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Nachtrag: Gelöschte Rezensionen

Ich habe für meinen Laden bei den Google-Rezensionen 4,3 Sterne bei aktuell knapp 540 Bewertungen. Das ist nicht viel, aber dafür habe ich auch noch nie auch nur eine einzige Rezension löschen lassen.

Ein anderer Markt hier aus Bremen hat 4,6 Sterne bei über 850 Rezensionen. Aus der Sicht könnte man meinen, dass der Laden bei den Kunden besser ankommt, als meiner – aber wenn man dort ins Google-Profil geht, wird einem dieser kleine Hinweis angezeigt:

Dass ich anders ticke als die meisten anderen Menschen, habe ich schon längst begriffen. Die Leute lassen sich gerne blenden und denken nicht um die Ecke – aber ich persönlich habe lieber meine 4,3 ehrlichen Sterne, als 4,6 nur deswegen, weil knapp ein Viertel der Bewertungen gelöscht wurden.

Frisch gekocht für die Mülltonne

Bei einer internen EDEKA-Veranstaltung stolperte ich über die Aussage, dass Muscheln vor ihrer Entsorgung abgekocht werden müssen. Bitte was? Damit keine Krankheitskeime in die K3-Tonne gelangen können? Schlagartig ploppte in meinem Kopf ein dickes Fragezeichen auf.

Wir haben keine Fischabteilung, einige größere EDEKA-Märkte dagegen schon. Entsprechend wenig hatte ich bislang mit den Eigenheiten des Muschelverkaufs und schon gar nicht der Muschelentsorgung zu tun. Aber warum sollte man etwas erst kochen, bevor man es wegwirft? Ich hatte so gar keine Idee und recherchierte zu Hause erst einmal.

Die Erklärung dafür ist jedenfalls ein ganz wunderbares Beispiel dafür, was passiert, wenn Lebensmittelrecht und Tierschutzrecht frontal aufeinanderprallen.

Frische Muscheln werden nämlich (meistens) lebend verkauft. Ein Teil der lebend angebotenen Muscheln wird heute in verschlossenen Verpackungen unter Schutzatmosphäre (mit Sauerstoff angereichert) verkauft und trägt ein Verbrauchsdatum. Ist dieses abgelaufen, darf die Ware nicht mehr verkauft werden – auch wenn die Muscheln darin noch leben.
Bei loser Thekenware gibt es nicht zwingend diese kalendarische Grenze. Sollen aber noch lebende Muscheln aus irgendeinem Grund entsorgt werden, müssen sie ebenfalls zuvor vorschriftsmäßig getötet werden.

Auf jeden Fall beschreibt das Verbrauchsdatum nicht nicht die verbleibende Lebenserwartung der Muschel, sondern den Zeitraum, in dem sie als sicheres Lebensmittel verkauft werden darf. Ist das Datum abgelaufen, darf der Händler sie nicht mehr verkaufen – selbst wenn sie noch ausgesprochen lebendig vor sich hinmuschelt.

Damit beginnt auch schon der zweite Teil des behördlichen Gesamtkunstwerks: Lebende Tiere dürfen nicht einfach in der Abfalltonne ersticken, vertrocknen oder auf irgendeine andere Weise langsam verenden. Nach der Tierschutz-Schlachtverordnung müssen Muscheln in stark kochendem Wasser oder in über 100 Grad heißem Dampf getötet werden.

Am Dienstag darf also der Kunde die Muschel kaufen, kochen und essen. Am Mittwoch lebt dieselbe Muschel noch immer, darf aber nicht mehr verkauft werden. Also muss der Händler sie kochen und anschließend wegwerfen. Natürlich ordnungsgemäß in die K3-Tonne.

So wird aus einem lebenden Tier zunächst ein Lebensmittel, danach unverkäufliche Ware und anschließend ein frisch zubereiteter Abfall …

Werbung aus der Nachbarschaft auf Brief?!

Mit der Tagespost kam auch ein Brief für Triton-Reisen hier an. Der Empfänger spielt hier für diesen Beitrag jetzt keine Rolle, viel mehr wunderte ich mich über die restlichen Aufdrucke auf dem Briefumschlag.

Dass die Umschläge bedruckt werden, ist klar. Dass es keine Mühe macht, mehr Informationen außer der Anschrift und der Briefmarke / dem QR-Code auf den Umschlag zu drucken, ist auch klar.

Was mich aber wirklich wundert: Warum ist da Werbung für die Fahrschule hier an der Ecke drauf? Das wird wohl kein Zufall sein und ganz sicher macht eine Fahrschule auch nicht in einem System Werbung, das bundesweit gestreut wird. Da das ganz sicher Geld kostet, wäre das bei allen Empfängern, die schon auch nur ein paar Kilometer von hier entfernt sind, vergeblicher Aufwand.

Ich vermute also, dass das irgendwie an Postleitzahlen oder sogar einzelne Straßen geknüpft ist. Kennt sich damit jemand aus und kann hier mal was dazu sagen? Ich will die Werbung nicht nutzen, aber ich finde das System und die Mechanik dahinter durchaus interessant! :-)