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Die Arschkarte hat 5001 Anteile

Spätestens seit ich 2015 meinen Laden als Teil einer Eigentümergemeinschaft gekauft habe, weiß ich: Eigentum verpflichtet. Bei mir sogar besonders gründlich.

Von den 10.000 Miteigentumsanteilen gehören mir 5.001. Klingt nach einer Mehrheit, fühlt sich bei Investitionen aber vor allem nach der Arschkarte an. Da kam in den letzten Jahren schon einiges auf mich zu. Die Sanierung der Bleirohre hier im Gebäude lag bei einem kleineren sechsstelligen Betrag, aber immerhin noch mit einer Eins ganz vorne. Aufgrund der Umstellung auf H-Gas brauchten wir eine neue Heizung – und nun ist wohl in absehbarer Zeit eine neue Installation der Zähleranlage notwendig. Letztere wird wohl im oberen fünfstelligen Betrag liegen.

Das sind zusammen knapp 300.000 Euro, von denen ich hier mit meinen Anteilen ziemlich genau die Hälfte bezahlen musste und noch muss. Das sind mal eben 150.000 Euro, die über das monatliche Hausgeld nicht zusammenzubekommen waren. Insgesamt drei Sonderumlagen waren dafür notwendig, von denen eine schmerzhafter als die andere war.

Richtig gemein ist dabei vor allem, dass ich davon fast nichts habe. Klar nutzen wir die Heizung auch (wenn auch nicht primär), aber mit der Strom- und Wasserversorgung für die Mietwohnungen haben wir hier im Laden ja nun absolut gar nichts zu tun.

Bislang haben wir das finanziell alles überstanden, aber man darf auch eigentlich nicht darüber nachdenken. Das sind immerhin Summen, die andere sich nicht einmal vorstellen können …

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Kommentare

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Bernd am :

Ja, das ist ärgerlich, ohne Zweifel.

Aber fairerweise musst du dabei auch die Gegenrechnung mal aufmachen.

Stelle dir mal vor, dass dir der Laden usw. nicht gehört und du jeden Monat Miete (geschätzt 10k€ bis 20k€) bezahlen müsstest. Dies x 12 Monate und x 25 Jahre, die Summe, die dabei raus kommt, wird sich im Millionenbereich irgendwo bei 3 bis 6 Millionen ansiedeln.

Ziehe von dieser Mietzahlung deine Kaufsumme ab, sowie alle Hausgelder und Sondereinlagen. Dann wirst du sehen, dass da ein siebenstelliger Betrag übrig bleibt.

Das ist genau der Betrag, den ein Hausbesitzer mit dir als Mieter in diesem Zeitraum Gewinn gemacht hätte. Den auch der hätte die Bleirohre, die Heizung und die Zählerkästen bezahlen müssen. Da der auch keinen Goldesel im Keller hat, hätte er alles stückweise auf die Mieter umgelegt. Zu aller erst ist dann einfacher halber die Erhöhung der Gewerbemiete dran, sprich du als zahlender Mieter.

Fazit:
Die Million hast aber nun du in der Tasche, dazu das Eigentum am Gebäude. Finanztechnisch gesehen bist du Millionär.

Ich denke, dass es da schlimmere Situationen gibt, wo man eher jammern könnte.

Und bitte nicht falsch verstehen, ich gönne dir alles vom Herzen, du hast dir alles selbst hart erarbeitet, viel geopfert und alles selbst verdient, ohne Zweifel. Dafür absolut meinen Respekt.

Aber ich halte es für unangemessen von einer Arschkarte zu schreiben. Das ist Jammern auf hohem Niveau. Das hast du nicht nötig.

Nobody am :

Du sprichst mir aus der Seele…

Und auch ich muss an der Supermarktkasse immer ganz Tapfer sein wenn der arme Händler seinen zehnten einstreicht… aber ganz ehrlich, ich bin mittlerweile irgendwie dankbar das wir über solche Probleme reden dürfen… Krieg, Pandemie, kein Essen, kein Strom, keine Heizung… das wären ernste Probleme… hier wechselt nur Vermögen den Besitzer und wir dürfen in Frieden weiter leben. Sicherlich fragt man sich ob das fair ist, aus mancher Perspektive wirkt es unfair, aber wenn das alle Probleme sind, dann ist doch schon vieles gut.

Wäre es fairer wenn die Bewohner mehr abdrücken? Du machst immerhin Geld mit deiner Immobilie, für die Bewohner sind es reine Ausgaben.

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