Eigentlich bin ich sehr eigen, wenn es um ungefragt an unsere Tür geklebte Aushänge geht. Die Plakate im unteren Bereich haben ein Eigenleben entwickelt und ich bin da auch hinsichtlich der Fülle und Auswahl der beworbenen Veranstaltungen recht entspannt. Solange kein breites, scheibenzukleisterndes Klebeband, sondern einfach nur Tesafilm benutzt wird, soll doch jeder seinen Kram da aufhängen. Alle anderen Scheiben sind tabu, also die Seitenscheiben und vor allem auch der obere Bereich.
Nun vermisst jemand hier aus dem Umfeld seinen Kater und hat den
Tasso-Aushang hier an die Tür geklebt. Mitten an eine der oberen Scheiben. Mit breitem Klebeband. Der Monk in mir möchte den Aushang sofort entfernen (und woanders hinkleben), der Tierliebhaber versteht die Verzweiflung von Wolkes Dosenöffnern und würde wohl selber jede Chance nutzen wollen, maximale Reichweite für so ein Gesuch bekommen zu können.
Während ich diese Zeilen schreibe, schnappte sich Ines den Tesafilm-Abroller und hat als Kompromiss den Aushang oben an der Scheibe belassen, aber das dicke Klebeband entfernt und den Zettel mit Klebefilm neu festgepappt, das auf der Scheibe weniger Rückstände hinterlässt.
Ines und ich sprachen über Saisonartikel, vor allem die Pleite bei den Ostersüßwaren in diesem Jahr, die andere deutlich schlimmer als uns getroffen hatte. Spätestens im Herbst werden wir die Artikel für nächstes Jahr bestellen müssen und unsere Überlegung ging in die Richtung, dass es drei wesentliche Artikelgruppen gibt:
1. Die (mehr oder weniger) hochwertigen Markenprodukte, angefangen bei den Klassikern wie Milka bis hin zu Marken wie Lindt, Niederegger, Reber etc.
2. Eigenmarken oder günstige Zweitmarken wie Zentis oder Riegelein.
3. Saisonartikel von bekannten Marken wie Oreo, Mars, KitKat, Smarties, etc.
Fangen wir hinten an: Diese Produkte hatten wir in der Vergangenheit immer mal ausprobiert, aber zu Weihnachten wie zu Ostern kamen wir immer zum selben Ergebnis, nämlich dass diese bei uns nicht oder zumindest nur sehr schlecht laufen. Bis auf ganz wenige Ausnahmen bestellen wir davon inzwischen im Grunde gar nichts mehr und wenn, dann höchstens nur in einzelnen Kartons und nicht als ganze Aufsteller.
Eigenmarken sind natürlich eine günstige Möglichkeit, Saisonartikel anzubieten. Wenn ich mir angucke, in was für Massen diese Artikel in anderen Märkten und gerade bei den Discountern angeboten werden, staune ich immer wieder. Bei uns tun sie sich relativ schwer. Es gibt vereinzelte Produkte, die gut laufen, aber andere stehen wie Blei herum. Wir hatten in dieser Saison zum Beispiel neue Osterhasen unserer Edeka-Eigenmarke, die im Grunde samt und sonders auf dem Restetisch gelandet waren. Unser Discount-Marzipan, vor allem -Kartoffeln, liefen auch eher nur sehr verhalten, während andere Produkte (auch von gut&günstig) sich richtig gut verkauften, Gebäck vor allem.
Die Entwicklung bei den großen Marken hat jeder selber beobachten können. Die Ware steht teilweise jetzt noch in den Läden, selbst zu Supersonderpreisen verkauft sie sich nicht. Man bekommt mitunter schon das Gefühl, dass die Kunden die Produkte regelrecht boykottieren – und auf der Basis sollen wir in ein paar Wochen die Bestellung für die Weihnachtssüßwaren zaubern. Das kann ja was werden!
(Eigentlich gibt es noch einen vierten Punkt. Nur eine einzige Marke, aber mit einer ziemlichen Relevant: Ferrero. Das sind nicht gerade günstige Produkte, aber Ferrero schafft es (bis auf die Rezepturänderung bei Nutella vor ein paar Jahren) nicht negativ aufzufallen und die Qualität gleichbleibend zu halten. Die Artikel laufen daher auch fast immer, wenngleich sich die "festlichen Aufmachungen" der Pralinen-Klassiker bei uns auch eher nur sehr schleppend verkauf(t)en und daher von uns nicht mehr bestellt werden.)
Noch mal zurück zum Titel dieses Beitrags: Das war gestern Abend mein Gedanke beim Gespräch mit Ines. Ich hatte gesagt: "Man kann schon fast besser darauf verzichten als sich mit diesen Produkten im nächsten Jahr wieder zu belasten."
Wir hatten dieses Jahr schon wenig Ostersüßwaren im Vergleich mit den vergangenen Jahren und ich denke, nächstes Jahr wird das noch einmal ein gutes Stück übersichtlicher werden bei uns …
Eine meiner Kolleginnen hat Post bekommen von der super seriösen Firma "ParkControl 24": Ihr wird vorgeworfen, ca. 10 Minuten auf einem Parkplatz gestanden zu haben, eine von außen erkennbare Ausschilderung war nicht vorhanden – wofür sie 145 Euro bezahlen soll. Sie stand auch tatsächlich auf dem Parkplatz, den Kassenbon des Geschäfts, das dort ansässig ist, hat sie jedoch nicht mitgenommen.
Wir haben über die Website von PC24 Widerspruch eingelegt. Das ist schon ein Abenteuer für sich, denn nach jedem (!) Klick kam die Meldung, dass man damit keinen Erfolg haben wird und dass es günstiger ist, sich direkt auf die Forderung einzulassen. Am Schluss konnten wir noch einen "Nachlass" bekommen (Exakt 0 Euro), der aber nur 5 Minuten gewährt wurde. Wie auf vielen anderen unseriösen Websites auch lief ein Countdown ab, um den abgezockten Kunden schnell zu einer Zahlung zu bewegen.
Noch haben wir keine Rückmeldung bekommen und sind gespannt.
Zwei Gedanken habe ich noch zu dieser Firma:
1. Sie werben damit, dass auch die Edeka Kunde bei ihnen sei. Ich habe mal bei uns im Vertrieb angeregt, ausdrücklich vor einer Zusammenarbeit mit diesem Unternehmen zu warnen, falls einzelne Edekaner diese Art der "Parkraumbewirtschaftung" in Anspruch nehmen sollten. Das wirft ein schlechtes Licht auf den Unternehmensverbund.
2. Ganz interessant waren die "Beweisbilder", die sich die Kollegin hochauflösend herunterladen konnte: Darauf zu sehen ist viel öffentlicher Raum rund um den Parkplatz und vor allem die Kennzeichen der anderen dort gerade parkenden Fahrzeuge. Ist bestimmt interessant, diese der entsprechenden Behörde mal mit dem Hinweis auf die DSGVO zukommen zu lassen.
Wenn Leute Plakate an die Tür hängen wollen, erlauben wir das schon seit Anfang an. Aber unter einer Bedingung: Nur an den beiden Türen im unteren Bereich. Nicht oben, nicht an den Seitenscheiben, nur unten. Das klappt auch immer ganz gut.
Was mir unregelmäßig immer wieder auf den Keks geht, sind die Reste von Klebestreifen oder dickem Klebeband, die immer an der Scheibe verbleiben. Bekommt man zwar rückstandslos wieder weg und meistens überlassen wir dieses Ökosystem sich selbst, aber wenn mir sowas wie im Bild unten auffällt, möchte ich die Plakate-Aufhängerei am liebsten immer gleich grundsätzlich untersagen. Aber andererseits tut es ja niemandem weh und meistens sieht es ja auch nicht ganz so übel aus …
(Und alle drei Monate kommt der Fensterputz-Service und macht einmal alles weg und sauber, dann hat sich das auch immer sowieso für einen Augenblick erledigt.)
Inzwischen habe ich das Video aus der Überwachungskamera bekommen, die am Moschee-Gebäude hängt und vor allem deren Fläche überwacht.
Bei völliger Dunkelheit am Anfang des Videos ist leider nicht viel zu erkennen. Unsere Beleuchtung hier am Gebäude reicht nicht aus, um das Gelände bis auf die andere Seite des Zauns ausreichend zu beleuchten. Wie der Dieb den Sack über unseren Zaun hebt, ist also nur mühsam zu erahnen, ich habe zumindest noch versucht, mit Hilfe der Videosoftware noch etwas mehr Erkennbarkeit in das Filmchen zu zaubern.
Bei 0:18 schalten sich durch den Bewegungsmelder getriggert die UV-Strahler an der Kamera ein, aber leider reicht die Qualität nicht aus, um den Mann erkennen zu können. Man sieht deutlich, wie er den Sack unter den
hier bereits erwähnten Unterstand legt und anschließend noch die restlichen Gebinde einsammelt. Der Sack war offenbar oben an den Spitzen des Zaunes hängengeblieben und dabei aufgerissen, woraufhin ein Teil des Inhalts herausgefallen war.
Anschließend verschwand der Mann.
Was dann passierte und ob er oder jemand anders (oder überhaupt jemand) etwas von dem Inhalt des nun aufgerissenen Sacks mitgenommen hat, ließ sich nicht ermitteln. Ist jetzt auch egal.
Konsequenz für uns: Wir werden hier noch eine eigene Kamera zur Überwachung des Hofs installieren. Die Idee mit Nato-Draht oben auf dem Zaun kam mir zwischendurch auch in den Sinn, aber ich glaube, das wäre etwas arg übertrieben.