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Der dicke Unfreundliche

Meine Mitarbeiterin an der Kasse rief an und bat darum, dass mal schnell jemand nach vorne kommt. Eine ältere Stammkundin würde von einem fremden Mann angepöbelt werden.

"Angepöbelt" war relativ. Der relativ beleibte Mann, dem schon einfaches Gehen Mühe machte und ihn nach Luft schnappen ließ, hatte sich mit einem Stöhnen recht rüde auf die Bank unseres Packtisches fallen lassen. Dass er dabei zum einen eine ältere Stammkundin, die gerade am Packtisch dabei war, ihren Einkauf einzupacken, relativ rüde zur Seite drängte, war die eine Sache. Dass er sich schlichtweg und ohne Rücksicht auf Verluste auf ihre Handtasche fallen ließ, die auf der Bank lag, noch eine andere. Ihren Protest kommentiere er mit einem ziemlich lauten "Ich muss hier jetzt sitzen!", woraufhin die Kassiererin das Telefon zur Hand genommen hatte.

Zu Sachschaden im inneren der Tasche war es wohl nicht gekommen und die Kundin trug es auch mit Fassung. "Sie können ja nichts dafür und sind ja auch sofort zur Stelle gewesen", sagte sie und nahm unserem Laden den Vorfall nicht übel.

Der Mann saß da nun auf der Bank und packte ebenfalls seinen Einkauf aus dem Wagen in eine mitgebrachte Tasche um. Ich stellte mich neben ihn uns sagte: "Ein wenig Freundlichkeit im Umgang mit seinen Mitmenschen hat noch niemandem geschadet."

Keine Reaktion.

Der Mann trug Kopfhörer und hörte mich nicht oder wollte mich nicht hören.
Ich wedelte einmal kurz mit meiner Hand vor seinem Gesicht hin und her.

Keine Reaktion.

Ich zog den Einkaufswagen ein paar Zentimeter (ca. 15-20, nicht weiter) vom ihm weg und tippte ihm einmal gegen den Arm. Auf diese Weise wollte ich noch einmal versuchen, mit ihm Kontakt aufzunehmen.

Da brüllte er los: "Lassen Sie mich und meinen Einkaufswagen in Ruhe!!!"

Ich ließ ihn dann in Ruhe. Gottes Garten ist groß und solche Leute muss es wohl auch geben. Wir kannten den Mann bislang noch nicht als Kunden und wenn das hier sein einziger Besuch bei uns war, will ich damit leben können …

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Kommentare

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Mitleser am :

Ist halt auch so eine Unart, immer und überall Kopfhörer zu tragen.

Micha am :

Warum?
Soll er lieber einen BT Lautsprecher angaben, dami er seine Umwelt mit seiner Musik erfreut?

Georg am :

Ein Gerücht besagt das man nicht stirbt wenn man mal einige Zeit ohne Dauerbeschallung durch den Tag geht

TOMRA am :

Hat die dicke Grobe Urlaub oder ohne Bedientheke keine Zukunft mehr gehabt? ;-)

Dörk am :

Statt "Sie nun "Er" :-) ?

Micha am :

Andere Gerüchte besagen, dass es niemanden etwas angeht ob Musik zum persönlichen Alltag gehört und wie und wo sie genossen wird.

Nicht, dass euch mal einer genau anschaut und feststellt, was ihr alles wann nicht braucht.

eigentlichegal am :

Wenn Leute ihrer Umwelt zur Last fallen weil sie nichts mehr von ihr mitbekommen geht das alle an.

Micha am :

Wo fällt jemand denn "der Umwelt" (wer soll das sein?) zur Last, wenn er Musik hört?

Gibts ein Grundrecht auf Gehörtwerden und muss ich deshalb mitbekommen wenn andere was von mir wollen ohne dass ich es will?

Mitleser am :

Im Straßenverkehr wäre es schon nicht verkehrt, wenn man auf dem Fahrrad oder zu Fuß was hören kann ;-)

Micha am :

Kopfhörer unterliegen beim Führen von Fahrzeugen Beschränkungen. Tut laute Musik im Auto auch.
Das gilt aber nicht für Fußgänger, auch wenn der eigene Selbsterhaltungstrieb dem Grenzen setzen sollte.

Daraus eine Unart, "immer und überall" zu konstruieren, zumal im Kontext dieses Beitrages ist schon abgehoben.

eigentlichegal am :

"Daraus eine Unart, "immer und überall" zu konstruieren"

Ähm, Textverständnis ungenügend?
Du drehst die Aussage von "Ist halt auch so eine Unart, immer und überall Kopfhörer zu tragen." auf den Kopf.
Das bedeutet *nicht* dass man nirgendwo Kopfhörer tragen sollte. Aber manchmal passt es halt nicht.

Übrigens dürfen Fußgänger zwar Kopfhörer tragen, allerdings wird dieser Umstand bei der Schuldfrage im Falle eines Unfalls berücksichtigt.
Und wenn jemanden seine Umwelt egal ist und meint mir im Weg stehen zu müssen, würde ich es mit dem gleichen Maß an Gleichgültigkeit heimzahlen und es darauf ankommen lassen.

Micha am :

Kopfhörer unterliegen beim Führen von Fahrzeugen Beschränkungen. Tut laute Musik im Auto auch.
Das gilt aber nicht für Fußgänger, auch wenn der eigene Selbsterhaltungstrieb dem Grenzen setzen sollte.

Daraus eine Unart, "immer und überall" zu konstruieren, zumal im Kontext dieses Beitrages ist schon abgehoben.

Dörk am :

Gerade letzte Woche erlebt: Junger Typ brettert mit seinem e-Scooter über eine rote Fußgängerampel vor mir durch den fließenden Verkehr und bekommt davon genau nichts mit, weil Kopfhörer und mit seinem kranken Hirn sonstwo...

eigentlichegal am :

Heranwachsender fährt in Schlangenlinien auf dem Radweg, man klingelt mehrmals, keine Reaktion. Man brüllt den Kerl an und endlich macht er Platz. An der nächsten Ampel macht er doch glatt einen auf dicke Hose und sucht ernsthaft Streit von wegen "Ich lass mich nicht anschreien"
Ihm wurde dann schlag-artig klar dass er an den Falschen geraten ist.

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