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Abgelaufenes Bio-Bier

Dass grundsätzlich "alte Ware vor neue Ware" gestellt werden soll, ist wohl in der gesamten Welt des LEH eine sich nicht durchgängig erfüllende Hoffnung. Auch bei uns, leider. Und wenn dann in einer Abteilung noch immer jemand mithilft, der gerade anwesend ist, kann man hinterher nicht einmal einen konkreten Verantwortlichen benennen, den man zur Rechenschaft ziehen könnte.

Gestern hat eine Kollegin beim Bio-Bier aufgeräumt. Das Highlight waren drei verschiedene Daten beim selben Artikel. Das älteste ganz hinten, davor ein neueres (beide inzwischen aber weit überschritten) und davor die aktuelle Ware. In der Summe ergab sich ein mit abgelaufenen Flaschen gefüllter Einkaufswagen. Dabei wäre das absolut vermeidbar gewesen. :-(


Barebells Milchshakes

Vor gut fünf Jahren hatte ich hier mal etwas über die Barebells-Proteinriegel geschrieben. Zur Konsistenz: Entweder ist da irgendwann ein Gewöhnungseffekt eingetreten oder Barebells hat die Rezeptur verändern oder sie sind zumindest im Vergleich mit anderen Proteinriegeln deutlich besser.

Auf jeden Fall haben wir sie seitdem im Sortiment, seit langer Zeit auch schon in einer recht umfangreichen Auswahl. Die laufen nämlich trotz des Preises recht gut und der "Caramel Choco" erinnert geschmacklich erstaunlich an Rolo, falls sich daran noch jemand erinnert.

Da die Riegel so gut laufen, hatte ich mich im Spätsommer letzten Jahres mal in der Vorbestellung an ein Display Milchshakes von Barebells herangetraut. Aber da war ich wohl etwas zu optimistisch. Der Aufsteller steht nun seit Mitte Oktober 2025 hier im Laden und die Abverkäufe halten sich in erstaunlich übersichtlichen Grenzen. Ich gebe zu, dass mich das wirklich überrascht hat.

Fünf Monate Restlaufzeit haben die Flaschen noch und inzwischen gönne ich mir auch eine Flasche am Tag zur Mittagspause. Dass die zu so einem Ladenhüter verkommen, hätte ich nun echt nicht gedacht …


Wollte noch bezahlen!

Ein Ladendieb, den wir an der Ausgangstür aufgehalten haben, tat vollkommen überrascht. Wie wir ihn nur des Diebstahls verdächtigen könnten, denn schließlich wollte er die fraglichen Artikel noch bezahlen.

Nur wann und wo, das blieb unbeantwortet.

Andere Länder, andere Läden – 004

Tiefkühlspinat, mit und ohne Blubb oder bevorzugt (von uns privat) auch als Blattspinat, kennt vermutlich jeder. Wie alle Gemüse gibt es auch Spinat in Konservengläsern, doch ich muss zugeben, dass ich ein derartiges Produkt in meiner gesamten Laufbahn im LEH noch nicht einmal in den Händen gehalten habe. Weder in dem Betrieb, in dem ich einst gelernt habe, noch auf den Stationen danach – und auch nicht in den vergangenen knapp 26 Jahren hier im eigenen Laden. Spinat in Gläsern? Ein sagenumwobener Mythos, über den man höchsten hinter vorgehaltener Hand spricht.

Und in Frankreich? Gleich zwei Sorten der Carrefour-Eigenmarke nebeneinander im Regal. Einmal mit Rahm und einmal ohne. Leider kann ich die Frage nach der Auswahl an Tiefkühlspinat in dem Geschäft nicht beantworten …


Flaschenzippel an Olivenöl

Unsere "Zippel" sind übrigens nicht nur für Alkoholika geeignet, wenngleich wir sie beim Alkohol primär verwenden, man kann auch ganz hervorragend teure Olivenöle damit sichern.

Wenn ich neuen Mitarbeitern eine Packeinweisung gebe, gehört dazu auch grundsätzlich die Info, dass die speziellen Sicherungen für Flaschen ausdrücklich nur nach vorheriger Einweisung durch erfahrene Kollegen angebracht werden dürfen. Man kann eigentlich nur drei Sachen falsch machen – aber jede davon ist unter Umständen fatal.

Fehler 1: Zu locker.
Fehler 2: An ungeeigneten Flaschen angebracht.

Der dritte Fehler ist am wenigsten als problematisch offensichtlich:

Fehler 3: Etiketten nicht gleich ausgerichtet.

Es ist wirklich wichtig, dass die Flaschenzippel alle gleich orientiert an den Flaschen angebracht werden. Standard bei uns: Das eigentliche Tag mit dem Schwingkreis für die Antennen sitzt rechts, das Bändchen zeigt nach hinten. Wer auch immer diese Olivenölflaschen gesichert hat, hatte seine Einweisung jedenfalls nicht durch mich bekommen oder war mindestens an diesem Tag ziemlich schusselig.

Wie man auf dem Bild wirklich gut erkennen kann, zeigen die Flaschensicherungen in alle Richtungen. Unabhängig von der Ausrichtung am Flaschenhals sind einige der Tags mit dem Band links, andere mit dem Band rechts angebracht worden.
Dieses Durcheinander stört gar nicht so sehr den kleinen Adrian Monk in meinem Kopf, als dass es für gefährliche Situationen sorgen kann, denen hier tatsächlich auch schon Flaschen zum Opfer gefallen sind. Wortwörtlich gefallen, denn bei diesem Durcheinander können sich die Sicherungen vor allem aufgrund der kleinen Verdickungen am Ende der Bändchen verhaken. Zieht ein Kunde eine Flasche heraus, kann es durchaus vorkommen, dass unbemerkt eine weitere Flasche mitgerissen wird und im schlimmsten Fall aus dem Regal kippt und zerbricht.

Das ist übrigens kein konstruiertes, theoretisches Szenario, sondern wie oben schon beschrieben tatsächlich auch schon bei uns vorgekommen.

Merke:
Willst du gegen Diebstahl Flaschen schützen,
musst du die Zippel richtig benützen.

:-D


Vereistes Kühlregal

Nicht aktuell und nur noch fürs Protokoll: Anfang des Monats war eines der Module unseres großen Kühlregals vereist. Es fiel kaum auf, einen Alarm gab es auch nicht. Die Temperatur ging im Schneckentempo im Laufe von rund zwei Wochen langsam hoch, so dass wir vorsichtshalber einen Techniker herbestellt hatten. Die Temperatur in dem Möbel ware zwar nie in einem kritischen Bereich, aber wenn sie langsam Zehntelgrad für Zehntelgrad nach oben klettert, während die Anlage in den acht Jahren zuvor konstant die Temperatur gehalten hatte, war es schon auffällig.

Wir taten gut daran, um Hilfe zu bitten, denn im Hintergrund (und leider nicht durch uns Laien zu erreichen (Hey, AHT, das besteht wirklich Verbesserungsbedarf!)) hatte sich bereits ein dickes Eispaket gebildet …


Geliefert und im Regal: Kiosktüten

Die "Kiosktüten" sind inzwischen übrigens geliefert und im Süßwarenregal platziert worden. Die Muster hatten wir als Platzhalter ins Regal gestellt und nach kürzester Zeit waren sie bereits verkauft. Unter der Prämisse bin ich an dieser Stelle optimistisch, dass wir diese Artikel hier gut verkaufen werden.

Ich bin gespannt und werde sicherlich berichten. :-)


Lustige Strichcodes – 792

Fundstück von Honza auf einer Packung "Wagh Bakri" Tee: Ein Strichcode, der zumindest mit der Silhouette einer Teetasse und ein paar Teeblättern dekoriert ist:


Hinweis auf Kiri-Aufsteller

Wir haben einen Aufsteller mit "Kiri" (Schmelzkäse aus Frischkäse) in den Laden gestellt. ich hatte mich bei der Bestellung schon etwas gewundert, da die Ware ja eigentlich gekühlt werden muss, aber es gibt da einen Workaround, der auf einem großen Aufkleber an dem Display erklärt wird.

Gestern haben wir den Aufsteller in den Laden gestellt, 21 Tage oben drauf ist der 1. April. Dieses Datum steht auch nun handschriftlich eingetragen im vorgesehenen Feld auf der Rückseite des Aufstellers. Ob wir die 120 Packungen bis dahin verkauft haben werden? Ich bezweifle es, aber den Rest können wir dann ja noch bis Anfang Juni über das Kühlregal abverkaufen.

Ich gebe zu, dass ich so eine Technik bislang auch noch nie erlebt habe …


Links 798

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Kommentar zur Energie-Drink-Debatte: Warum Verbote falsch sind

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Gift in Babynahrung – Stärkere Kontrolle für Zutat aus China

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Überraschende Ehrlichkeit bei Jacobs

Hinweis auf den Espresso-Tassenportionen von Jacobs: Statt 25 sind nun nur noch 20 Sticks in einer Schachtel. Überall wird ja heimlich verkleinert und getäuscht, da wollte man hier wohl mal ganz klar ein Zeichen in die andere Richtung setzen. Find ich gut. :-)


SPAR-Markt in Epen, Niederlande

Diesen SPAR-Markt hatte Mark im Örtchen Epen in den Niederlanden entdeckt. Epen befindet sich nur gute zwei Kilometer von der südlichsten Landesgrenze der Niederlande entfernt und ist damit eine der südlichsten Ortschaften des ganzen Landes.

Vielen Dank für die Zusendung des Fotos. :-)

Wie so oft gibt es auch diesen Markt bei Google Street View zu begucken.

Für die große Ansicht auf das Bild klicken!

Eine Kerze für Thomas

Seit ein paar Jahren, wie lange genau, kann ich nicht mehr sagen, gehörte er inzwischen irgendwie zum Straßenbild vor unserem Markt. Ein älterer (?) Mann im Rollstuhl, meist mit ein paar Dosen Bier in Reichweite, der seinen Platz auf dem Gehweg irgendwo im Bereich unserer Ladentür hatte und die Passanten um Kleingeld bat. Wer hier öfter einkauft, hat ihn sicherlich im Laufe der Zeit schon einmal gesehen.

Wir kannten ihn nicht wirklich. Unsere Begegnungen beschränkten sich auf kurze, funktionale Momente – wenn er Leergut abgab, sich Nachschub holte oder draußen saß und das Geschehen beobachtete. Gespräche gab es kaum. Er war keiner von denen, die schnell ein Lächeln parat hatten oder mit interessanten Geschichten oder guter Laune auffielen. Eher das Gegenteil, ich erlebte ihn als einen grantigen Mitmenschen, der vor allem wohl mit seiner eigenen Situation (Drogenabhängig, bein- und mittellos) unzufrieden war. Wir haben noch so viel Menschlichkeit gezeigt, dass wir immer wieder mal gestattet haben, dass er bei Frost hier in den Laden gerollt war und teilweise mit seinem Rollstuhl in einem der Gänge stand und geschlafen hat.

Trotzdem gehörte er in den letzten Jahren doch zu den Figuren, die man unweigerlich mit diesem Ort verbindet. Gestern ist er verstorben. Das wäre mir oder einigen oder sogar den meisten Kollegen auf die Schnelle sicherlich nie aufgefallen. Irgendwann mal wäre bestimmt mal die Frage aufgekommen, ob man Thomas, so hieß er, in letzter Zeit mal wieder gesehen hätte – und niemand hätte sie mit Sicherheit beantworten können.

Heute früh hat mich ein Kunde auf die Kerze und Wachsreste auf dem Gehweg vor unserem Schaufenster angesprochen. In dem Zusammenhang erwähnte er, dass da wohl gestern Abend die Leute, die dort immer stehen und trinken, den Verlust des Mannes im Rollstuhl beklagt hatten. Auch wenn er ziemlich weit unten im Leben angekommen war, so hatte er doch Leute um sich, denen er etwas bedeutet hat und die ihm gedenken.

Ich tue das an dieser Stelle auch, wenngleich deutlich weniger emotionsreich. Hier ist eine kleine Konstante verschwunden, auf ihre Art. Manche Menschen hinterlassen ihrer Nachwelt keine großen Spuren – aber wenn man ihnen jahrelang zumindest indirekt immer wieder begegnet, hinterlassen sie zumindest eine kleine Lücke im Alltag.


Lustige Strichcodes – 791

Diesen Strichcode mit einem Traktor auf einem hügeligen Feld hat Honza auf einer Packung tiefgefrorenem Rahmspinat der Globus-Eigenmarke entdeckt.

Vielen Dank für die Zusendung. :-)


Die total liebe Klau-Stammkundin

Eine junge Frau war nach eigener Aussage erst relativ frisch nach Bremen gezogen. Aber sie würde hier total gerne einkaufen, da unser Laden so schön wäre und die Mitarbeiter immer so nett sind. Das bekräftigte sie damit, indem sie immer das Gespräch (Smalltalk und noch etwas darüber hinaus) mit meinen Mitarbeitern suchte und vor allem auch immer Süßigkeiten ("Nervennahrung") an die Kassiererinnen und Kassierer verteilte.
Dass sie uns beklaut, hatten wir gar nicht auf dem Schirm. Auch ich habe nie Verdacht geschöpft – und dann hatte ich mir wegen eines anderen Ladendiebs einen Bereich unserer Videoaufzeichnung im Schnelldurchlauf angesehen. Plötzlich tauchte die neu hinzugezogene Kundin blitzschnell im Bild auf, breitete in Windeseile einige Waren und ihre Tasche auf der Ware eines Aufstellers aus, räumte im Zeitraffertempo alles irgendwie hin und her und rein und raus und war so schnell wieder aus dem Bild verschwunden, wie sie gekommen war.

"WAS WAR DAS DENN?"

Ich sah mir diese Sequenz später noch einmal genauer an, wobei sich herausstellte, dass sie tatsächlich die eingesteckten Dinge hatte unbezahlt mitgehen lassen.
Da die Frau im Grunde täglich kam und die Aufzeichnung drei Tage zurückreicht, guckten wir uns auch noch ihre vorhergehenden Besuche bei uns an. Sie war nicht nur eine Stammkundin, sondern auch noch eine Stammdiebin.
Um den Erfolg richtig zelebrieren zu können, griffen wir sie bei ihrem nächsten "Einkauf" nicht einfach ab, Beweismaterial hätten wir genügend gehabt, sondern ließen sie in Ruhe alles einpacken, Einkauf wie Einklauf, und fingen sie schließlich am Ausgang ab, nachdem sie noch Bonbons ans Kassenpersonal verteilt hatte. So schnell kommt man zu einem Hausverbot und in diesem Fall sogar gleich mehreren Anzeigen wegen mehrerer Ladendiebstähle …