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"Filialleiter prügelt Ladendieb tot"

Von etlichen Leuten bekam ich Hinweise auf den Fall mit dem toten Ladendieb, der angeblich vom Filialleiter "totgeprügelt" worden sein soll.

Eigentlich alle wollten meine Meinung dazu wissen.

Nachdem ich nun einige Artikel dazu gelesen habe, kann ich dazu überhaupt keine wirkliche Meinung mehr haben. War es tatsächlich nur ein einfacher Ladendiebstahl oder hat der Typ versucht, den Laden auszurauben? War es ein mutwilliges Zusammenschlagen des gestellten Diebes oder eher eine Affekthandlung aufgrund des Überfalls? War es überhaupt der Filialleiter, denn in einigen Beiträgen ist diese Aussage zwar die Schlagzeile, bleibt aber letztendlich nur als Vermutung stehen. Und was ist dem Toten in den zwei Tagen bis zum Arztbesuch noch alles passiert?

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Kommentare

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OxKing am :

Traurig. Aber wenn der Rechtsstaat offensichtlich nicht mehr funktioniert (weil Anzeigen keine Konsequenzen haben) ist es wenig überraschend wenn dann Leute zu Selbstjustiz greifen. Genau so falsch, aber halt nachvollziehbar.

Bernd am :

Ich bin bei der Geschichte auch sehr vorsichtig.

Soweit mir bekannt: Der Geschädigte ging mit Verletzungen im Gesicht zwei Tage nach dem Vorfall zum Arzt und wurde in die Klinik eingewiesen, wo er einen Tag später verstarb.

Zwei Tage ohne ärztliche Hilfe überlebt er, aber 1 Tag unter bester ärztlicher Einflussnahme verstirbt er wiederum.

Die Geschichte ist so leider überhaupt nicht "rund".

Helmut am :

QUOTE Bernd:
Zwei Tage ohne ärztliche Hilfe überlebt er, aber 1 Tag unter bester ärztlicher Einflussnahme verstirbt er wiederum.


Das KANN allerdings sein. Die Schäden, die er durch die Kopfverletzung erlitten hat, haben sich in den zwei Tagen ohne medizinische Hilfe so sehr verschlimmert, dass ihm am dritten Tag nicht mehr zu helfen war. Vielleicht. Vielleicht wäre er aber auch nach drei Tagen gestorben, wenn er gleich ins Krankenhaus gekommen wäre. Die Berichterstattung gibt einfach nicht genug her, um den Fall als Außenstehender beurteilen zu können.

Tim Landscheidt am :

Gerade bei der letzten Frage wäre ich auch sehr vorsichtig. Das Bild des Ladendiebes sieht nicht so aus, als ob er zwecks „Widerstand gegen das kapitalistische System“ oder für den Kick klauen gegangen ist. Wer weiß, wer ihm in der Zwischenzeit eins auf die Nase gegeben hat, weil er ohne Schnaps zurückgekommen ist.

Nicht der Andere am :

Puh, von allen möglichen Leuten kann man potentiell zu Tode geprügelt werden, nicht aber von einem Filialleiter? Diese aus dem Nichts stammenden Alternativen sind angesichts der zur Verfügung stehenden Information doch garnicht notwendig. Es wird doch berichtet, daß der Herr eine solche Vergangenheit gegenüber Ladendieben an den Tag gelegt hat. Und nun hat's offenbar eins seiner Opfer nicht überlebt.

... Und es ist eben doch überraschend, daß auch im Angesicht von amtlicher Nichtbestrafung ein zuerst Geschädigter jenseits von Hausverbot, Wachschutz und Technik dann Selbstjustiz und rohe Gewalt für angemessen hält und praktiziert.

Christian H. am :

Überraschend!?
Nein, das ist es nicht.
Es muss erst etwas handfestes passieren, wie eben eine mögliche Körperverletzung mit Todesfolge, bis unsere Organe reagieren.
Vorher ist ein Ladendiebstahl eine Bagatelle, eine Körperverletzung an einem Ladendieb ein geringes Vergehen, wenn entsprechende Taten überhaupt angezeigt werdne.
Bei frühzeitigerem Durchgreifen würden solche Taten in der Masse nicht passieren.

eigentlichegal am :

Das Foto in der BZ, das den Ladendieb mit Gesichtsverletzungen zeigt und das mit "Am 19. September erschien der 34-jährige Moldawier Eugeniu Botnari mit schweren Gesichtsverletzungen in der Praxis eines Arztes in Lichtenberg" untertitelt ist, ist übrigens Tage *VOR* der Prügelei entstanden.

https://www.welt.de/vermischtes/article158483674/Der-raetselhafte-Fall-des-toten-Edeka-Ladendiebs.html

Ulf am :

Die "Berliner Zeitung" berichtet unter http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/ladendieb-zu-tode-gepruegelt-supermarktleiter-gesteht-schlag-mit-quarzsandhandschuh-25954032 über die laufende Gerichtsverhandlung. Dieser Markt im Bahnhof ist übrigens der einzige mir bekannte Markt, der in der Hausordnung darauf hinweist, dass zwingend ein Einkaufskorb genommen werden muss und die Security am Eingang bittet ggf. auch jeden, einen Korb zu nehmen.

Bas am :

Zu 3 Jahren und 3 Monaten Haft wurde der Filialleiter verurteilt: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/haft-fuer-supermarkt-chef-er-toetete-den-schnapsdieb-wie-einen-hund-26265950

Zu recht - es war keine Affekthandlung, nach dem Artikel war verprügeln in dem Markt die übliche Vorgehensweise, und die dafür verwendeten "Quarzsandhandschuhe" werden in anderen Ländern als Waffe angesehen und sind verboten.

Ulf am :

Es gibt jetzt das Urteil: 3 Jahre und 3 Monate. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, es kann Berufung eingelegt werden. Details hier: http://www.berliner-zeitung.de/berlin/polizei/haft-fuer-supermarkt-chef-er-toetete-den-schnapsdieb-wie-einen-hund-26265950

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