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Erst nix, dann eilig!

Ein Kollege war vor längerer Zeit buchstäblich über Nacht verschwunden. Seine gemietete Wohnung hatte er wie eine Müllhalde hinterlassen, er kam nicht mehr zur Arbeit und war nicht mehr erreichbar. Aus Arbeitgebersicht musste ich natürlich irgendwie reagieren und so habe ich zunächst mehrere Abmahnungen und schließlich eine fristlose Kündigung in den Briefkasten geworfen. Diese Schreiben haben ihn natürlich nie erreicht, da er schon gar nicht mehr in der Stadt oder überhaupt hier in der Region war. Die Dreiwochenfrist für eine Kündigungsschutzklage verstrich ebenfalls ohne eine Reaktion und so meldeten ich ihn hier schließlich in der Lohnbuchhaltung ab und erledigte auch sonst alle anfallenden Formalitäten.

Ein knappes Dreivierteljahr später meldete sich plötzlich aus einer rund 200 km entfernten liegenden Stadt die Abteilung der Stadtverwaltung, die für finanzielle Beratung und Wohnhilfen zuständig ist. Mein ehemaliger Mitarbeiter säße nun dort und bräuchte Hilfe – und daher solle ich ihnen doch bitte so schnell es geht den Schriftverkehr (Abmahnungen / Kündigung) und auch Lohnnachweise / eine Arbeitsbescheinigung zukommen lassen.

Ich kann ja verstehen, dass es nun, wo sich der Herr dazu durchringen konnte, diese Hilfe anzunehmen, schnell gehen muss. Wer wohnungslos ist und sich dazu durchringen konnte, Hilfe anzunehmen, will sicherlich die Situation so schnell es geht wieder verlassen. Aber dennoch wirkt dieser Elan wie ein plötzlicher Aktivismus nach der monatelangen Lethargie …

Es ist nicht nur eine Floskel, sondern ich schreibe dies aus ganzem Herzen: Ich wünsche ihm, dass er sein Leben wieder in den Griff bekommt und alles wieder gut wird bei ihm. Das hat hier bei uns zwar ein etwas seltsames Ende gefunden, aber ich habe ihn immer sehr geschätzt, als Mitarbeiter wie auch persönlich. Das meine ich ernst! Ob das Arbeitgeber-Ich von mir ihm nach dem Theater erneut einen Job anbieten würde, weiß ich nicht, aber er ist ganz bestimmt kein schlechter Mensch.

Gute Antwortmöglichkeit in der IHK-Umfrage

Kürzlich kam eine Umfrage der Handelskammer Bremen hier an. Es ging um Azubis. Die erste Frage war natürlich, ob das Unternehmen generell ausbildet und ob man schon mal ausgebildet hat. Dann sollte man angeben, ob man aktuell ausbildet, wie viele Ausbildungsplätze man anbietet, welche Möglichkeiten die Azubis haben und so weiter und so weiter.

Die Frage "Bildet Ihr Unternehmen derzeit aus?" hatte ich natürlich wahrheitsgemäß mit "Nein" beantwortet. Da kam dann erst einmal die Frage, ob ich überhaupt ausbildungsberechtigt bin, diese bejahte ich. Darauf folgte die Frage, warum ich derzeit nicht ausbilde. Die Antwortmöglichkeiten darauf waren vielfältig, aber eine der vorgegebenen Antworten sprach mir aus der Seele – und genau so sendete ich die Umfrage auch ab.