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Das hat geöffnet!

Anruferin am Heiligabend gegen Mittag. Ich meldete mich wie immer und es ergab sich in den nächsten Augenblicken etwa der folgende Dialog:

"Hallo, wie lange hat das geöffnet?"

"Das hat bis 14 Uhr geöffnet."

"OK." [klick]
Reduziert auf das Wesentliche, jegliche zwischenmenschliche Kommunikation weglassend für maximale Telefoneffizienz. Sogar an Heiligabend. Topp!

Premiere: Wein in Pfandflaschen

Es gibt diese Pressemeldungen, die einen dermaßen verwirrt zurücklassen, dass man sich geradezu ein Loch in den Kopf kratzt.

Ich habe diese Meldung jetzt dreimal gelesen, einmal rückwärts und einmal mit zusammengekniffenen Augen – und trotzdem bleibt vor allem ein Gefühl bei mir zurück: Nämlich zutiefst ehrfürchtige Ratlosigkeit darüber, wie man Dinge aus den frühen Neunzigern als bahnbrechende Neuigkeit verkaufen kann.

Habe ich die letzten dreißig Jahre in einer Parallelwelt gelebt – oder wurde hier gerade mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit das Offensichtliche neu erfunden? Haben wir nicht zu meiner Zeit als stellvertretender Marktleiter bei Comet/extra Mitte der 90er schon Wein in Mehrwegflaschen angeboten? Verkaufen wir nicht selber seit über 20 Jahren schon Wein in 1-Liter-Pfandflaschen (und in goldenen Rahmen) hier bei uns im Markt in der Gastfeldstraße?

Selten hat mich ein Text so nachhaltig zum Kopfschütteln gebracht: Die Zeiten, in denen Weinflaschen nach dem Genuss ihres Inhalts in den Glascontainer wandern, könnten bald vorbei sein. Kaufland führt jetzt Pfandflaschen für Wein ein.

Könnten wir auch mal ins Sortiment aufnehmen, läuft bestimmt. :-P

Die 1-Sterne-Rezension ohne nähere Infos

Am vergangenen Samstag bekamen wir folgende Google-Rezension mit nur einem Stern:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte mich hiermit über einen unangenehmen Vorfall in einer Ihrer Edeka-Filialen beschweren.

Bei meinem Einkauf wurde ich von einer jungen Kassiererin äußerst unfreundlich behandelt. Ihr Tonfall war respektlos, Fragen wurden knapp und genervt beantwortet, und insgesamt hatte ich das Gefühl, als Kunde nicht willkommen zu sein. Ein solches Verhalten empfinde ich als sehr enttäuschend, da ich von Edeka eigentlich einen freundlichen und kundenorientierten Service gewohnt bin.

Gerade an der Kasse, wo der letzte Eindruck eines Einkaufs entsteht, sollte ein höflicher und respektvoller Umgang selbstverständlich sein. Leider war dies in diesem Fall nicht gegeben.

Ich bitte Sie, diesen Vorfall intern zu prüfen und Ihre Mitarbeiter entsprechend für einen freundlichen Umgang mit Kunden zu sensibilisieren.

Mit freundlichen Grüßen
Ob berechtigte Kritik oder nur jemand, der gerade einen schlechten Tag hatte, und sich über eine Kleinigkeit aufregen will, weiß ich nicht. Vielleicht war auch wirklich etwas passiert und es haben einfach zwei Personen aneinander vorbei kommuniziert, auch das weiß ich nicht. Gehen wir einfach mal davon aus, dass der Kunde wirklich nicht so behandelt worden ist, wie es sein sollte: Aber ohne den kleinsten Hinweis darauf, was da wann passiert ist, kann ich überhaupt nichts verbessern. Der Rezensent persönlich war mir relativ egal, aber da auch andere (potentielle) Kunden diese Bewertungen lesen und bekanntlich vor allem die negativen Bewertungen in den Fokus rücken (ist bei mir nicht anders), habe ich mal eine recht umfangreiche Antwort geschrieben. Vor allem habe ich noch einmal darauf hinweisen wollen, dass Kritik, die einem ohne Fakten um die Ohren gehauen wird, keine ernst gemeinte Kritik sondern einfach nur nutzlos ist. So habe ich nämlich keine Chance, irgendetwas gezielt zu verbessern.

Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, das Erlebnis zu schildern. Es tut mir leid, wenn Sie Ihren Einkauf bei uns als unangenehm empfunden haben – ein freundlicher und respektvoller Umgang gehört für uns selbstverständlich zum Service dazu, wie auch viele positive Rezensionen bestätigen.

Gleichzeitig bitte ich um Verständnis, dass ich den geschilderten Vorfall ohne nähere Angaben leider nicht konkret nachvollziehen oder intern prüfen kann. Weder Datum noch Uhrzeit oder eine genauere Beschreibung der Situation sind für mich in Ihrem Text erkennbar, sodass ich keine gezielte Klärung vornehmen kann.

Sollten Sie an einer Aufklärung interessiert sein, können Sie sich gern direkt bei mir melden und entsprechende Hinweise geben. Nur so habe ich überhaupt die Möglichkeit, derartige Rückmeldungen intern aufzugreifen und sinnvoll daran zu arbeiten.

Unabhängig davon nehme ich das Feedback selbstverständlich ernst und werde das Thema Freundlichkeit im Team weiterhin regelmäßig ansprechen.

Die passive chinesische Tröpfchenfolter

Der dauerhaft leicht fließende Wasserhahn auf der Damentoilette raubt mir noch den letzten Nerv, denn das kleine Rinnsal fließt genau durch eines der Löcher in den Abfluss und produziert dadurch ein ununterbrochenes, plätscherndes Geräusch.

Da ich mein Büro in unmittelbarer Nähe zu den Toiletten habe, nagt dieses Geräusch, das auch durch die geschlossene Toilettentür deutlich vernehmbar ist, langsam aber extrem zielsicher an meinen Nerven.

Noch ein paar Stunden Büroarbeit und ich werde alles gestehen, angefangen beim Attentat auf Kennedy bis hin zur Wahrheit hinter Chemtrails.

Familienunternehmer 4

Schon wieder Post von den Familienunternehmern. Man bezieht sich auf das "erste" Anschreiben und wäre sehr dankbar, wenn ich mich telefonisch oder per Mail zurückmelden würde, ob und wann ich ein Telefonat oder Treffen einrichten könnte.

In so einem Fall sollte keine Antwort doch einem "Nein, danke, ich habe kein Interesse an einem Telefonat oder gar einem Treffen" gleichkommen, oder?

Wie fühlt man sich nach drei Wochen ohne Zucker?

Vor ein paar Wochen gab es in der FAZ den Artikel "Wie fühlt man sich nach drei Wochen ohne Zucker?" (Der Artikel ist hinter einer Bezahlschrank, aber das spielt hier jetzt keine Rolle.)

Der Untertitel des Artikels lautet: "Ein Leben ohne Schokolade? Schwierig. Einen Versuch ist es unserer Autorin trotzdem wert. Sie verzichtet drei Wochen lang auf Zucker."

Es geht also darum, dass es für die Autorin schwierig ist, ohne Zucker, Schokolade oder Süßigkeiten allgemein auszukommen. Waren die drei Wochen für sie hart? Kann ich nicht sagen, da mir der Zugriff auf den Artikel fehlt.

Aber ich kann den Bohei um das Thema nicht nachvollziehen. Kristallzucker zu 100% zu vermeiden, erfordert schon einiges an Disziplin, da er vielen Produkten zugesetzt ist. Aber drei Wochen einfach nur auf "Süßes" oder Schokolade verzichten? Wo ist das Problem? Ich kann natürlich nur von mir selber sprechen, aber Schokolade/Süßigkeiten esse ich selten, resp. habe nie ein extremes Verlangen danach (ich bin bekanntlich eher der Chips-Junkie). Getränke sind bei mir bis auf wenige gelegentliche (Club Mate Kraftstoff oder Bundaberg Ginger Beer) Ausnahmen grundsätzlich zuckerfrei. Kuchen gibt es bei uns im Grunde nie und selbst beim sonntäglichen Familenfrühstück bin ich eher der Typ Mettbrötchen und nicht der Typ Nutella.

Ich vermeide Zucker nicht mutwillig (außer bei Getränken), hätte aber aufgrund meines grundsätzlichen Zucker-Konsumverhaltens null Mühe, mehrere Wochen eine komplette Nullrunde zu machen. Die Aussicht, drei Wochen lang auf Zucker zu verzichten, würde mir jedenfalls nur ein müdes Lächeln abringen.

Darauf eine zwei drei Handvoll SchaleTüte Jalapeno-Chips. knusper