Ich hatte ja auf mein Bild mit den "spontan" auf dem Löffel gefrorenen Nudeln mehr Reaktionen erwartet, aber was kommt so eine Kälte auch mitten in den Sommerferien, wenn niemand zum Kommentieren da ist …
War natürlich nicht echt, wenngleich die Nudeln auf der Gabel tatsächlich gefroren waren. Wie? Nun: Ich hatte ein paar Tüten der Ladenhüter-Mama-Nudelsuppen geöffnet, eingeweicht und schließlich so mit einer Gabel ausgestattet im Tiefkühlraum drapiert, bis der ganze Kram durchgefroren war. Das Auftauen ging schneller, ich hatte bei mir im Büro keine drei Minuten, bis der Nudelstrang mit der Gabel so weich war, dass sie klappernd auf den Schreibtisch kippte.
Aber zumindest sah das Ergebnis etwa so aus, wie ich es haben wollte und mehr Experimente dieser Art braucht es nun auch nicht mehr:
Ein großer Fußbodenaufkleber rund um eine Kühltruhe mit Grillfleisch und Bratwürstchen in einem Supermarkt in Norwegen. Da bekommt der Ausdruck "Der Boden ist Lava!" eine ganz neue Bedeutung.
Okay, in diesem Fall ist es keine Lava sondern nur glühende Holzkohle, aber so fällt die Grillstimmung wenigstens schon beim Vorbeigehen auf:
E-Mail von einer Firma, die Google-Bewertungen löschen möchte:
Schöne Grüße nach Bremen,
die 30 negativen Google-Bewertungen bei EDEKA-Markt Björn Harste sind weiterhin online. Diese zum Beispiel:
„Sucht euch lieber einen guten Edeka."
Solange sie dort steht, liest sie jeder Interessent mit.
Ohne Erfolg entstehen Ihnen keine Kosten. Bleibt die Bewertung stehen, zahlen Sie nichts.
In 2 Minuten sehen Sie kostenlos, was sich löschen lässt: [… URL gelöscht]
Beste Grüße
[…]
Ihr Online-Ruf – Wir schützen Ihren Ruf
Guten Tag Herr […],
vielen Dank für Ihr Angebot. Ich lasse die Bewertungen lieber stehen. Manche sind erkennbar im Ärger geschrieben, und auf Kritik kann ich öffentlich antworten. Die Leser können sich dann selbst ein Bild machen.
Ein Hinweis im Google-Profil, dass Bewertungen gelöscht wurden, würde auf mich deutlich unseriöser wirken als ein paar schlechte Bewertungen.
Ein makelloser Sterne-Durchschnitt um den Preis eines sichtbaren Löschhinweises wäre also ein eher kurioser Beitrag zu meinem "Online-Ruf".
Ich habe daher kein Interesse an Ihrem Angebot und bitte Sie, von weiteren Anfragen dazu abzusehen.
Eine Firma, die sich wohl auf das Thema "Rechtsdokumente für die Unternehmensgründung in Deutschland" spezialisiert hat, hat mich per Briefpost angeschrieben. Betreff: "Ist Ihre Webseite rechtssicher?"
Im Schreiben steht dann:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Auf der Website von Edeka Björn Harste konnten wir weder einen Impressums-Link noch eine Datenschutzerklärung finden. Auf […].de stehen ein kostenloser Generator und hilfreiche Infos bereit.
Keine Ahnung, auf wessen Internetauftritt die nachgesehen oder wie gründlich sie nach dem Auffinden gesucht haben – bei mir ist jedenfalls beides vorhanden.
Lustiges Kuriosum aus der Edeka: Für die erfolgreich durchgebrachten Azubis aus den Märkten gibt es eine zentralseitige Veranstaltung in der die besten des Jahrgangs geehrt werden. Eine Ehrung für die Besten. Eine Bestenehrung eben.
Als Ines und ich die Überschrift in unserem internen Informationssystem entdeckt hatten, ging uns lustigerweise gleichzeitig ein Gedanke durch den Kopf: "Wie haben die denn 'Ernährung' geschrieben?!" Das "Best" war in dem Moment im Geiste abgetrennt gewesen und unsere Gehirne versuchten irgendwie die Buchstabenfolge "enehrung" zu einem sinnvollen Ganzen zusammenzusetzen.
Die Erkenntnis kam dann zum Glück sehr schnell, aber es ist schon immer wieder interessant zu sehen, wie unser Gehirn alles immer automatisch in Schubladen und bekannte Muster einzusortieren versucht.
Augenverdrehend betrachtete ich den Flaschentisch unseres Leergutautomaten. Da hat der doch schon wieder fröhlich Flaschenkegeln gespielt. So toll der Automat in Sachen Annahme und Ausfallsicherheit ist, dieser Punkt nervt etwas:
Da ich meistens immer mehrere Bilder knipse, um mir hinterher das beste Foto heraussuchen zu können, entstand auch vom Flaschentisch eine ganze Serie. Irgendwie hatte ich es geschafft, die Kamera nur ein winziges Stück zur Seite zu bewegen und mir altem 3D-Gucker ist natürlich sofort die Möglichkeit aufgefallen, die sich da ergab. Die beiden Bilder seht ihr unten. Rechts ist das Foto vom linken Auge, links das vom rechten, um einen 3D-Effekt zu erleben, müsst ihr also mit dem Kreuzblick auf das Bild schielen. Wie das mit dem Kreuzblick funktioniert, ist z. B. an dieser Stelle erklärt.
Es gibt sicherlich interessantere Ansichten für diese Technik, aber ich hab das auch nur gemacht, weil ich zufällig die beiden passenden Fotos hatte.
Verpackungsmaterial kostet Geld und natürlich hat es einen Grund, dass in Norwegen ganz viel Gemüse einzeln in Folie eingeschweißt verkauft wird. Spätestens bei den kleinen Paprikaschoten auf dem unteren Bild fängt man aber als Außenstehender schon an, verstört den Kopf zu schütteln …
Faktisch geht es dabei aber um eine längere Haltbarkeit. Norwegen importiert einen großen Teil seines Gemüses, besonders außerhalb der kurzen heimischen Saison. Bis eine Paprika oder Zucchini im Supermarkt liegt, hat sie oft einen langen Transportweg hinter sich. Die Kunststofffolie reduziert den Wasserverlust erheblich und verlängert die Haltbarkeit teils von wenigen Tagen auf bis zu ein bis zwei Wochen.
Ich sehe hier natürlich beide Seiten. Zum einen wirkt jede einzelne Folie verschwenderisch. Andererseits kann dieselbe Folie nun eben erfolgreich verhindern, dass ein Gemüse produziert/angebaut, geerntet, transportiert und am Ende einfach nur weggeworfen werden. Aus Sicht vieler norwegischer Händler ist letzteres der größere Umweltschaden. Gerade weil Norwegen als sehr umweltbewusst gilt entsteht da in unseren Köpfen leicht eine Diskrepanz – aber das folgt schon einer festen Logik.
Werbeanruf von Firma Kaffeepartner, die mir (vermutlich) eine Kaffeemaschine nach deren üblichem Abrechnungssystem anbieten wollten. Da ich kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit denen habe, versuchte ich es mit einer pauschalen Antwort, die eigentlich alles regeln sollte: "Wir trinken keinen Kaffee."
Darauf stellte die Mitarbeiterin die wichtige Frage: "Haben Sie eine Kaffeemaschine?"
Den Rest hörte ich nicht mehr, da ich das Gespräch entnervt beendete.
Alternativ: Von Sirenengeheul und piepsenden Smartphones begleitet dürfte hier gleich ein Außendienstmitarbeiter auftauchen, mit dem wir für heute einen Termin vereinbart hatten.
Bei "am 10. September 2026 um 11 Uhr" hatte vor ein paar Wochen natürlich niemand von uns an den bundesweiten Warntag gedacht.
Vielleicht passiert ja auch einfach mal wieder fast gar nichts.
In fast jedem Supermarkt in Norwegen findet man lose Süßwaren zur Selbstbedienung. Von einfachem Fruchtgummi über Bonbons bis zu Lakritzspezialitäten findet man dort für jedes Leckermäulchen irgendwelche kalorienreichen Artikel.
Manchmal wird es auch so angeboten, ohne Spuckschutz, einfach offen mitten im Laden. "Nehmt euch, was ihr wollt", schreit dieses Gestell förmlich. In einem Nachsatz kommt noch ein vorsichtiges "wenn ihr euch traut und es euch nicht zu ekelig ist" an die deutschen Touristen. Wenn ich mir das Foto so ansehe, hätte ich keine Lust gehabt, zuzugreifen, aber offenbar scheint sich diese Art der Warenpräsentation zumindest in diesem Laden bewährt zu haben.
Auf einem Plakat erreichte uns dieses kleine Meisterwerk der Silbentrennung: "Latte Macch-iato". Ein auch für italienische Verhältnisse durchaus kreativer Zeilenumbruch – aber vermutlich hatte der Grafiker einfach nur selber schon drei Latte Espresso XXL intus und hat wie ein Irrer unkontrolliert auf die Tasten seines Computers gehämmert.