CS' Werbung für Bewertungslöschungen
Christian Solmecke von der Kanzlei WBS.LEGAL dürfte vielen Menschen bekannt sein, die bei YouTube gelegentlich nach Antworten auf rechtliche Fragen suchen. Er erklärt mit über 1 Million Abonnenten komplizierte Themen verständlich, wirkt sympathisch und hat auch bei mir über die Jahre durchaus einen gewissen Sympathie- und Vertrauensbonus angesammelt.
Umso irritierter war ich, als ich neuerdings Werbevideos von/mit ihm sah, in denen er Werbung für einen Dienstleister machte, der Unternehmen dabei hilft, negative Google-Bewertungen löschen zu lassen. Nicht erschlossen hat sich für mich, ob er in dem Fall nur als Testimonial dient oder ob er in die Firma involviert ist – immerhin wirbt er mit der Aussage: "Meine Experten prüfen deinen Fall kostenlos und sagen dir konkret, wie viele Sterne wir realistisch für dich zurückholen können."
Natürlich gibt es erfundene Bewertungen, Beleidigungen und nachweislich falsche Behauptungen. Dagegen müssen Unternehmen sich wehren können. Auch ich haben schon bekanntlich einige Rezensionen bekommen, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob der Verfasser überhaupt jemals meinen Laden betreten hat.
Aber "rechtswidrige Bewertungen entfernen" klingt eben deutlich weniger verkaufsfördernd als "negative Bewertungen löschen" – und genau dort beginnt mein Unbehagen. Eine schlechte Bewertung ist nicht automatisch falsch oder rechtswidrig. Manchmal ist ein Kunde ungerecht, manchmal hat er etwas missverstanden – und manchmal war die Leistung des bewerteten Unternehmens eben wirklich nicht besonders gut.
Bewertungsportale haben aber auch nur dann einen Sinn, wenn dort eben ausdrücklich nicht ausschließlich das stehenbleibt, was dem bewerteten Unternehmen gefällt.
Ich weiß nicht, wie der beworbene Anbieter im Einzelfall arbeitet, und ich unterstelle ihm auch nicht, berechtigte Kritik gezielt verschwinden zu lassen. Dennoch bleibt bei solchen Geschäftsmodellen ein unangenehmer Beigeschmack: Statt die Ursache schlechter Bewertungen zu beseitigen, beschäftigt man sich professionell mit deren Entfernung. Das kenne ich nun aus eigener Erfahrung als Rezensent. Und oft ist es ja so, dass normale Verbraucher ihre Rechte nicht kennen oder keine Lust auf juristischen Schriftverkehr haben und dann lieber einknicken und die Bewertung einfach der Löschung preisgeben. Das war bei mir nicht anders.
Dass ausgerechnet Christian Solmecke dafür seinen Namen und seinen Vertrauensbonus hergibt, finde ich enttäuschend. Rechtlich wird das vermutlich alles sauber sein, aber gerade er könnte uns sicher ausführlich erklären, dass "rechtlich zulässig" und "macht einen sympathischen Eindruck" zwei vollkommen unterschiedliche "Tatbestände" sind.
Umso irritierter war ich, als ich neuerdings Werbevideos von/mit ihm sah, in denen er Werbung für einen Dienstleister machte, der Unternehmen dabei hilft, negative Google-Bewertungen löschen zu lassen. Nicht erschlossen hat sich für mich, ob er in dem Fall nur als Testimonial dient oder ob er in die Firma involviert ist – immerhin wirbt er mit der Aussage: "Meine Experten prüfen deinen Fall kostenlos und sagen dir konkret, wie viele Sterne wir realistisch für dich zurückholen können."
Natürlich gibt es erfundene Bewertungen, Beleidigungen und nachweislich falsche Behauptungen. Dagegen müssen Unternehmen sich wehren können. Auch ich haben schon bekanntlich einige Rezensionen bekommen, bei denen ich mich ernsthaft frage, ob der Verfasser überhaupt jemals meinen Laden betreten hat.
Aber "rechtswidrige Bewertungen entfernen" klingt eben deutlich weniger verkaufsfördernd als "negative Bewertungen löschen" – und genau dort beginnt mein Unbehagen. Eine schlechte Bewertung ist nicht automatisch falsch oder rechtswidrig. Manchmal ist ein Kunde ungerecht, manchmal hat er etwas missverstanden – und manchmal war die Leistung des bewerteten Unternehmens eben wirklich nicht besonders gut.
Bewertungsportale haben aber auch nur dann einen Sinn, wenn dort eben ausdrücklich nicht ausschließlich das stehenbleibt, was dem bewerteten Unternehmen gefällt.
Ich weiß nicht, wie der beworbene Anbieter im Einzelfall arbeitet, und ich unterstelle ihm auch nicht, berechtigte Kritik gezielt verschwinden zu lassen. Dennoch bleibt bei solchen Geschäftsmodellen ein unangenehmer Beigeschmack: Statt die Ursache schlechter Bewertungen zu beseitigen, beschäftigt man sich professionell mit deren Entfernung. Das kenne ich nun aus eigener Erfahrung als Rezensent. Und oft ist es ja so, dass normale Verbraucher ihre Rechte nicht kennen oder keine Lust auf juristischen Schriftverkehr haben und dann lieber einknicken und die Bewertung einfach der Löschung preisgeben. Das war bei mir nicht anders.
Dass ausgerechnet Christian Solmecke dafür seinen Namen und seinen Vertrauensbonus hergibt, finde ich enttäuschend. Rechtlich wird das vermutlich alles sauber sein, aber gerade er könnte uns sicher ausführlich erklären, dass "rechtlich zulässig" und "macht einen sympathischen Eindruck" zwei vollkommen unterschiedliche "Tatbestände" sind.
Trackbacks
Nur registrierte Benutzer dürfen Einträge kommentieren. Erstellen Sie sich einen eigenen Account hier und loggen Sie sich danach ein. Ihr Browser muss Cookies unterstützen.
Die Kommentarfunktion wurde vom Besitzer dieses Blogs in diesem Eintrag deaktiviert.
Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt
Jemand am :
Klodeckel am :
Da ist es wesentlich glaubwürdiger, wenn derjenige auf schlechte Bewertungen kurz reagiert und falsche Behauptungen auf Google richtig stellt, so wie Björn das auch macht.
Nach meiner Erfahrung wird oft "Dampf abgelassen", wenn es im zwischenmenschlichen Bereich geknirscht hat und sich jemand unfreundlich behandelt fühlt. Und solche Rezensionen lassen sich gut einordnen.