Regional
Ein Außendienstmitarbeiter eines Lieferanten war mit einem unserer MDE-Geräte, das ihm einer meiner Mitarbeiter gegeben hatte, vor dem Regal mit seiner Ware zugange. "Wir brauchen aber keine Ware", sagte ich zu ihm mit einem Blick auf das noch gut gefüllte Regal.
"Nein, keine Angst, ich will nur die Regaletiketten austauschen", klärte er mich auf.
Innerlich folgte ein kurzes, entspanntes Aufatmen, das jedoch nur einen Sekundenbruchteil dauerte. Dann stellte sich erst mir und ich dann dem Außendienstler die Frage, was da für neue Etiketten ran sollen. Preisänderungen müssten aktuell sein und falls sich der Preis spontan ändern sollte, würde es mit neuen Etiketten nicht getan sein. Er beruhigte mich und erklärte mir, dass er nur Etiketten mit dem Aufdruck "regional" aus unserem System erzeugen wollte. Das sei ja ein schöner Hinweis für die Kunden.
Er wirkte etwas fassungslos, dass ich das anders sah. Okay, der Honig aus der Lüneburger Heide ist regional. Die Lüneburger Heide ist zwar ein großes Gebiet, fängt aber ein Stück südöstlich von Bremen an und ist noch im Rahmen einer Fahrradtour bequem zu erreichen. Das lasse ich durchgehen.
Schwarzwaldhonig oder Honig aus Brandenburg hier mit Regional zu bewerben ("Der ist doch aus der Region Schwarzwald, wo soll Schwarzwaldhonig sonst herkommen?") fand ich jedoch reichlich unsinnig. Das was ich unter "regional" verstand, klärte er mich auf, würde in der Edeka-Welt als "lokal" bezeichnet werden. Aber wenn es mein ausdrücklicher Wunsch sei, würde er die Etiketten natürlich nicht ändern.
Ich gebe zu, es war mein Wunsch. Das Endkunden-Ich in mir würde sich verarscht fühlen, wenn ein Honig aus dem Schwarzwald hier mit dem Hinweis auf Regionalität beschriftet wäre. Ernsthaft? Dann können wir den Hinweis auch gleich auf ALLES schreiben, was wir hier verkaufen. Kommt alles vom selben Planeten und wird nicht vom Mars oder Kepler-442b importiert.
Seht ihr das anders? Bin ich da zu kleinlich?
"Nein, keine Angst, ich will nur die Regaletiketten austauschen", klärte er mich auf.
Innerlich folgte ein kurzes, entspanntes Aufatmen, das jedoch nur einen Sekundenbruchteil dauerte. Dann stellte sich erst mir und ich dann dem Außendienstler die Frage, was da für neue Etiketten ran sollen. Preisänderungen müssten aktuell sein und falls sich der Preis spontan ändern sollte, würde es mit neuen Etiketten nicht getan sein. Er beruhigte mich und erklärte mir, dass er nur Etiketten mit dem Aufdruck "regional" aus unserem System erzeugen wollte. Das sei ja ein schöner Hinweis für die Kunden.
Er wirkte etwas fassungslos, dass ich das anders sah. Okay, der Honig aus der Lüneburger Heide ist regional. Die Lüneburger Heide ist zwar ein großes Gebiet, fängt aber ein Stück südöstlich von Bremen an und ist noch im Rahmen einer Fahrradtour bequem zu erreichen. Das lasse ich durchgehen.
Schwarzwaldhonig oder Honig aus Brandenburg hier mit Regional zu bewerben ("Der ist doch aus der Region Schwarzwald, wo soll Schwarzwaldhonig sonst herkommen?") fand ich jedoch reichlich unsinnig. Das was ich unter "regional" verstand, klärte er mich auf, würde in der Edeka-Welt als "lokal" bezeichnet werden. Aber wenn es mein ausdrücklicher Wunsch sei, würde er die Etiketten natürlich nicht ändern.
Ich gebe zu, es war mein Wunsch. Das Endkunden-Ich in mir würde sich verarscht fühlen, wenn ein Honig aus dem Schwarzwald hier mit dem Hinweis auf Regionalität beschriftet wäre. Ernsthaft? Dann können wir den Hinweis auch gleich auf ALLES schreiben, was wir hier verkaufen. Kommt alles vom selben Planeten und wird nicht vom Mars oder Kepler-442b importiert.
Seht ihr das anders? Bin ich da zu kleinlich?
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hndrk on :
Crazy_Borg on :
Nach der Definition ist nämlich alles regional, weil es da hergestellt wurde was als Adresse auf dem Etikett steht.
Da würde dann nur das "Hergestellt für netto/Aldi/etc" herausfallen.
Ob man jetzt einen 50km oder 100km Umkreis sieht ist noch verhandelbar. Aber Aachener Printen z.B. in Bremen als Regional zu bezeichnen fände ich recht frech.
Chris_aus_B on :
In der Realität ist es leider so, dass meist Hersteller, vielleicht auch Verkäufer, mit Hilfe von Juristen den Begriffen Bedeutungen zuweisen, im allgemeinen als "nicht falsch" bezeichnen kann, aber mehr oder weniger stark von der allgemeinen Bedeutung für den Kunden abweichen. Wer erwartet im Lebensmittel unterhalb von regional noch die Klassifizierung lokal, außer vielleicht beim klassischen und eher ausgestorbenen Schalchter oder Bäcker im Ort.
Ähnlich ist es mit dem "kaufen" digitaler Musik, Videos oder Spielen, die dann plötzlich verschwunden sind, weil man nicht "das Video" gekauft hat (konnte man gar nicht), sondern nur eine Abspielerlaubnis mit allen möglichen Einschränkungen durch den Verkäufer erworben hat.
Chris_aus_B on :
Editieren wäre wirklich schön ... (und bringt neue Probleme)
Cliff on :
sveng on :
Eule on :
Klodeckel on :
Das einzig Gute on :
Silvan on :
nicht der andere on :