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Plitsch, platsch!

Seit wenigstens zwei Jahrzehnten ist es hier ausdrücklich verboten, an der Kasse offene Getränke zu konsumieren. Gegen eine Flasche mit Schraubverschluss habe ich nichts, man redet viel und es tut gut, zwischendurch was zu trinken, aber Becher, Gläser oder auch To-Go-Becher haben da vorne nichts zu suchen.

Warum? Ganz einfach: Weil sie umfallen können und spätestens, wenn der klebrige Inhalt in die Technik läuft und für einen Ausfall der Kassen sorgt, ist klar, warum ich dieses Verbot einst erlassen habe.

Immer wieder gab und gibt es Kollegen, die die Regel missachten und leider bekomme ich das auch nicht immer mit und kann das Vergehen rügen. So wird es dann beim jeweiligen Mitarbeiter zur Gewohnheit.

Nun ist ein voller Kaffeebecher umgekippt. Solange sich die Kollegen damit nur gegenseitig ihre Hosen und Schuhe versauen, hat es vielleicht noch einen kleinen Lerneffekt. Und einen schadenfroh grinsenden Chef.

Schlechte Erfahrungen

Eine Kundin fragte nach einem Praktikumsplatz (Schulpraktikum) für ihren Sohn.

"Wir nehmen keine Praktikanten."

"Warum nicht?"

"Weil wir so viele schlechte Erfahrungen gemacht haben."

"Ich war schon in 50 Läden, die sagen alle das Gleiche. Und Sie jetzt auch."

Tzja, ist wohl was dran …

Abmahnungen

Es gibt generöse Chefs und es gibt diejenigen, die ständig mit einer Peitsche neben ihren Angestellten stehen. Ich glaube, ich bin eher zu nett und lasse vielleicht auch manchmal zu leichtfertig die sprichwörtlichen Fünfe gerade sein, aber da ich das hier seit über einem Vierteljahrhundert schon erfolgreich mache, kann der Weg nicht so falsch sein.

Gerade aus meiner eigenen Vergangenheit bei Plus kenne ich dieses typische Szenario. Selbst als Marktleiter (es hieß damals schon nur noch "Verkaufsstellenverwalter") ist man bloß der Depp vom Dienst. Dann kommt der Bezirksleiter, darüber der Gebietsleiter und ob danach noch jemand kam, weiß ich gar nicht mehr. Alle haben sie Fahrradfahrer gespielt – nach oben buckeln, nach unten treten. Dass man an der Basis nur klein und austauschbar ist, wurde einem allzu gerne mitgeteilt.

Aus der Zeit heraus habe ich vermutlich eine Aversion gegen (vor allem) Abmahnungen. Natürlich könnte man sie rege verteilen: 5 Minuten zu spät? Abmahnung! Krankmeldung zu spät abgegeben? Abmahnung! Zu langsam kassiert, Quote nicht erfüllt? Abmahnung! Kassendifferenz? Abmahnung! Angewiesene Arbeit nicht erledigt? Abmahnung! Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Ich bin ganz sicher nicht der typische Abmahner. Man kann natürlich nicht mit allen seinen Mitarbeitern BFF sein, aber ein freundschaftlich-kollegiales Miteinander, wie wir es hier versuchen, sorgt nicht nur für einen entspannteren Arbeitsalltag. Die lockere Stimmung überträgt sich auch immer wieder auf die Kunden, die einfach deshalb schon hier so gerne herkommen.

Aber manchmal, ja manchmal, da muss es sein. Dann geht es nicht anders. So zum Beispiel, wenn ein Kollege spontan mal zwei Tage nicht zur Arbeit kommt und niemand weiß, was los ist. Nicht einmal in der Situation formuliere ich sofort eine Abmahnung. Es kann ja immer etwas passiert sein, was sich irgendwie erklären ließe. Die Situation war für uns natürlich organisatorisch hier echt mühsam, aber wir haben sie bewältigt. Ich bin über den Punkt hinaus, mir in solchen Situationen ernsthafte Sorgen um die betroffenen Personen zu machen, aber andere Kollegen hat das eben schon teilweise ziemlich beschäftigt. Soll man die Polizei verständigen? In Krankenhäusern nachfragen? Irgendwas tun?

Dann hatte ich den unentschuldigt abwesend gewesenen Kollegen ans Telefon bekommen. Tut ihm Leid, ihm ging es nicht gut. Dann wollte er in der Woche danach wieder arbeiten und er kam auch tatsächlich an einem Tag (wobei er augenscheinlich nur körperlich anwesend war), dann kam er wieder mehrmals nicht zum Dienst und hat sich auch nicht gemeldet.

Das war der Moment, an dem ich irgendwie als Arbeitgeber doch mal reagieren musste. Alleine auch schon um für die anderen meiner Mitarbeiter (fast schon oder sogar vor allem auf deren Anraten) ein Zeichen zu setzen. Keiner wusste, was los ist, es ließen sich keine Personaleinsatzpläne mehr schreiben, ohne ein Notfallprogramm einzuplanen. Der betroffene Kollege kam wie erwartet nicht, aber solange er auf meiner Gehaltsliste stand, musste ich ihn auch mit einplanen.

Nach mehreren Tagen unentschuldigter Abwesenheit innerhalb von zwei Wochen hatte ich ihm zunächst zwei Abmahnungen geschrieben. Eine für die zwei Fehltage zuvor, eine für den Tag nach seiner gedanklich abwesenden körperlichen Anwesenheit.

Schließlich folgte noch eine für den nächsten Tag, an dem er nicht zu Arbeit kam. Darin drohte ich nicht nur in Klauseln verpackte mögliche arbeitsrechtliche Konsequenzen an, sondern schrieb klipp und klar, dass ich ihm im Falle eines weiteren unentschuldigten Fehltags eine (sogar noch) fristgerechte Kündigung zum nächstmöglichen Termin aussprechen werde.

So geschah es, ich habe nie wieder etwas von ihm gehört. Mache ich mir Gedanken? Habe ich mir vor etlichen Jahren noch gemacht, aber inzwischen habe ich schon mehrfach erlebt, dass Mitarbeiter (tatsächlich nie Mitarbeiterinnen) einfach nicht mehr zur Arbeit kommen und auch nicht mehr erreichbar sind. Manche Menschen sind wohl so und ich mache mir wirklich keine Sorgen mehr in solchen Fällen. Ich schüttle nur noch den Kopf.

Verwirrende Unfallanzeige

Die Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik hat mir einen dicken Umschlag geschickt. Darin lagen ein paar Fragebögen, in erster Linie also die klassische Unfallanzeige, aber auch ein Antwortbogen, auf dem ich angeben sollte, warum die Unfallanzeige noch nicht erfolgt ist.

Es ging um eine Mitarbeiterin, die hier auf der Rampe vor einer Weile einen kleinen Unfall hatte. Ich wusste gar nicht, dass sie damit doch zum Arzt / zur BG gegangen war, zumal sie ja auch danach noch weitergearbeitet hatte, aber okay.
Ich hatte nur den Vornamen gelesen und erinnerte mich natürlich sofort an den kleinen Zwischenfall. Den zweiten Vornamen meiner Mitarbeiterin hatte ich nicht auf dem Schirm und dass der Nachname nicht passte, kann ja mal vorkommen. Vielleicht gab es eine Namensänderung, zumal die Kollegin aus dem Ausland kommt, und sie ist noch bei der BG unter einem anderen Namen geführt. Das Geburtsdatum passte ungefähr, und dass die Adresse ebenfalls nicht stimmte, fiel mir auch nicht auf. Ines stutzte, denn sie wusste, dass die Kollegin hier direkt um die Ecke und nicht in einem Stadtteil auf der anderen Weserseite wohnt.
Was mich am meisten irritiert hat, war das Datum des Unfalls. Knapp zwei Wochen war dieser her, mein Gefühl hätte den Sturz wenigstens zwei Wochen weiter in die Vergangenheit verortet.

Fassen wir zusammen: Das Unfalldatum stimmte nicht, die Adresse stimmte nicht, der Nachname stimmte nicht, einen zweiten Vornamen hat die Kollegin gar nicht erst und der eine verbliebene Vorname war auch noch anders geschrieben.

Während eines Anrufs bei der BG einigte ich mich mit der Sachbearbeiterin dort darauf, dass das sicherlich nicht meine Mitarbeiterin war und dass ich daher das Anschreiben hier durch den Aktenvernichter schiebe. Sollte sich doch etwas ergeben, so dass es mich betrifft, wird man sich wieder melden. Was auch immer die da durcheinandergeschwurbelt haben …

BeWerbung und LebensLauf

Ein junger Mann hatte sich bei mir beworben, aber mit seinen Bewerbungsunterlagen konnte ich überhaupt nichts anfangen. Es waren zwei Dateianhänge BW (Bewerbung) und LL (Lebenslauf) in seiner E-Mail zu finden, deren Dateinamen beide auf ".pages" endeten und sich weder im Browser noch mit einer anderen Software hier auf meinem Windows-Rechner öffnen ließen.

Nach kurzer Recherche war klar, dass das Apple-Dateien sind, die sich mit spezieller Software öffnen oder umwandeln lassen, falls man sie außerhalb der Apple-Welt benutzen oder einsehen möchte. Da ich mit Apple so gar nichts zu tun habe, blieb mir nur ein Weg: Den Bewerber anschreiben und darum bitten, dass ich die Unterlagen in einem anderen Format bekomme.

Für den Fall, dass jemals wieder .pages-Dateien bekommen sollte, weiß ich jetzt jedenfalls gleich, was ich da vor mir habe …


Keine weiteren Marokko-Bewerbungs-Erwähnungen

Eigentlich wollte ich die vielen merkwürdigen Bewerbungen oder auch "Bewerbungen" aus Nordafrika und vor allem Marokko hier kontinuierlich erwähnen, um eine schöne Dokumentation dieser Vorgänge zu schaffen.

Inzwischen sind zwar in den letzten Wochen tatsächlich schon wieder einige neue hier eingetrudelt, aber momentan ist es allgemein in dieser Sache eher wieder etwas ruhiger geworden.

Ich werde dazu hier im Blog nichts mehr schreiben, außer es ergeben sich aus diesen Anschreiben besonders erwähnenswerte Vorfälle.