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Osterreste in anderen Edekas

Dieses Foto hat mir Blogleser Carsten geschickt, der es in einem Edeka-Markt in der Nähe von Rostock aufgenommen hat. 30% Rabatt gab es dort sogar schon in den Tagen vor Ostern auf die Süßwaren, nach Ostern wurden die Artikel auf 50% reduziert – und dennoch stehen die teuren Produkte von Lindt und Niederegger wie Blei herum.

Und dabei ist es gar nicht so, dass die Leute kein Geld mehr haben. Urlaube, Silvesterfeuerwerk, Gastronomie, es wird viel Geld ausgegeben – nur sehen viele es einfach nicht mehr ein, für etwas Schokolade teilweise schon zweistellige Beträge auf den Tisch legen zu müssen. Es ist nicht das sich nicht leisten können, es ist das sich nicht mehr leisten wollen. Ein Faktor, der bei uns privat auch häufiger mal durchschlägt.


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Kommentare

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Ronaldo am :

Bei unserem lokalen EDEKA-Markt stand die Tage noch mehr Osterware herum als auf dem Bild aus Rostock zu sehen. Wenn ich bedenke, dass unser regionaler Händler 12 Märkte in DEL und Umgebung betreibt, überschlage ich, dass die insgesamt allein an Oster-Restposten mehr Ware stehen haben dürften, als in Björns gesamten Laden passt.
Unser Händler wird das vermutlich verkraften können, aber für das Geschäftsmodell von Lindt & Co. sieht es gerade nicht gut aus...

Scubamaddin am :

Es gibt halt eine Schmerzgrenze die man bereit ist zu bezahlen und selbst mit 50% Off sind mir die Sachen immer noch viel zu teuer...

Vielleicht lernen ja Lindt und Co etwas daraus..
(Die kleinen Lindt Osterhasen kosten bei mir im lokalen Edeka mit 50% off immer noch 50 Euro auf das Kilo gerechnet.)

aufrechtgehn am :

Ich denke mal, Lindt & Co müssen da sogar zeitnah gegensteuern, denn nichts ist so schwierig, als verlorene Kund:innen zurückzuholen. Gerade bei Saisonsüßwaren war das ja für Viele so eine antrainierte Gewohnheit ("zum Feste nur das Beste"), wo man nicht so genau nachgerechnet und sich mal "was gegönnt" hat.
Wenn jetzt aufgrund der extremen Preise die Menschen ihre Einkaufsgewohnheiten ändern, könnte es für Lindt auch im Tagesgeschäft außerhalb der Saison zunehmend schwierig werden. Wenn man erst mal auf den Goldhasen verzichtet, fängt man vielleicht auch bei der Tafelschokolade an, das Preis-Leistungsverhältnis in Frage zu stellen (und z.B. mal auf den Kilopreis zu achten).

Klodeckel am :

Bei Milka wird meiner Meinung nach schon gegengesteuert. Indem Angebotspreise zuletzt fast 60% unter Normalpreis sind. Ich würde das schon fast als verzweifelten Versuch deuten, überhaupt noch nennenswerte Mengen an Schokoladentafeln zu verkaufen. Scheinbar liegen die Tafeln für 2 Euro wie blei in den Regalen.

Bei 88ct pro Tafel wäre ich auch fast schwach geworden. Aber da die Tafeln auch noch auf 90 Gramm geschrumpft wurden, ist diese Marke für mich gestorben. Und das gilt für alle Milka-Schokoladenprodukte.

Bei Lindt habe ich noch die Hoffnung, dass die aus dem Ostergeschäft gelernt haben. Sonst werden sich die Bilder zu Weihnachten sicher wiederholen.

Filialkasper am :

Das Problem: Lindt und Niederegger ist billige Industrieware zu teuren Preisen.
Wenn ich gute Schokolade will dann: Rausch, Darcis, Zotter, Edelmond, Amedei, Bonnat
Und bei Marzipan: Lubeca oder Odense

Klodeckel am :

Lindt und Niederegger sind schon gut. Und waren auch immer etwas teurer. Aber die Preisdifferenz zu "normaler" Schokolade hat man früher zu Ostern und Weihnachten gerne in Kauf genommen.

Heute sind die Marken allerdings zu Luxusgütern geworden. Und die können und wollen sich Normal- und Geringverdiener einfach nicht mehr leisten.

Bernd am :

Ich bin da ganz bei dir.
Ich störe mich da nur am Begriff "Luxusgüter". Der würde bedeuten, dass diese Produkte zur oberen Liga gehören. Dem ist aber nicht so. Die Produkte sind gutes Mittelmaß, aber zu inzwischen absolut unverschämten Preisen.

Bernd am :

Ich bin da ganz bei dir.
Ich störe mich da nur am Begriff "Luxusgüter". Der würde bedeuten, dass diese Produkte zur oberen Liga gehören. Dem ist aber nicht so. Die Produkte sind gutes Mittelmaß, aber zu inzwischen absolut unverschämten Preisen.

nicht der andere am :

"Luxusgut" bedeutet ja nicht automatisch "sehr hohe Qualität", sondern erstmal nur "sehr hoher Preis".

eigentlichegal am :

Das kommt auf die Definition von Luxus an.
Selbst wenn ein Eigenmarke-Produkt eines Discounters bei Tests durchgehend Sieger wird würde niemand auf die Idee kommen, den Kauf des Produkts als Luxus zu bezeichnen.
Andererseits werden viele beim Kauf der Lindt-Produkte denken "Den Luxus gönne ich mir"
=> Bei Luxus geht es in um objektive Qualität, sondern einfach nur um das Gefühl, sich etwas zu "gönnen", das sich nicht jeder leisten kann. Selbst wenn das Gefühl einfach nur durch übertriebene Preise erzeugt wird.

Sebastian am :

Bei unserem lokalen Edeka wurden die Ostersachen inkl. Lindt an Karsamstag um 50% reduziert. Und es ist immernoch genug da. Zum Normalpreis würde ich das auch nicht kaufen, für die Hälfte finde ich es echt gut und die Lindor Eier mit dieser cremigen, kalten Füllung sind der Hammer!

Ich schon wieder am :

So klingt der offizielle Pressemeldungssprech von Lindt, vielfach in Artikeln wiederzufinden hier aus Baeckerzeitung.at
"Der Schweizer Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli hat im Geschäftsjahr 2025 seine Wachstumsdynamik fortgesetzt. Trotz hoher Kakaopreise, geopolitischer Unsicherheiten und einer insgesamt gedämpften Konsumentenstimmung konnte das Unternehmen Umsatz und Gewinn steigern.

Ein entscheidender Faktor dafür war die klare Premiumpositionierung der Marke. Produktinnovationen, saisonale Spezialitäten sowie konsequente Preisanpassungen ermöglichten es dem Unternehmen, einen deutlichen Rückgang beim Absatzvolumen von 6,6 Prozent zu überkompensieren."

Tja. Nur reicht die Premiumpositionierung nicht aus. Es muss auch noch jemand kaufen wollen. So premium ist das Zeug auch wieder nicht. Es ist nur von der Supermarkt-Massenware die hochwertigste Marke. Milka war ganz früher nicht schlechter.

eigentlichegal am :

Weniger Absatzvolumen, trotzdem mehr Umsatz und Gewinn. Wie man das hinbekommt dürfte klar sein.
Die "Premiumpositionierung" sieht einfach so aus, dass man die Preise für mittelmäßige Ware erhöht hat um damit hochwertig zu wirken.
Ich hatte angesichts des mauen Ostergeschäfts und der daraus zu erwartenden Rückhaltung bei Weihnachtsbestellungen ja fast schon Mitleid mit Lindt. Das ist jetzt in Schadenfreude umgeschlagen.
Dieses Ostern haben die Kunden gelernt, dass es auch ohne premiumpositionierte Lindt-Produkte geht. Das wird nachhaltige Folgen haben.
Wenn man den Hals nicht voll kriegt...

Ich schon wieder am :

Ein weiteres Problem ist jetzt: Sie können eigentlich preislich nicht mehr zurück. Das würde überdeutlich zeigen, dass die hohen Preise vorher reine Willkür waren.
ich glaube, die hoffen, dass der Verbraucher das nach zwei Jahren angesichts der sonstigen allgemeinen Preisentwicklung als nicht mehr so überteuert empfindet.

Bernd am :

Ich bräuchte mal etwas Schwarmintelligenz:

Der Markt für Kakao hat sich wieder etwas beruhigt. Früher lag er bei 2500 USD je Tonne. In den letzten 2 Jahren lag der Preis eher bei ca. 8000 USD je Tonne, mit Spitzen bis 12000 USD je Tonne. Der Kakaopreis liegt zur Zeit wieder bei angenehmeren 3500 USD je Tonne.

Für mein Verständnis:
In einer 100g Tafel (oder Osterhasen) sind bei 30% Kakaoanteil somit rund 30g Kakao verarbeitet. Bei 3000 Euro (3500 USD) je Tonne ergibt das einen EK für den Kakao von 9 Eurocent.

Liege ich da richtig? Oder habe was übersehen?

Ich rechne jetzt so mal die EK-Preise weiter durch:
2500 USD => 2100 Euro => 6,3 Eurocent für 30g (100g Hase)
3000 USD => 3000 Euro => 9,0 Eurocent für 30g (100g Hase)
8000 USD => 6800 Euro => 20,4 Eurocent für 30g (100g Hase)
12000 USD => 10200 Euro => 30,6 Eurocent für 30g (100g Hase)

Das heißt für mich, dass das ganze Gejammere wegen den Kakaopreisen von den Firmen aufgebauscht wurde.

Klar, für die Produktion von günstigen Discountertafeln sind die EK-Preise relevant und hätten die Tafel um rund 20-25 Cent verteuert, aber bei den sowieso auch schon früher überteuerten Weihnachts- oder Osterware war es eher irrelevant.

Kurzum: Der Verbraucher ist beschissen worden. Von vorne bis hinten. Großes Jammern um doppelt und dreifach abzukassieren. Daher gönne ich diesen Firmen, dass sie beim Verbraucher ein gewisses Vertrauen und Zuspruch verloren haben.

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