Anfang April hatte ich über mit Eiswürfeln gefüllte Plastikbecher gelästert. Das Produkt finde ich persönlich immer noch recht nutzlos und ich hätte es auch nie bestellt – aber zwischendurch hatten wir einen Karton davon über unser Zentrallager bekommen. Ob die Ware irgendjemand bestellt hatte oder ob das eine Zuteilung oder möglicherweise auch einfach nur ein falsch kommissionierter Artikel war, der gar nicht zu uns sollte, kann ich nicht sagen.
Aber wir haben ihn nun – und wir verkaufen ihn auch erstaunlicherweise. Es gibt also offenbar doch einen Markt dafür. Eine Kollegin findet das Produkt totaaaaaaaaal praktisch, ich sehe bis heute keinen Grund, es zu verwenden. Aber dass die einen Leute ein Produkt toll finden, das andere für überflüssig halten, gilt vermutlich für unser komplettes Sortiment.
Ich bin gerade vom einem Kollegen auf dieses Video gebracht worden mit der Frage, ob wir diesen Artikel nicht auch bekommen können.
Ein paar Eiswürfel in einem pfandfreien Plastikbecher.
Für zwei Euro.
Der Becher muss ja mehr oder weniger sofort verwendet werden, ansonsten schmelzen die Eiswürfel. Warum man das ohnehin schon kalte Getränk (wie im verlinkten Video zu sehen) nicht einfach direkt aus der Flasche trinkt, erschließt sich mir nicht. Zwei Euro für genau welchen Mehrwert? Maximal, um ein bereits warmes Getränk im Augenblick kalt trinken zu wollen. Vielleicht kann mir ja mal jemand erklären, warum die Dinger so gehypt werden.
Aber vielleicht sollte ich in die Produktion solcher Becher mit einsteigen. Eine Handvoll Eiswürfel kostet quasi nichts, die Gewinnspanne an diesem Produkt lässt einem ja schon beim Gedanken daran die Augen leuchten.
Fundstück von Ines auf einem Beutel Eiswürfel (auch auf Crushed Ice zu finden) unserer Eigenmarke: Ein Strichcode, der wohl ein Longdrink-Glas darstellen soll und aus dem diverse Cocktail-Ingredienzen herausgucken: Minzblätter, Limettenscheibe, Schirmchen und natürlich Eiswürfel.
Ohneeeohneee. Die wenigen Liefertage rund um die Feiertage haben ihre Spuren hinterlassen. Eine Konsequenz ist, dass uns die Eiswürfel und Crushed Ice ausgegangen sind. Ausgerechnet zu Silvester, dem Saufgelage der Nation, ist das natürlich ein riesiges Drama. Nun haben wir den kompletten Bestand an 2kg-Beuteln beim METRO-Markt hier in Bremen noch aufgekauft. Insgesamt 30 Tüten sind natürlich auch nicht so wirklich viel, aber zumindest gehen ein paar Kunden weniger enttäuscht hier heraus.
… einfach übersehen und vergessen: Zwei Kartons mit jeweils sechs Beuteln Eiswürfel lagen noch im Lager in einem der Kühlbehälter. Tropf, tropf, tropf …
Ein Kunde beschwerte sich unfreundlich und unter Verwendung von Kraftausdrücken darüber, dass mit unseren Tiefkühltruhen etwas nicht stimmen würde. Er verwies auf einen Beutel mit gefrorenem Gemüse, dessen Inhalt sich zu zu einem dicken Klumpen geformt hatte: "Hier, das war schon mal aufgetaut!"
Eine Mitarbeiterin erklärte ihm, dass unsere Kühltruhen täglich auf die korrekten Temperaturen überprüft würden und dass das Klumpen-Phänomen einfach dadurch entsteht, das wir die Beutel übereinander stapeln. Durch den Druck auf den Inhalt der unteren Tüten klebt im Laufe der Zeit alles fest zusammen. (*)
Die Kollegin verwies auf Eiswürfel, wo das ebenfalls passiert. Der Kunde wiegelte ab: "Ach, sie wollen mir doch nur Scheiße erzählen."
"Nun", versuchte es meine Kollegin weiter, "wenn die Eiswürfel schon mal aufgetaut gewesen wären, würden sie wohl nicht mehr wie Eiswürfel aussehen, oder?"
Interessierte den Man nicht weiter und er verließ mit seiner Meinung den Laden.
(*) Natürlich kann das durchaus auch ein Hinweis darauf sein, dass die Ware irgendwann schon mal zu warm geworden ist!