Ein
Kleinstlieferant hat mir von sämtlichen bislang in diesem Jahr ausgestellten Rechnungen neuere Versionen mit aufgeschlagener und ausgewiesener Mehrwertsteuer geschickt. Der Grund dafür ist einfach: Er hat mittlerweile die 17.500 Euro Umsatz überschritten und ist damit umsatzsteuerpflichtig geworden.
Mir ist es egal, ich bekomme das Geld ja direkt im Folgemonat als Vorsteuer wieder. Und an meinen Lieferanten: Herzlichen Glückwunsch. Das Geschäft beginnt zu laufen.
…kommt gerennt.
Klappt auch bei Zotter.

Hier ist sie, die erste Lieferung für die Saison 2011/2012. Vier große, schwere Kartons voller böser Kalorien:
Eine nette Dame der telefonischen Bestellannahme von Coa-Cola rief an und wollte meine Bestellung aufnehmen. Ich fing oben auf unserer Liste an:
Einmal Powerade Wild Cherry
Oh, das kann ich gar nicht eingeben.
Höh? Wieso das?
Die ist wohl nicht gelistet bei Ihnen.
Aber wir haben die doch letzte Woche noch bekommen..!
Tut mir Leid, das steht hier so. Ich krieg' die nicht rein.
Über spontane Auslistungen wundere ich mich nicht mehr. Bekommen kann ich zwar letztendlich jeden Artikel irgendwie, aber das ist eben immer ein ziemlicher Aufwand. Aber, gut, auf die eine Sorte Powerrade kann ich zur Not auch verzichen.
Okay, dann ist's egal. Dann mache ich jetzt weiter mit den 0,33l-Dosen. Einmal Sprite, bitte.
Die ist auch nicht gelistet.
Was?
Ja, ich kann die nicht eingeben.
Hmm… Und Coke?
Auch nicht.
Mann, was soll denn so eine Scheiße. Sind die wieder im Preiskampf, dass alles ausgelistet wurde, oder was?
Keine Ahnung. Ich habe gerade nochmal nachgesehen, ob die Sachen vielleicht einfach nur nicht lieferbar sind. Aber wir haben Lagerbestand.
Weia. Naja, dann eben weiter. Nestea 1,5l, einmal Mango.
Das kann ich auch nicht eingeben.
Das kann doch nicht sein..! Langsam wird das doch echt albern. Was soll denn das? Die können doch nicht von einer Woche zur anderen alles auslisten!?!
Tzja, und was war's? Sie hatte versehentlich die falsche Kundennummer eingegeben und war bei einem Kunden mit ganz knappem Sortiment gelandet.
Hrhr.
Dieser –ähhm– "Rollbehälter" hat seinen Namen eigentlich nicht verdient. Immerhin sind 50% der Rollen nicht mehr funktionsfähig bis quasi nicht mehr vorhanden. Aber dafür stand das Ding auch bis oben hin mit Getränken voll.
Ein Mitarbeiter unseres wichtigsten Bio-Lieferanten erkundigte sich bei mir, ob wir einen kleinen Gefallen für sie erledigen würden: Im Laufe der Monate/Jahre hatte sich durch falsche Leergutrückgaben ihrer Kunden eine beachtliche Menge klarer Milchflaschen bei denen im Lager angesammelt, die sie nicht an die Bio-Molkerei zurückschicken könnten.
Ob ich die wohl en gros zurücknehmen und an einen meiner anderen Lieferanten zurückgeben könnte, wollte er wissen.
Ach, klar!
Unser abgepacktes Geflügelfleisch bekommen wir mitunter vom Hersteller schon mit roten "
Sonderpreis"-Aufklebern. Diese Aufkleber besagen dann nicht, dass das Produkt wegen eines knappen Verfallsdatum zum hakben Preis zu bekommen ist, sondern einfach nur, dass der Kilopreis des Inhalts günstiger als normal ist:
Ich
vermute, dass es auch Schilder gibt, auf denen "
Aus der Werbung" steht. Anders kann ich mir dieses Konstrukt nicht erklären:
Klingt irgendwie nach einer Fernsehshow.
Vor einer Weile rief mich jemand an und wollte mir "selbstzündende Grillkohle" via Telefonverkauf anbieten. Die Kohle wird wie üblich in Beuteln abgepackt geliefert, allerdings ist sie (vermutlich) ähnlich behandelt, wie die "Grillblöcke" (die ich ja selber
vor ein paar Jahren mal getestet hatte).
Generell klang das Produkt ganz interessant. Aber die Bestellmenge (die Rede war von min. 1Palette) in Verbindung mit dem relativen Hohen Preis von ~6 Euro für einen normalen 2,5- oder 3kg-Sack hat mich davon abgehalten.
Ich könnte mir vorstellen, dass diese Kohle sogar Staub ansetzen könnte.
Der Außendienstmitarbeiter eines Energydrink-Herstellers hatte ein im ersten Moment recht cool wirkendes Angebot für uns: Zwei (große) Aufsteller mit Energydrink-Dosen bestellen und dafür ein kleines Motorrad bekommen.
"Kleines Motorrad" bezeichnet in diesem Fall ein sogenanntes "
Pocket Bike". Die Dinger bekommt man neu schon für deutlich unter 150 Euro.
Bestellen müssen hätten wir dafür allerdings über 800 Getränkedosen mit einem Gesamteinkaufspreis von über 800 Euro. Das wäre
ziemlich viel Ware gewesen.
Aber das Mini-Motorrad..?
Ganz ehrlich? Ich glaube, damit wäre man ein paarmal herumgefahren und dann wäre das Dingens irgendwo im Keller oder in der Garage verstaubt. Also habe ich das Angebot abgelehnt. Und wenn mir irgendwann mal der Sinn nach einem Pocket-Bike stehen sollte, kann ich mir so ein Teil immer noch kaufen.
Ein Versandhandel für Bonrollen rief mich an und wollte mir im Telefonverkauf die unterschiedlichsten Papierrollen für meine Kassen und ec-Geräte anbieten. Ich Laufe des Gesprächs stellte sich heraus, dass sie die Rollen, die ich für meine Kassen benötige, nicht regulär im Sortiment haben. Seine Erklärung:
"Da haben Sie Kassen im Einsatz, die nicht für den Einzelhandel gedacht waren. Gastronomie vielleicht."
Wie, bitte? Nicht für den Einzelhandel gedacht? Die "Beetle"-Kassen von Siemens/Wincor/Nixdorf sind zwar nicht mehr die allerneuesten, waren aber bis vor ein paar Jahren in etlichen tausend Supermärkten in Deutschland im Einsatz. Zum Beispiel hat der Discounter PLUS sie verwendet, SPAR sowieso, sonst hätten wir sie ja auch nicht.
Das war's dann mit der gefühlten Fachkompetenz.
Vor ein paar Tagen war die Außendienstmitarbeiterin eines Werbemittelherstellers bei mir und hat mir die unterschiedlichsten Produkte angeboten. Die klassischen "Give aways" (z.B. Kugelschreiber, Feuerzeuge, Einkaufswagenchips) kann ich gar nicht gebrauchen.
Ganz witzig waren eigentlich diese Flaschenöffner auf zwei Beinen, die man auch für irgendwelche Aktionen (z.B. als Draufgabe bei einer Kiste Bier) benutzen könnte. Aaaaaaaaber… Die Mindestabnahmemenge beträgt 450 Stück. Das wäre mir hier zu viel, aber man könnte die Menge ja auf beide Läden aufteilen. DANN wiederum müssten die kleinen Kerle aber beidseitig unterschiedlich (vorne SPAR, hinten nah&gut) bedruckt werden und aufgrund der beiden verschiedenen Logos kämen wir um einen klassischen Vierfarbdruck nicht herum – das würde insgesamt aber Kosten von rund 3,50€ netto pro Flaschenöffner bedeuten. Insgesamt würde mich der Spaß mal eben knapp 2000 Euro kosten und
das ist mir dann doch für eine "kleine Werbemaßnahme" entschieden zu viel…
In einem Punkt staune ich ja immer wieder über unseren Lieferanten für türkische Lebensmittel: Morgens um kurz nach sieben Uhr habe ich mein Fax mit der Bestellung hingeschickt und eine knappe Stunde später habe ich die Ware schon hier im Laden stehen.
Auch die Feuerwerksartikel für Silvester müssen relativ früh im Jahr bestellt werden. Gerade eben habe ich eine Mail an meinen Kundenbetreuer beim Lieferanten geschickt, in der ich alle Artikel mitsamt Mengen aufgeführt habe. Einen Auftrag wird er daraus aber noch nicht machen, sondern mir erstmal ein Angebot erstellen.
Ich fürchte nämlich, dass wir uns vor lauter Euphorie ob der vielen schönen Artikel viel zu sehr haben hinreißen lassen. Was übrigbleibt (mal mehr, mal weniger, manchmal fast gar nichts) nimmt zwar an meinem privaten Jahreswechsel teil, aber man muss es ja auch nicht gleich übertreiben.
Ich glaube, diese Rechnung ist
getürkt.
Vorhin bekam ich einen Werbeanruf. Man wollte mir Tomatenchips der Marke PAULA verkaufen. Die kalorienfreie [sic!] Alternative zu Kartoffelchips: Gefriergetrocknete und gewürzte Tomatenscheiben. Nie gehört und nie gesehen und darum wollte ich am Telefon nicht einfach zusagen.
Mal sehen, ob mein Wunsch nach Zusendung einiger Probetütchen erfüllt wird. Ich werde berichten, falls ich welche bekommen.
Mit der Tagespost trudelte hier der Katalog mitsamt Preisliste eines Feinkostlieferanten ein, mit den ich bislang noch nie zu tun hatte. Aus dem Anschreiben:
Sehr geehrte Damen und Herren,
anbei erhalten Sie, auf Veranlassung von Herrn Krusche, unseren aktuellen Bildkatalog inkl. entsprechender Preislisen.
Und ich rätsle nun die ganze Zeit, wer denn nun wohl dieser Herr Krusche ist?!?