Wegen eines Ladendiebs ohne Papiere rief ich die Polizei an und bat um Unterstützung. So weit war alles klar, nur die Verabschiedung durch den Beamten war etwas irritierend: "Wir versuchen, in der nächsten Stunde da zu sein."
Weil gerade Packtag war und wir eigentlich gar keine Zeit hatten, um eine Stunde herumzustehen und auf die Cops zu warten, gab es eine Planänderung. Ich rief wieder an und sagte den Einsatz ab. Da unser Dieb ganz am unteren Ende angekommen war, hatte er ohnehin nicht viel zu befürchten.
Er gab zu, obdachlos und Alkoholiker zu sein, war aber kooperativ und überhaupt nicht aggressiv und hat (und das wirkte wirklich sogar ehrlich auf mich) für seine Tat um Entschuldigung gebeten. Für die Abschreckung wollte ich trotzdem seine Daten aufnehmen. Als ich mit Stift und Klemmbrett aus dem Büro kam, bat er darum, dass ich ihm die Schreibutensilien gebe. In einer erstaunlich schönen Schrift notierte er daraufhin brav alle seine persönlichen Daten und auf Wunsch auch die Stelle, wo er postalisch zu erreichen ist. Das Hausverbot bekam er zwar von uns, aber den Aufwand für die Anzeige erspare ich allen Beteiligten …
Während meine Kassiererin kurz im Umfeld der Kasse aufgeräumt und in genau diesem Moment die Einkaufswagen zusammenschob, kam ein junger Mann mit ein paar Produkten in der Hand zur Kasse.
Da er bis zum Erreichen des Kassentischs die Sachen offen getragen hat, war er wohl ursprünglich darauf eingestellt gewesen, diese zu bezahlen. Die Klauentscheidung muss bei ihm sehr spontan im letzten Moment gefallen sein und so steckte er sich, während er an der Kasse vorbeiging, die Waren in einem Sekundenbruchteil unter die Jacke und verließ unser Geschäft.
Ein Mann steckte sich sieben Flaschen unterschiedlicher Spirituosen in seine Umhängetasche und konnte leider unerkannt den Laden verlassen.
Die Warensicherungsetiketten (Flaschenzippel) an den Flaschen lösten zwar den Alarm aus, als er rausging, jedoch war der Mann leider schneller in der Dunkelheit verschwunden, als irgendein Mitarbeiter von uns die Verfolgung aufnehmen konnte.
Beim Abräumen und Verpacken der Weihnachts-Non-Food-Ware fiel uns auch dieser kleine Karton in die Hände, in der sich einst eine Lichterkette für wenige Euro befunden hat.
Der Karton? Lieblos aufgerissen. Die Lichterkette? Gierig eingesteckt.
Eine Kollegin berichtete mir, dass sie mit ihrem Ehemann bei einem unserer Mitbewerber einkaufen war (tztztz ) und dass sie dort einen Mann gesehen haben, der bei uns vor einer Weile geklaut hatte, aber dabei leider entkommen konnte.
"Den kenne ich noch von der Schule", stellte ihr Gatte fest und hatte den Vornamen des Täters gleich parat. "Ich gucke mal, ob ich den kompletten Namen und die Adresse rausfinde, die gebe ich euch dann!"
Ich bin gespannt und würde mich freuen. Der Typ hatte bei uns hier immerhin Ware in einem mittleren zweistelligen Wert mitgehen lassen.
Direkt nach der Inventur gleich schon die nächsten Inventurergebnisse verschlechtern … Dieser Herr hat sich zwei Flaschen Wein in den Hosenbund gestopft. Ja, "gestopft" beschreibt es sehr passend, denn passen wollten die Flaschen so gar nicht.
Dennoch war er mit seiner Beute erfolgreich entkommen. Wir hatten das nämlich erst hinterher entdeckt, da uns der Typ, der einfach so aus dem Laden ging, irgendwie sonderbar vorgekommen war.
Die vier Pakete Jacobs-Kaffee, die dieser nette Herr mit Basecap auf dem Kopf und Schnupftuch vor dem Gesicht (Verpixelung hätte ich mir eigentlich sparen können) neben anderen Produkten hier herausgetragen hat, lösten erfolgreich den Alarm der Warensicherungsanlage aus.
Bis die Schrecksekunde bei allen anwesenden Mitarbeitern überwunden war, hatte der Mann schon auf seinem unmittelbar vor der Tür bereitgestellten Fahrrad die Flucht ergriffen.
Entwendet hat der Dieb übrigens ein recht ungewöhnliches Sammelsurium an Produkten. Neben den eingangs erwähnten vier Pfund Kaffee hatte er eine 10er-Schachtel Kinder-Milchschnitte, mehrere Packungen Feingebäck / Küchlein von Milka, eine Flasche Duschgel, eine kleine Packung Waschmittel und ein paar Äpfel mit dabei. Ach, ja, klar – den Korb hat er natürlich auch mitgehen lassen …
Ein Mann, den wir als Intensiv-Ladendieb bereits kannten, da er hier schon (mindestens) einen mittleren dreistelligen Schaden verursacht hatte, betrat den Laden und schlich zunächst ein paar Minuten durch die Gänge. Dabei fiel er niemandem auf, auch mir nicht.
Schließlich entschied er sich dazu, zu versuchen, unsere Leergutkasse aufzubrechen, um sich an den Millionen Euro darin zu bereichern. Ob das geplant oder eine spontane Entscheidung war, kann ich nicht sagen. Auf jeden Fall war er nicht erfolgreich und selbst wenn er es gewesen wäre, hätte er in eine gänzlich leere Geldlade geguckt. Wir drucken mit dem Gerät schließlich nur interne Belege zur Verrechnung an der Kasse und zahlen kein Geld aus.
Irgendwann zog er einen Cutter aus der Tasche und fummelte damit in dem Schlitz der Kassenschublade herum. Da ihm der Klingenrest wohl nicht reichte, ging er in einen etwas verborgeneren Bereich (nicht für die Videoaufzeichnung) in der Getränkeabteilung und baute sein Messer um. Mit einer neuen Klinge versuchte er erneut sein Glück bei der Leergutkasse. (Die zehn Tafeln Zotter-Schokolade, die dort standen, hätten ihm eine lohnendere Beute verschafft …)
Während er dort gerade am Fummeln war, kam ich aus der Backstube. Im ersten Sekundenbruchteil hatte ich ihn von hinten wegen der schwarzen Jacke für eine Kollegin gehalten, die dort wie so oft mit einem Handauszeichner irgendeinen Artikel mit einem Preisschild beklebte. Dann fiel mir auf, dass das nicht die Kollegin war, sondern da jemand gewaltsam an der Kasse herummanipulierte.
Jetzt kommt der Moment, in dem ich mich immer wieder ohrfeigen könnte: Ich kann zwar komplexe Projekte vollständig aus dem Gedächtnis koordinieren, aber mein Erinnerungsvermögen für Gesichter ist für den Allerwertesten. So verwechselte ich den Mann adrenalingeladen im ersten Augenblick mit einem anderen Typen, der hier längst Hausverbot hat, dessen Personalien uns aber bekannt sind. Weil ich wenig Zeit hatte, schob ich den Kerl wortwörtlich und ziemlich rüde aus dem Laden und drohte ihm an, sich hier nicht wieder blicken zu lassen.
Es dauerte keine fünf Minuten, bis mir die Erkenntnis kam, dass das der Dieb ist, der hier schon häufiger volle Taschen mit Käse und Schokolade aus dem Laden getragen hat. ICH HÄTTE IHN GEHABT!!! AHHHH!
War vielleicht aber auch gar keine so schlechte Entscheidung, die unmittelbare Konfrontation mit ihm zu vermeiden. Ich war ihm zwar körperlich haushoch überlegen, aber falls der sein Messer gezückt hätte, wäre das unter Umständen ungesund ausgegangen.
Das Videomaterial ist auf jeden Fall vollumfänglich gesichert und wird mit einem Strafantrag gegen Unbekannt den Weg zur Polizei finden. Der Typ ist auf jeden Fall nicht nur ein Gelegenheitsdieb und das Mitführen des Messer und der Versuch, eine Kasse aufzubrechen, werden vielleicht sogar in Bremen anders gewertet als ein Ladendiebstahl. lol.
Ein Mann ließ vor dem Kühlregal zunächst zwei Packungen Krustenbratenaufschnitt und danach noch eine Dose Bier in seiner Jacke verschwinden. Anschließend verließ er den Laden, ohne diese Artikel zu bezahlen.
Aufgefallen ist der Diebstahl wie so oft, weil meinen Mitarbeitern an der Kasse aufgefallen war, dass ein "komischer Typ" einfach so rausgegangen war …
Man staunt immer wieder, mit welcher Leichtfertigkeit Leute Dinge einfach einstecken. Zumindest wirkt es auf mich oft leichtfertig, so als wäre es das Normalste auf der Welt und kein Akt zwischen Straftat und Dududu. Aber vielleicht ist auch einfach nur die letztgenannte, ähhm, "Konsequenz" das große Problem hier.
Wir wunderten uns darüber, dass im Kaffee-/Kakao-Regal der Platz von den Nesquick-Nachfüllbeuteln komplett leer war. Ein Blick in die Videoaufzeichnung verschaffte Klarheit: Das Getränkepulver war mal wieder zum Objekt der Begierde eines Ladendiebs geworden …
Oder wie man so schön sagt: In Bremen "Links der Weser" nichts Neues.
Eine junge Frau, die ich dem Drogenmilieu zuordnen würde (und die viel zu jung für ein solches Lebens zu sein schien), zappelte wie ein Eichhörnchen nach zwei Litern Espresso durch den Laden. Zwischendurch stopfte sie sich Schokoladenkekse und mehrere Packungen Schokolade in den Ausschnitt – letztere lösten schließlich den Alarm der Warensicherungsanlage aus.
Ein uns unbekannter Mann betrat den Laden, nahm sich einen leeren Einkaufskorb und schlich eine Weile durch die Gänge. Nachdem er mehrere kleine Pakete Espresso-Kaffeepulver in den Korb gelegt hatte, entdeckte er schließlich eine regionale Butter für knapp vier Euro das Paket.
Davon stellte erst einen angebrochenen Karton innerhalb des Kühlregals beiseite. Daraufhin packte er zuerst die Kaffeepakete in seinen Rucksack und anschließend die Butterpäckchen aus dem zur Seite gestellten Karton.
Zur Krönung seiner Tat nahm er sich noch den vollen Karton vom Regalplatz und kippte den Inhalt noch samt und sonders in seinen Rucksack – insgesamt entwendete er auf diese Weise 33 Pakete Butter, 8,25 kg, im Verkaufswert von rund 120 Euro. Plus den Kaffee dazu macht einen verursachten Schaden in Höhe von rund 160 Euro.
Wie masochistisch muss man veranlagt sein, um überhaupt noch in dieser Stadt einen Laden wie den meinen zu betreiben?
In der Videoaufzeichnung war leider nicht zu erkennen, warum diese beiden leeren Packungen "Schoko-Tröpfchen" (Backzutat von Dr. Oetker) im Regal lagen. Die Anlage ist nun mal nicht dazu gemacht, gezielt in die Regale zu gucken. Wenn ich an dieser Stelle wagemutig die Behauptung in den Raum werfe, dass der Inhalt der beiden Packungen geklaut worden ist, liege ich aber wohl vermutlich nicht allzu verkehrt …
(Die Schachtel rechts im Bild lag übrigens nicht zu lange in der Sonne und ist ausgeblichen. Der PC-Bildschirm dahinter hat die Szene in ein bläuliches Bild getaucht und den Weißabgleich der Handykamera an den Rand des Burnouts getrieben. )
Ein Mann fummelte sich extrem Umständlich neben wenigstes einem Artikel, den wir nicht zweifelsfrei identifizieren konnten (möglicherweise eine Dose Corned Beef) eine Tüte mit mehreren Brötchen und einem Baguette in die Jacke.
Das hätte auch einfacher und schneller gehen können, aber der Täter bevorzugte es, den korrekten Sitz seiner Beute innerhalb der Jacke mehrfach zu kontrollieren und erneut zu richten.
Die Aktion hatte uns dennoch keinen Vorteil verschafft, er konnte mit seiner Beute entkommen. Aufgefallen war er nur einer Kollegin an der Kasse, die uns informierte, dass da eben so ein komischer Typ rausgegangen war, ohne etwas zu bezahlen.
Ein junger Mann betrat den Laden und stahl eine Flasche Wodka, von der er erfolgreich die angebrachte Flaschensicherung entfernen konnte. Man braucht schon sehr viel Kraft, um die Konstruktion mit der Metalleinlage zu zerstören und ich gehe davon aus, dass der Dieb in diesem Fall einfach nur Glück hatte, dass er die Sicherung nach kurzer Fummelei entfernen konnte.
Am Folgetag kam er wieder und versuchte erneut sein Glück. Mehrere Minuten lang probierte er die unterschiedlichsten Flaschen durch und versuchte, von ihnen die Sicherungen zu entfernen, jedoch erfolglos.
Durch mehrminütige Fummelei wurde ein Kollege auf ihn Aufmerksam, so dass wir ihn am Ausgang stoppten und seine Personalien für den Wodka-Diebstahl aufnahmen.