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Aufkleber: "Nur legal in diesem Markt"

Das leidige Dauerthema Ladendiebstahl … Besonders schmerzlich ist dabei die sogenannte Beschaffungskriminalität: Da wird nicht geklaut, weil jemand Hunger hat, sondern weil sich die Ware anschließend zu Geld machen lässt – und da werden dann nicht nur ein paar Teile für den Eigenverbrauch gestohlen, sondern Artikel, die man möglichst effizient zu Geld machen kann, und davon möglichst viel.

Ein Teil des Diebesguts landet mutmaßlich, nein: ziemlich sicher!, bei Wiederverkäufern, beispielsweise den vielen begehbaren Kiosken aka Quickshops hier in der Stadt. Dort lässt sich die originalverpackte Markenware problemlos wieder verkaufen, nachdem die Junkies etwa 10 Prozent vom eigentlichen Verkaufspreis bekommen haben.

Um diesen Weg zumindest etwas unattraktiver zu machen, haben ich mir vor einer Weile schon etwas einfallen lassen: Die Ware mit Aufklebern versehen, aus denen die Herkunft hervorgeht. Sowas wie TÜV-Siegel, die nicht mehr problemlos zu entfernen sind und beim Versuch auseinanderfallen. Leider ist diese Art Aufkleber relativ teuer (ca. 15 Cent pro Stück) und damit komplett aus dem Rennen. Deutlich günstiger sind kleine, runde Papieretiketten, die ich nun einfach mal probeweise bestellt habe und die wir demnächst einfach mal ergänzend zu unseren normalen Warensicherungsetiketten mitten auf die Vorderseiten besonders gefährdeter Artikel kleben werden.

Darauf steht unmissverständlich, dass das jeweilige Produkt nur bei uns im Markt legal erworben werden kann.

Natürlich verhindert so ein Aufkleber keinen Diebstahl. Aber er macht die Ware für potenzielle Hehler zumindest ein bisschen unattraktiver. Schließlich ist es einigermaßen erklärungsbedürftig, wenn im Kiosk um die Ecke plötzlich Produkte mit unserem Namen im Regal stehen. Bleibt die Frage, ob es überhaupt irgendjemanden, Hehler wie deren Kunden, auch nur annähernd interessiert. Oder ob diese Aufkleber überhaupt jemand liest. Das Phänomen ist ja hinlänglich bekannt.

Ob es etwas bringt? Wir werden sehen. Einen Versuch ist es wert. Da reicht es natürlich nicht, mal ein paar Artikel zu bekleben. Aber wenn man das dauerhaft macht und die Diebstähle damit nachhaltig verhindert werden, ist viel gewonnen. (Entschuldigt meine augenscheinliche Naivität, sowas entsteht aus purer Verzweiflung.)


Die Bike-Broz-Sortimentslücken

Das Fahrradzubehör von Bike Broz haben wir nun schon über zwei Jahre im Sortiment und es läuft auch ganz gut. Nun ist es aber so, dass wir von dem Hersteller im Grunde nur Dinge bekommen, die man für die Reparatur und Wartung seines Fahrrad braucht: Schläuche, Flickzeug, Bremsbeläge, Chemikalien zum reinigen und schmieren, Bremszüge und ähnliche Artikel. Wir haben zwar auch ein paar Reflektoren, Luftpumpen und Klingeln, aber die große Masse besteht eben aus dem Material, dass man eher in einer Fahrradwerkstatt benötigt.

Sättel, Schlösser, Tachos und all so ein Zeug befindet sich nicht im Portfolie von Bike Broz, aber dabei könnten wir gerade mit Schlössern wohl relativ viel Umsatz machen. Das ist zumindest der Artikel von denen, die wir nicht im Fahrradregal haben, nach dem am häufigsten gefragt wird. Ich verstehe ja das Problem von Bike Broz, ich hatte nämlich schon einmal nachgefragt: Der eine Kunde möchte ein Zahlenschloss, der andere eines mit Schlüssel. Kabelschloss, Faltschloss, Bügelschloss oder doch lieber mit einer Kette? Und wie lang? Und in welcher Sicherheitsstufe? Die Wünsche sind so vielfältig, dass man mit einem oder zwei Artikeln im Sortiment trotzdem kaum alle Wünsche abdecken kann. Ein Fahrradschloss kauft man ja nun auch mit dem Hintergedanken, es länger zu verwenden und ausnahmslos niemand würde wohl ein günstiges Schloss kaufen mit dem Gedanken "ach, wenn nichts anderes da ist, dann reicht heute mal das billige Zahlenschloss für mein 5000€-Fahrrad."

Ich kann das alles verstehen. Und trotzdem werde ich mal versuchen, irgendwo ein paar Schlösser aufzutreiben, die man hier mit anbieten kann – irgendwo in einem gesunden Mittelfeld hinsichtlich Preis und Sicherheit.

Der Roboter-SPAR (ist echt!)

Der "Roboter-SPAR" ist übrigens echt. Blogleser Alex hat mir eine Mail geschickt: "… da es neulich Diskussionen gab, ob die Bilder des Roboter-Spar echt sind oder KI-generiert: der Laden existiert tatsächlich, heute bin ich daran vorbeigekommen. Das sind also tagesaktuelle Bilder hier. Und nicht KI-generiert."

Auch zu den originalen Bildern hatte ich vom Patrick die kurzen Videoschnipsel der iPhone-Live-Bilder bekommen. Die kann ich euch nicht zeigen, weil u.a. privates vom Ihm mit drauf zu sehen ist. Aber falls da nicht eine ganz große Verschwörung läuft, kann ich versichern, dass der Laden wirklich existiert. :-)




SPAR PEAR CIDER (CRISP&DRY)

In England hatte Blogleserin Monika diese Flasche Cider der Eigenmarke von SPAR entdeckt. Vielen Dank für die Zusendung. Ich finde es immer wieder interessant, was es überall für Produkte unter der Marke SPAR zu kaufen gibt … :-)


Wer bezahlt für den Container?

In diesem Kommentar wollte Chris_aus_B vor ein paar Wochen wissen: "Wer bezahlt die Containerabholung/-leerung?"

Die Frage bezog sich auf den großen Container hier auf dem Hof und lässt sich ganz einfach beantworten: "Umweltdienstleister" Interseroh Interzero bezahlt für die Abholung und Entsorgung des Materials.

Der Luxus, dass der große Container hier auf dem Hof steht, kostet mich aber auch etwas. Rund 30 Euro im Monat für die reine Miete des Behälters, aber das ist zu verschmerzen. Dafür müssen wir nicht mit Säcken herumhantieren und brauchen uns nur rund alle vier Wochen mal um die Abholung zu kümmern.

Eine große Sache!

Ein Anrufer erklärte mir, dass sie selber Kaffee aus Indien importieren wollen und sie suchen noch Händler und Handelsketten, die ihre Ware vertreiben würden. "Wir können über 50 oder 100 kg reden, bei größeren Mengen wird es natürlich noch günstiger für euch, da können wir über alles reden", sagte er. Ob er von Großgebinden in Form von Säcken oder schon einzelnen Verkaufspackungen für den LEH sprach, habe ich erst gar nicht mehr hinterfragt.

Wir haben hier im Sortiment neben den Industriemarken auch regional gerösteten Kaffee, wir haben Bio-Kaffee, wir haben Kaffee aus fairem Handel, das alles sogar unterschiedlich kombiniert. Wir brauchen nicht noch einen weiteren Anbieter, den man dann irgendwo aus Platzmangel lieblos mit in ein Regal quetscht.

Klasse fand ich aber seine Argumentation: "Wir werden sehr erfolgreich werden und haben gute Investoren, das wird eine große Sache mit unserem Kaffee."

Bei der großen Sache bin kleiner Krauter mit meinem Lädchen aber raus. Ich will denen doch hier mit den paar Kaffeeböhnchen, die sie hier loswerden könnten, auf dem Weg zum weltumspannenden Giganten nicht auch noch unnötig im Weg stehen. :-P

Es steckt kein Spaß in Toffifee …

Insgesamt sechs Packungen Toffifee im Verkaufswert von 1,49 € pro Stück hat sich dieser nette Herr in die Umhängetasche und die Jacke gesteckt.

Trotz des eher geringen Verkaufspreises ist Toffifee bei uns mit Warensicherungsetiketten beklebt und die Ware hat auch den Alarm der Anlage ausgelöst. Jedoch hat der Bekannte des Diebs, der am Anfang des Videos im Hintergrund zu erahnen ist, zeitgleich im Bereich der Antennen gestanden und es mit seinem (mitgebrachten) Einkauf geschafft, die volle Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, so dass der eigentliche Täter schnell entkommen konnte.


SPAR-Markt (Tankstellenshop) in Malton / England

Dieser SPAR-Markt in Malton sieht auf den ersten Blick wie ein ausgewachsener Supermarkt aus, ist aber letztendlich doch nur der Shop einer BP-Tankstelle. (Bei Google Street View kann man nicht viel, aber doch zumindest das gesamte Ensemble erkennen.)

Entdeckt hat ihn Blogleserin Monika im Nordosten Englands in der Kleinstadt Malton.

Vielen Dank für die Zusendung des Fotos. :-)

Für die große Ansicht auf das Bild klicken!

Kasse-Geschlossen-Schild mit ohne Ecke

Das aktuelle "Kasse geschlossen"-Schild ist inzwischen auch schon sieben Monate alt. Ihr erinnert euch? Weil diese Schilder hier nie dauerhaft gehalten und wir im Laufe der Jahre so viele unterschiedliche Schildertypen ausprobiert haben, hatte ich im März eines selbst mit dem 3D-Drucker hergestellt. Schön stabil (höhö), mit einem ordentlichen Standfuß. Da steckt halbwegs viel Material drin, da hat man mal länger Ruhe – dachte ich zumindest.

Sieben Monate später kann ich nun stolz vermelden: Der Gedanke war schön.

Nach vermutlich unzähligen Begegnungen mit dem Fußboden fehlte ohnehin schon an allen Ecken und Kanten das erste Material. Aber nun fehlt sogar schon fast eine komplette Ecke. Dafür lässt sich jetzt die innere Struktur eines solchen 3D-Drucks bewundern. So ein kleiner Einblick in die Fertigungstechnik hat ja auch seinen Reiz, wenn man nicht so technikaffin ist oder auch keinen eigenen Drucker hat, sieht man sowas ja nicht so oft..

Ich möchte ausdrücklich niemandem Absicht und mutwillige Zerstörungslaune unterstellen. Hier wird einfach nur sehr gewissenhaft geprüft, ob meine Konstruktionen den Anforderungen des Einzelhandels gewachsen sind. Ich glaube, IKEA macht das nicht mehr (oder habe ich ewig nicht mehr gesehen), aber vor ein paar Jahrzehnten liefen mitten in den Ausstellungsflächen der Möbelhäuser Automaten in Glaskästen, die dann zig tausende Male Schubladen geöffnet und geschlossen oder Sessel mit Gewichten belastet haben. Dazu gibt es einen Artikel beim ikeamusem.com.

Die Idee mit dem Schild aus massivem Stahl rückt wieder näher. Wobei ich dann vermutlich nach einem halben Jahr den Fußboden endgültig reparieren muss. :-P


Neue Textbaustein-Collage von der St.A.

Post von der Staatsanwaltschaft Bremen, ein Ladendieb hat aufgrund seines Verhaltens hier bei uns keine weiteren Konsequenzen zu erwarten. Dies teilt sie mir in einer vollkommen neuen und recht umfangreichen Anordnung von Textbausteinen mit:

Sehr geehrte Damen und Herren,

nach dem Ermittlungsergebnis wäre die Schuld als gering anzusehen. Auch das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung gebietet es nicht, eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen.

Ein Schaden ist nicht entstanden.

Vorstrafen sind nicht vermerkt.

Der Beschuldigte hat die Gegenstände inzwischen an Sie zurückgegeben.

Der Beschuldigte hat sich einsichtig gezeigt.

Mit weiteren Verfehlungen ist nicht zu rechnen. Es ist auch anzunehmen, dass die Unannehmlichkeiten des Ermittlungsverfahrens eindrucksvoll vor Wiederholungen gewarnt haben.

Der Beschuldigte wurde verwarnt und darauf hingewiesen, dass er im Wiederholungsfalle mit einer Bestrafung rechnen muss.

Ich habe deshalb von der weiteren Verfolgung der Straftat nach § 153 Abs. 1 StPO abgesehen.
Das mit den eindrucksvollen Warnungen durch die Unannehmlichkeiten der Ermittlungsverfahren klappt hier in Bremen erfahrungsgemäß besonders gut. :-P

Petition: Tag der Sommerpause

Die Idee mit dem "Tag der Sommerpause" gärt übrigens in mir, seit ich den Blogeintrag geschrieben hatte.

Um irgendwas zu bewirken, oder zumindest mal mit der Idee ins Gespräch zu kommen, habe ich jetzt eine Petition gestartet. Warum ihr sie unterschreiben solltet? Weil ein Sommer aus mehr bestehen sollte als aus "Schönes Wetter heute, das sehe ich durchs Fenster vom Arbeitsplatz aus".

Und wenn schon ständig irgendetwas bundesweit eingeführt werden soll, könnte es zur Abwechslung neben neuen Steuern und Gesetzen auch mal ein freier Tag sein.

Hier ist der Link zur Petition bei Change.org: https://c.org/cXpp7Yc82S

Petition: "Tag der Sommerpause" als neuen Feiertag

Andere Länder, andere Läden – 017

Bakepotet, zu Deutsch: Backkartoffel.

Dicke Kartoffeln, einzeln in Alufolie verpackt, gesehen in einem Supermarkt in Norwegen. Eigentlich kein unspektakulärer Artikel, wenngleich mir sowas aus hiesigen Läden nicht bekannt ist. Aber daher durchaus erwähnenswert.

Fast bemerkenswerter ist das Herkunftsland: Storbritannia – Großbritannien.


Der selbstgemachte SotF-Dino

Obwohl ich selber wirklich viel (aber auch sehr bewusst) mit KI-Anwendungen herumspiele, war es mir zugegebenermaßen gar nicht in den Sinn gekommen, dass die Packungen hier aus der Tiefkühltruhe mit den Urzeitviechern mit KI-generierten Motiven ausgestattet sind. War natürlich irgendwie naheliegend und ich hätte auch den Hinweis "KI-generiertes Bild" am Rand jeder Schachtel selber entdecken können, aber da hat mich die Edeka wortwörtlich eiskalt erwischt.

Das musste ich natürlich auch mal selber Testen: "Erstelle mir doch mal einen T-Rex aus Brokkoli."

Das Ergebnis war ein grimmig guckender T-Rex aus Brokkoli, genau der aus dem Bild unten, der jedoch in einer wilden Urzeitlandschaft mit zerklüfteten Felsen und Farnen stand.

"Der Ansatz ist gut. Kannst du ihn in eine "frostige" Umgebung stecken? So als würde er in einer (rechteckig gestalteten (bitte!)) Höhle aus Eis stehen?"

Nach ein paar Augenblicken hatte ich dieses Bild vorliegen. Es ist wirklich gut geworden, auch die eckige Eishöhle ist super – aber ich glaube, mit derart gestalteten Motiven würden sich die Kunden nur erschrocken von unseren Tiefkühltruhen abwenden. ;-)


Der alte Mann und die Weintrauben

Ein 76-jähriger Mann hat sich im Vorbeigehen eine Packung Weintrauben vom 1-Euro-Angebot aus der Platzierung neben unserer Eingangstür vor dem Laden genommen.

Ein Kollege hatte das mitbekommen und war ihm hinterhergelaufen. Er begleitete den Mann, der die bereits halb aufgegessene Packung in der Hand hielt, zurück in den Laden und schrieb dessen Personalien auf.

Ich habe den Mann auch gesehen: Alt, schwach, heruntergekommen, barfuß mit dreckigen Füßen in seinen Sandalen. Insgesamt ein mitleiderregender Anblick. Der Mann hatte Hunger und schien mit der Welt im Allgemeinen überfordert.

Ach sch … auf die Anzeige.