von rund 120 Euro gefüllt.
An der Kasse ist er zügig hinter den wartenden Kunden vorbeigegangen und hat dabei schließlich auch den Alarm der Warensicherungsanlage ausgelöst. Da gab er richtig Gas. Obwohl mein Mitarbeiter geistesgegenwärtig aufgesprungen war, konnte er den Flüchtenden trotz seiner schweren Last (wie kann man mit fast 10 Kilogramm Käse auf dem Rücken noch so schnell rennen???) nicht mehr einholen.
Die Ware ist weg und der Typ bekommt eine weitere Anzeige von mir, für die er absolut gar nichts, rein überhaupt nichts, nicht das Allergeringste, nicht einmal ansatzweise und auch mit sehr viel Fantasie keinerlei Konsequenzen welcher Art auch immer (weder jetzt noch später, weder praktisch noch theoretisch und mit größter Wahrscheinlichkeit noch nicht einmal versehentlich) zu befürchten hat.
Eigentlich funktionieren unsere Flaschensicherungen sehr, sehr gut. Wenn natürlich jemand den "Zippeln" mit einem Seitenschneider zu Leibe rückt, gewinnt der Dieb und wenn jemand mit einer oder mehreren Flaschen trotz Sicherung aus dem Laden rennt und dabei zwar den Alarm auslöst, aber auch gleich eine Fluchtmöglichkeit hat, zum Beispiel in Form eines bereitgestellten Fahrrads, dann können wir auch nichts machen. Aber ansonsten machen die Dinger einen super Job.
Leider Erfolg hatte dieser Dieb, der zunächst bei zwei Flaschen Jägermeister und anschließend bei einer Flasche Chantre erfolglos versucht hat, die Sicherung zu entfernen. Beim Kokoslikör Malibu hatte er dann leider Erfolg und hat die Flasche eingesteckt und konnte damit unerkannt flüchten. Auf die Schliche war ich dem Typen nur gekommen, weil ich am nächsten Tag die nun herrenlose flaschenlose Sicherung im Regal entdeckt hatte. Was für Alternativen aber – Jägermeister, Weinbrand, Kokoslikör. Ob es ihm nur um irgendwelchen Alkohol für den "Sofortverzehr" ging? Mutmaßlich ja.
Das Anbringen der Sicherungen dürfen nur eingewiesene Mitarbeiter, die sich mit der Technik auskennen und auch darauf achten, dass die Etiketten fest sitzen. Bei der Vielzahl der Flaschen, die wir hier durchschleusen, will ich nicht ausschließen, dass selbst den besten Leuten in der Eile mal ein Etikett nur zu 90% fest ist. Das ist natürlich eher die Ausnahme als die Regel, aber dieser Typ mit der grünen Weste hatte in dem Fall aus seiner Sicht mal richtig Glück.
Ich hatte mal wieder Lust auf Unfug und habe meine Kamera (in Form meines alten Google-Pixel-Handys (Pixel 3)) einfach mal hinten auf den LKW gestellt, als der Container aufgeladen wurde.
Ist jetzt keine weltverändernde Ansicht, aber auch mal interessant:
Dieser junge Mann steckte sich zunächst eine Dosen Holsten-Bier in den Rucksack und nach einem kurzen Weg zum Getränkekühlschrank noch zwei Flaschen Desperados hinterher.
Der Warenwert belief sich auf "nur" etwas über fünf Euro – aber bemerkenswert ist das Tempo und die Routine, mit denen der Typ die Beute in seinem Rucksack verschwinden ließ …