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Doppelblogeintrag: "Lustige Strichcodes 826" und "Cake? Cake?? CAKE???"

Während ich den eigentlich Teil dieses Blogeintrags geschrieben habe, trudelte hier eine E-Mail von Blogleserin Monika ein, die auf einer Packung Jaffa Cakes von "McVitie's" diesen Strichcode entdeckt hatte:



Monika kommentierte das Bild folgendermaßen: "Die Striche sind sich offenbar nicht einig, ob es sich nun um Kekse oder Kuchen handelt" – und lustigerweise handelte aber genau davon der Text, an dem ich gerade schrieb. Dieses Strichcode-Motiv hat nämlich einen real existierenden Hintergrund.

An Monika vielen Dank für die Zusendung und hier lest hier nun, warum die "Jaffa Cakes" so heißen, wie sie heißen … :-)

Hat eigentlich von euch irgendjemand schon einmal darüber nachgedacht, warum "Jaffa Cakes" eigentlich "Cakes" und nicht "Cookies" oder ähnlich heißen? Vermutlich nicht, oder? Und wenn einem mal aufgefallen ist, dass das ja nun nicht wirklich Kuchen sind, wurde der Name vermutlich als ein kreativer Anflug irgendeines Marketingmenschen abgetan. Aber dazu gibt es eine Geschichte, die Namensgebung dieses Gebäcks ist in der Vergangenheit zu suchen. Wenngleich es nur ein paar Jahrzehnte her ist, hier erwartet euch jetzt also keine Reise ins Mittelalter …

Die "Jaffa Cakes" (die ich hier in Deutschland jahrzehntelang nur unter der Marke Griesson kannte und die es inzwischen (zumindest bei uns) auch als Eigenmarke gibt), sehen auf den ersten Blick aus wie profane Kekse: Rund, mit gut 50mm Durchmesser handtellergroß (bei Kindern), oben mit Schokolade überzogen und innen mit Frucht(gelee)füllung, ursprünglich aus Orangen.

Obwohl sie "Cakes" hießen, bestand 1991 die Steuerbehörde in England darauf, dass es doch eigentlich nur schokoladenüberzogene Kekse sind, womit sie mehrwertsteuerpflichtig geworden sind oder wären. Einige Monate später landete der Fall vor einem Gericht und dort wurde schließlich entschieden, dass die Jaffa Cakes rechtlich Kuchen sind und daher heißen sie bis heute "Cakes".

Während der Verhandlungen musste vor allem geklärt werden, was ein "Jaffa Cake" eigentlich ist. Die Begründungen waren teilweise grotesk sachlich: Kekse werden mit der Zeit weich, Kuchen dagegen hart. Also ließ der Hersteller einen Jaffa Cake eine Weile an der Luft liegen, was zu dem Ergebnis führte, dass der "Keks" hart wie ein ausgetrockneter Kuchen wurde. Damit war der Fall praktisch entschieden, wenngleich es noch andere Argumente (Bisquitteig, Konsistenz) gab, die im Laufe der Verhandlungen angeführt wurden. Es gab natürlich auch Gegenargumente (Klein wie Kekse, werden mit den Fingern gegessen etc.), aber unterm Strich wurde festgehalten, dass "Jaffa Cakes" genug Eigenschaften eines Kuchens haben, um steuerrechtlich als Kuchen zu gelten.

Inzwischen zahlt man übrigens in England wieder Mehrwertsteuer (VAT) auf die Jaffa Cakes, allerdings nur den verringerten Steuersatz und nicht den vollen Wert.


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